Holger Floßbach wirkt mächtig überrascht.

MÜNSTER II: Floßbach erreicht seinen Kindergarten

Fahrrad als Nichtabstiegs-Prämne

30. Januar 2007, 10:33 Uhr

Holger Floßbach wirkt mächtig überrascht.

Holger Floßbach wirkt mächtig überrascht. Als der Trainer vor rund 14 Tagen die schier aussichtslose Aufgabe beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht übernahm, hielten ihn Kritiker für verrückt. Doch nach den ersten Einheiten mit seinem neuen Team reibt sich der ehemalige Hertener verwundert die Augen.

"Die Truppe hat auf jedem Fall Potenzial", ist nicht nur der 4:1-Testspiel-Erfolg gegen den Oberligisten SV Emsdetten (Treffer: Rashid Hassan Zadeh Ashrafi, Ilker Senel, Zico Hesse und Hyseyin Kücük) für Floßbach ausschlaggebend. "Für mich ist es unverständlich, dass der SCP nur drei Punkte ergattert hat, denn charakterlich ist der erste Eindruck auch sehr erfreulich."

Warum sich die "Adler" in der Hinrunde dennoch teilweise desolat verkauften, hat der Ex-Marler in vielen Einzelgesprächen erforscht. "Die Youngster hadern bei Rückschlägen mit dem Selbstvertrauen. Die Misserfolge haben die Lust am Fußball geschmälert und eine gehörige Portion Pech gehörten genauso wie qualitative Ausfälle zu den Gründen des programmierten Abstieges."

Für Floßbach, der den Job bis zur Sommerpause übernommen hat, birgt diese Station eine Menge Spannung. Denn nicht nur der sportliche Tiefflug, sondern auch gerade die ausweglose Situation kitzeln den Familienvater. "Es ist für mich eine reizvolle Aufgabe. Wer mich kennt, weiß, dass ich bis zum letzten Blutstropfen alles für meine Elf gebe. Mein Ziel: Es muss mir gelingen, eine verschworene Einheit zu formen und wir müssen eine oberligareife Restrunde spielen, um das Unmögliche noch wahr zu machen und nicht abzusteigen."

Erstes Indiz dafür, dass Floßbach seinen Kindergarten erreicht, sind die vier Treffer gegen Emsdetten. "Das hat Spaß gemacht", nickt Floßbach. "Es ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Jungs in der Liga gerade einmal acht Tore erzielt haben." Zwar sprang beim zweiten Open-Air-Auftritt gegen den Bezirksligisten Amelsbüren nur ein torloses Remis heraus, doch der Coach ist dennoch zufrieden. "Ich halte es wie Huub Stevens: Wenigstens stand die Null. Überzeugend war das aber grundsätzlich nicht."

Dennoch geht Floßbach davon aus, dass die Preußen die Klasse erhalten werden. Seinen ganz persönlichen Anreiz schiebt er mit einem Lächeln im Gesicht nach: "Als Nichtabstiegsprämie habe ich ein Fahrrad und ein Abendessen im Kiepenkerl ausgehandelt.

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