Nach dem Schlusspfiff versammelten sich die Preußen-Akteure samt  Trainern auf dem Spielfeld und tanzten vor Freude im Kreis. Denn der Sieg beim Tabellenzweiten war nach der ersten Halbzeit nicht zu erwarten und zeigte auch, dass die Mannschaft gut vorbereitet aus der Winterpause kommt.

Bezirksliga 8 Niederrhein: Preußen startet erfolgreich in die Rückrunde

Oliver Bähr bärenstark

Heiko Gaeb
26. Februar 2007, 02:22 Uhr

Nach dem Schlusspfiff versammelten sich die Preußen-Akteure samt Trainern auf dem Spielfeld und tanzten vor Freude im Kreis. Denn der Sieg beim Tabellenzweiten war nach der ersten Halbzeit nicht zu erwarten und zeigte auch, dass die Mannschaft gut vorbereitet aus der Winterpause kommt.

Ein Ortstermin

Die ersten zehn Minuten versprachen im Naturstadion am Finkenkamp keine hochklassige Partie. Bei aprilhaften Witterungsbedingungen beherrschte ein kampfbetontes Spiel mit vielen hohen Bällen das Geschehen auf dem Feld. Doch dann verlor Heimaterde-Akteur Adam Kozicki den Ball auf der linken Abwehrseite unnötig an David Steindor, der den Ball direkt in den Strafraum flankte, wo der kopfballstarke Stürmer Oliver Bähr den Ball knapp über das Gehäuse von Dennis Lindebacher köpfte. Zwei Minuten später nahm sich auf der Gegenseite Dennis Paede ein Herz und zog aus 16 Metern mit Vollspann auf das Preußen-Tor, doch der Ball verfehlte knapp sein Ziel. Dies war dann auch der erste Warnschuss seitens der Gastgeber, die ab diesem Moment auch an Oberwasser gewannen und das Geschehen verlagerte sich auf die Seite der Gäste aus Duisburg. Für Christoph Schymik war die Begegnung zu diesem Zeitpunkt bereits beendet. Eine Zerrung im Oberschenkel machte ein Weiterspielen unmöglich. So konnte er vom Spielfeldrand aus beobachten, wie seine Mannschaftskameraden auf das Gehäuse
von Gäste-Torwart Björn Nickel zurannten.

Der Druck wurde in der 18. Minute auch belohnt, als Dennis Paede den Ball schön flach in den 16-er spielte, wo der der einschussbereite Tim Szameitat nur noch den Fuß hinhalten musste ehe der Ball im Netz zappelte. Es stand 1:0 im Verfolgerduell für den Tabellen-Zweiten.

Nur kurz von dem Rückstand geschockt, versuchten die von Stefan Klaaß trainierten Kicker,auf Rang vier vorzufinden, den Druck zu erhöhen und den Spielstand wieder zu egalisieren. Doch die Abwehrreihe der Mülheimer stand sicher. So kam es, dass diverse Anläufe auf das Heimaterde-Tor verpufften und die Hausherren wieder an Oberwasser gewannen, jedoch auch keine zwingenden Torchancen erarbeiten konnten. Die Partie war bis dato sehr körperbetont, aber mit fairen Zweikämpfen.

In der 36. Minute wurde Heimaterde-Mittelfeldspieler Matthias Soddemann von Denis Bouhene 20 Meter vor dem Tor gefoult. Der anschließenden Freistoß war eine scharfe Hereingabe von Adam Kozicki, doch kein Akteur auf Seiten der Mülheimer vermochte diese Chance zum 2:0 zu nutzen. Zwei Minuten später
nahm Gastgeber-Akteur Lars Mühlenbrock eine hohe Hereingabe in den Strafraum Volley, doch das erhoffte bis dahin sogar verdient 2:0 blieb aus. Dass es sich dabei um die letzte große Möglichkeit des Tabellen-Zweiten handelte, konnte niemand ahnen. Die letzten Minuten bis zur Pause dominierten dann die Gäste.

Nach dem Wiederanpfiff machten die Preußen dann so weiter, wie sie in die Kabine gegangen waren. Nur fünf Minuten später war dann für den zweiten Heimaterde-Spieler die Begegnung verletzungsbedingt vorzeitig beendet: Robert Steinberg, Mittelfeld-Kicker, humpelte vom Platz. Für ihn kam der Stürmer Tim Szameitat.

