Mit einem blau-weißen Blumenstrauß im Gepäck und einem entspannten Lächeln auf den Lippen verließ Frank Rost die Arena. Er hatte auch allen Grund, zufrieden zu sein. Denn mit dem HSV fuhr er nicht nur den vierten Dreier in Folge ein, sondern leitete mit seinem weiten Abschlag auf Rafael van der Vaart sogar den Schalker Untergang ein.

Blumen und Mitgefühl: Rost bleibt S04-Sympathisant

"Region hat Schale verdient"

04. März 2007, 09:19 Uhr

Mit einem blau-weißen Blumenstrauß im Gepäck und einem entspannten Lächeln auf den Lippen verließ Frank Rost die Arena. Er hatte auch allen Grund, zufrieden zu sein. Denn mit dem HSV fuhr er nicht nur den vierten Dreier in Folge ein, sondern leitete mit seinem weiten Abschlag auf Rafael van der Vaart sogar den Schalker Untergang ein.

"Dafür habe ich aber nicht die Blumen erhalten", scherzte Rost nach seiner erfolgreichen Rückkehr: "Die haben mir die Fans geschenkt. Eine tolle Geste, die mich sehr gefreut hat." Den Sieg wusste er derweil realistisch einzuordnen: "Es werden auch mal wieder Rückschläge kommen, doch jetzt haben wir ein bisschen Ruhe."

Die gab es auch von der Tribüne. Als "Fäustel" erstmals nach seinem Weggang im Winter die Arena als Gast betrat, verhielten sich die der S04-Anhänger weitestgehend neutral. Während die "Ultras Gelsenkirchen" ihrem langjährigen Sympathisanten aus der Nordkurve freundlich zuwinkten, waren nur vereinzelte Pfiffe gegen den 33-Jährigen zu hören. "Ich habe zu den Leuten immer ein respektvolles Verhältnis gehabt, deswegen haben sie wohl auch nicht gepfiffen", meinte Rost, dem nicht nur eine vernünftige Begegnung mit den Zuschauern am Herzen lag. "Ich habe mich riesig gefreut, meine alten Kumpels mal wieder zu sehen. Besonders mit Dario Rodriguez, den ich sehr vermisse, habe ich lange gesprochen. Er ist ein lustiger Vogel, seine Scherze fehlen mir."

Wartete man auf den Rängen und auf der Pressetribüne gespannt auf das Duell mit Manuel Neuer, so blieb auch dieses Wiedersehen freundschaftlich. Noch auf dem Platz tauschten die einstigen Kontrahenten die Trikots. Doch während Rost schon am Spielfeldrand gut gelaunt die ersten Interviews gab, hatte es seinem Nachfolger die Stimmung gründlich verhagelt. Neuer entzog sich mit knurrigem Gesicht der dritten Halbzeit in der "Mixed Zone", wo sich Spieler und Journalisten gewöhnlich austauschen. "Ich habe ihm viel Glück für die restlichen Partien gewünscht. Er soll genauso weitermachen, denn er ist ein Guter", stattete Rost Neuer wenigstens mit einem Kompliment aus.

Noch einem Schalker vermieste er die Stimmung. In der neunten Minute bewahrte er sein Team vor einem Rückstand, als Hamit Altintops sehenswerten Freistoß an den Pfosten lenkte. "Hamit wollte mir unbedingt einen reinhauen, hat alles probiert, aber zum Glück nicht getroffen. Dass er dann jedoch so einen Spießrutenlauf mitmachen musste, tut mir Leid", konnte auch er die Reaktionen der Zuschauer nicht verstehen. "Schalke braucht doch jetzt nicht den Kopf zu verlieren. Sie haben sich die Meisterschaft auf die Fahne geschrieben, also werden sie daran auch gemessen. Sie haben alles in der eigenen Hand, müssen noch gegen Stuttgart und Bayern antreten", glaubt Rost nach wie vor an den Titel für Königsblau. Denn "das ist ein sympathischer Verein und die ganze Region hat die Schale einfach verdient."

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