Es ist schon unglaublich. Drei Jahre lang versuchten die Hamborner

HAMBORN: Almir Sogolj katapultiert sich nach oben

tr
20. Oktober 2006, 11:50 Uhr

Es ist schon unglaublich. Drei Jahre lang versuchten die Hamborner "Löwen" vergeblich, sich oben festzubeißen.

Es ist schon unglaublich. Drei Jahre lang versuchten die Hamborner "Löwen" vergeblich, sich oben festzubeißen. Mit einem Starensemble wurde vergebens probiert, den Aufstieg zu erzwingen. Dann, im Sommer, die Nachricht der Etatreduzierung. Kritiker gingen sofort davon aus, dass die junge Mannschaft von Trainer Stephan Küsters nur noch ums Überleben kämpfen wird. Doch der Ex-Profi straft nun alle Lügen. Den zweiten Platz hinter Düsseldorf II haben die Duisburger fest in der Hand. "Die Leute reden zwar schon von der Champions League, aber ich nicht", tritt der ehemalige Münsteraner vehement auf die Euphoriebremse.

Kein Wunder, denn Küsters kennt das Geschäft aus dem Eff-Eff. "Derzeit habe ich viele Schulterklopfer, aber es kann mit drei, vier Niederlagen auch schnell wieder anders aussehen." Dabei hatte der Coach vor dem Duell mit Baumberg kein gutes Gefühl. "Wir hatten sehr viele Verletzte, es war keine Spannung zu spüren. Aber zum Glück haben wir gewonnen, so haben wir den Abstand nach unten gehalten. Jeder wächst über sich hinaus." Küsters stellt sich vor seinen Kader: "Wir haben nicht so eine schlechte Truppe, wie es uns vor der Spielzeit unterstellt wurde. Wir leben von der Disziplin."

Besonders Goalgetter Almir Sogolj, der sich mit seinen drei Treffern nun an die Spitze der Torjägerliste (sieben Tore) katapultiert hat. Und genau das ist der Unterschied zur Vergangenheit", will Küsters nichts davon hören, dass sein Freund und Vorgänger Ingmar Putz den momentanen Höhenflug nicht auslösen konnte. "Ihm standen Leute wie Almir oder auch Senol Ibisi nie zur Verfügung. Wir haben uns im Gegensatz zu den letzten Jahren besonders im Sturm bessert. Sogolj macht die kleine Flaute von meinem Bruder Christian locker wett." Küsters weiter: "Ingmar und ich reden auch offen darüber. Ich bin ein anderer Typ, gehe lockerer mit den Leuten um. Er hat jedoch auch gute Arbeit geleistet."

Sogar so gut, dass ihn Küsters jetzt wieder einsetzte. "Mir standen nur noch elf Feldspieler zur Verfügung, deswegen musste ich den alten Rentner noch einmal dazu nehmen", zwinkert Küsters mit dem Auge. "Die Zuschauer haben ihn gut aufgenommen." Und das war nach seinem unharmonischen Abgang nicht unbedingt zu erwarten. Deshalb war Putz' Geste, sich in dieser schwierigen Situation noch einmal zur Verfügung zu stellen, auch nicht selbstverständlich. "Das rechne ich ihm ganz hoch an", zieht Küsters den Hut.
Wie auch vor seinem Team. "Vom ganzen Kader her ist es eine sehr konzentrierte Arbeit." Bestes Beispiel für die herrschende Harmonie ist der Youngster Sascha Wiesner, der jüngst sein Senioren-Debüt feierte. "Er war am Anfang nervös, hat aber keinen Fehler gemacht", lobt Küsters. "Den Jungen muss ich im Auge behalten. Wir müssen einfach noch mehr auf unseren Nachwuchs setzen." Kein Problem, denn der Erfolg gibt ihm Recht.

Autor: tr

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