In der 50. Minute wurden dann die konsequent agierenden Gäste
für ihre in der ersten Hälfte noch wirkungslosen Angriffsbemühungen belohnt. Nach einer schönen Hereingabe von rechts in den Strafraum köpfte Oliver Bähr den Ball unhaltbar
für Dennis Lindebacher ins Tor. Damit war wieder alles offen, was sich auch auf dem Platz wiederspiegelte. Die Partie wurde immer besser. Beide Teams zeigten, dass sie zu Recht oben in ihrer Gruppe stehen, wobei die Gäste das Geschehen mehr und mehr mehr dominierten. Zwei Minuten nach dem Ausgleich brachte Stefan Klaaß dann Karsten Wüst für Andreas Plebuch ins Spiel. Der Preußen-Akteur war eigentlich in der Startformation vorgesehen, konnte aus beruflichen Gründen erst später anreisen.

In der 60. Minute vergab Daniel Theißen die Möglichkeit nach einer Ecke die Gäste in Führung zu bringen. Sein Ball auf das Tor ging knapp vorbei. Danach kamen die von Dieter Henkelüdecke trainierten Kicker noch einmal in den Strafraum der Gäste, doch Matthias Soddemann konnte nach einem sehenswerten Lauf durch die Abwehrreihe keinen wirklich gefährlichen Schuss auf Gäste-Keeper Björn Nickel abgeben. Im Gegenzug ereignet sich dann das große Unglück für die Hausherren. Bei einem Pressball im Mittelfeld verletzte sich auch der starke Heimaterde Abwehrspieler Sven Fürst so sehr, dass auch er vom Platz humpelte. Für ihn kam der zur aktuellen Saison von Preußen Duisburg zu Heimaterde gewechselte Adrian Ostrowski. Doch der Ausfall von Fürst brachte Unordnung in die bis dato solide stehende Defensive der Hausherren. Die Torchancen für die Gäste aus Duisburg häuften sich: David Steindor verfehlte mit einem satten 20 Meter Schuss knapp sein Ziel. In der 73. Minute erlebten die Zuschauer dann eine Art "Déjà vu". Wieder war es Oliver Bähr, der eine Flanke von der rechten Seite, ins Tor köpfte. Damit bewies der 37-Jährige, dass er noch lange nicht zum "alten Eisen" gehört. Damit hatte sich die Begegnung komplett gewendet. Eine Minute später sah die Abwehr der Mülheimer erneut nicht gut aus, als Oliver Bähr eine erneute Hereingabe dieses mal mit dem Fuß fast zum vorentscheidenden 3: 1 aus Sicht der Gäste nicht ins Tor bringen konnte.

Die Gastgeber versuchten zwar noch wenigstens einen Punkt aus der Partie zu gewinnen, doch das Spiel der Hausherren, die in der ersten Hälfte noch mit vielen schönen Vorstößen hauptsächlich über die linke Seite die Fans entzückten, war zu einfältig: Immer wieder hoch gespielte Bälle landeten meist bei den defensiv sicher stehenden Gästen, die den Ball immer wieder schnell aus der Gefahrenzone spielten und dadurch gefährliche Konter einleiteten.

In der 80. Minute nahm Stefan Klaaß den zum Matchwinner avancierten Oliver Bähr vom Platz. Acht Minuten später nutze der
in der zweiten Halbzeit eingewechselte Karsten Wüst nach einer Ecke das Durcheinander im Strafraum aus und schob die Kugel zum vorentscheidenden 3:1 für die Gäste ins Netz. Eine Minute später hatte der agile Andy Lausberg sogar das 4:1 auf dem Fuß, doch Dennis Lindebacher parierte den Zehn-Meter Schuss prächtig. Dies wäre auch in der Höhe nicht verdient gewesen.

Danach passierte bis auf eine Gelbe Karte für den eingewechselten Preußen-Akteur Marcel Schuppau nichts mehr und der gute Schiedsrichter Berkhane beendete eine intensiv, aber insgesamt sehr faire und spielerisch starke Begegnung.

Dieter Henkelüdecke zeigte sich als fairer Verlierer: "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht richtig ins Spiel gefunden. Unsere Angriffsbemühungen waren zu einfältig." Und auch an seiner Abwehr übte er Kritik. "Da waren zu viele Lücken. Darüber werden wir beim nächsten Training reden", grantelte der Mülheimer Trainer. Voller Freude dagegen resümierte Stefan Klaaß: "Aufgrund der zweiten Hälfte geht dieser Erfolg für uns völlig in Ordnung."

Autor: Heiko Gaeb

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