Wenn man in Kettwig die Frage stellt, welche Ziele der Neuling in seiner ersten Verbandsliga-Saison hat, muss man sich wundern. Denn von einheitlichen Ambitionen ist man weit entfernt.

KETTWIG: Keeper Glenz "erzieht" Team und Isabel

tr
25. Juli 2005, 12:25 Uhr

Wenn man in Kettwig die Frage stellt, welche Ziele der Neuling in seiner ersten Verbandsliga-Saison hat, muss man sich wundern. Denn von einheitlichen Ambitionen ist man weit entfernt.

Wenn man in Kettwig die Frage stellt, welche Ziele der Neuling in seiner ersten Verbandsliga-Saison hat, muss man sich wundern. Denn von einheitlichen Ambitionen ist man weit entfernt.

Während die Chef-Etage um Trainer Karl Weiß und "Boss" Jöran Steinsiek den Klassenerhalt ins Auge fasst, sprechen einige Kicker gar vom Aufstieg. "Im ersten Jahr ist das aber unrealistisch", weiß Marco Glenz. Der FSV-Keeper ist daher etwas moderater, aber nicht weniger euphorisch: "Ein Platz zwischen Rang fünf und zehn wäre fantastisch."

Der 20-Jährige kam vor einem Jahr von Fortuna Bredeney nach Kettwig. "Unser Coach kennt mich seit meiner Zeit bei Schwarz-Weiß Essen, hat mich hier hin gelotst", fühlt sich Glenz im Essener Süden pudelwohl. Die Gründe für den unbändigen Optimismus, der in Kettwig herrscht, erklärt der Bayern München-Fan: "Wir sind eine eingeschworene Truppe, spielen seit einem Jahr zusammen und leben von unserem Team-Gefüge. Es wird schwer, uns aus der Ruhe zu bringen." Selbstbewusstsein, welches im Aufstiegsjahr gewachsen ist.

Seinen Ausgleich findet der gebürtige Essener beim Angeln. "Mein größter Fang war ein Ein-Meter großer Hecht", verkündet Glenz stolz. Aber nicht nur sein Hobby ist außergewöhnlich. Denn beruflich macht der "Linientiger" zurzeit eine Ausbildung zum Erzieher. "Ein Traumjob für mich", arbeitet Glenz gerne mit Kindern. Da in der Berufsschule momentan Ferien sind, schiebt er Sonderschichten, um fit in die Saison zu gehen. Doch obwohl er Anhänger des Deutschen Rekordmeisters ist, steht Oliver Kahn nicht auf seiner Favoritenliste. "Nee, dann lieber Gianluigi Buffon", schielt Glenz nach Turin, hat an sich selbst aber nicht ganz so hohe Ansprüche. "Wenn ich mal den Sprung in die Oberliga schaffen würde, wäre es ein Traum."

Privat ist Glenz seit einem Jahr mit seiner Freundin Isabel zusammen, die ebenfalls im Kindergarten die Brötchen verdient. "Wir sind glücklich und ich bin froh, dass sie auch so fußballverrückt ist wie ich", hat Glenz, der Isabel in der Essener Diskothek "Nachtschicht" kennen lernte, seine bessere Hälfte gut "erzogen" und findet in seiner Beziehung den nötigen Rückhalt, um die bevorstehenden Aufgaben zu bewältigen. "Ich bin mir sicher, dass wir uns nicht verstecken brauchen."

Autor: tr

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