STADTLOHN bis HAMM: Ein Überflieger, drei Fehlstarter

hb
24. September 2004, 10:44 Uhr

Nach vier absolvierten Spieltagen in der Verbandsliga Westfalen I finden sich die drei Revier-Clubs fast einträchtig am Tabellenende wieder. Während Westfalia Rhynern, der Lüner SV und die Hammer SpVg einen bösen Fehlstart hinlegten, ist indes Oberliga-Absteiger SuS Stadtlohn der Überflieger der Stunde.

Nach vier absolvierten Spieltagen in der Verbandsliga Westfalen I finden sich die drei Revier-Clubs fast einträchtig am Tabellenende wieder. Während Westfalia Rhynern, der Lüner SV und die Hammer SpVg einen bösen Fehlstart hinlegten, ist indes Oberliga-Absteiger SuS Stadtlohn der Überflieger der Stunde. RevierSport nennt die Gründe, warum es im östlichen Revier nicht so gut läuft und dafür im Münsterland die Post abgeht.

S’LOHN: Kirche im Dorf
Trotz des Höhenflugs an die Tabellenspitze der Liga und der aufkeimenden Euphorie im Umfeld ist man beim SuS Stadtlohn darauf bedacht, den Ball flach zu halten. „Mit diesem tollen Start haben wir nicht gerechnet. Wir sind mit der Mannschaft in einem Findungsprozess, der Verein hat eine Konsolidierung vor sich“, bremst Trainer Manfred Ostendorf. „Wir wollen wir die Kirche im Dorf und uns von der momentanen Situation nicht blenden lassen. Was die Mannschaft derzeit leistet, ist toll, aber erst die nächsten Wochen werden zeigen, ob wir uns auf Dauer dort oben halten können.“

RHYNERN: Psycho-Blockade
Ausgerechnet nach Stadtlohn führt am kommenden Sonntag die Reise des SV Westfalia. Rhynerns Trainer Jörg Schmitz ist mit der derzeitigen in der Hammer Vorstadt alles andere als zufrieden. „Wir betreiben zu viel Aufwand und ernten zu wenig Ertrag“, hat der 33-Jährige mit dem gleichen Problem zu kämpfen wie sein HSV-Kollege Mark Bördeling. „Wir erarbeiten uns einen Haufen Torchancen, aber wenn man die nicht nutzt, kann man eben kein Spiel gewinnen“, will Schmitz nach dem völlig überflüssigen 0:1 gegen Emsdetten die Psycho-Blockade lösen. Denn die Aufgabe beim Liga-Primus „ist wahrscheinlich das Beste, was uns in dieser Situation passieren kann. Holen wir etwas in Stadtlohn, kann und muss das einen Schub für die nächsten Wochen geben.“ Marc Ellbracht ist nach ausgeheiltem Nasenbein-Bruch ebenso wieder dabei wie Vartan Daldalian, der seine Muskel-Verhärtung in der Wade auskuriert hat. Kim Biewer muss wegen seinen Verletzung im Sprunggelenk noch etwa zwei Wochen pausieren.

LÜNEN: Trio fehlt
Nach zwei Unentschieden zum Auftakt in Enger-Westerenger (2:2) und gegen die Hammer SpVg (0:0) hat die völlig veränderte Truppe des Lüner SV die ersten beiden Niederlagen einstecken müssen. Für den Sportlichen Leiter Helmut Krause ein normaler Vorgang, da der Oberliga-Absteiger durch Verletzungen erheblich geschwächt wurde. „Im Mittelfeld fehlen uns mit Marcel dos Santos und Patrick Hanke zwei wichtige Spieler. Auch Carsten Droll, der als Führungsfigur für die Abwehr geholt wurde, ist nicht gleichwertig zu ersetzen“, weiß der 50-jährige Vorgänger von Trainer Oswald Semlits. Alle drei wollen nächste Woche wieder mit dem Training beginnen. „Gegen Erlinghausen haben wir am Sonntag verdient verloren, weil wir erst in der zweiten Halbzeit wach geworden sind. Wenn wir nun in Emsdetten so druckvoll weiter machen, geht es auch wieder aufwärts“, sieht Krause den Traditions-Verein im Tabelle-Keller falsch aufgehoben. „Ein Abstiegskandidat sind wir ganz sicher nicht!“

HAMM: Aufwand/Ertrag
Nach einer überzeugenden Vorbereitung rückte die Hammer SpVg vor dem Saisonstart etwas ungewollt in den Kreis der erweiterten Aufstiegs-Kandidaten. Die Wirklichkeit sieht nun ganz anders aus. Mit nur zwei Zählern rangiert der Traditions-Club auf dem vorletzten Platz, punktgleich mit Schlusslicht Vreden. „Ich kann der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen. In den letzten beiden Spielen gegen Davensberg und in Hövelhof, zwei Teams, die ganz oben stehen, haben wir spielerisch voll überzeugt. Leider hapert es bei uns im Abschluss“, sieht HSV-Trainer Mark Bördeling absolut keinen Grund, Alarm zu schlagen. Im Gegenteil, „am vergangenen Sonntag hätten wir zur Halbzeit mit 4:0 führen müssen. Stattdessen fangen wir uns in der zweiten Halbzeit zwei Gegentreffer“.
Vor dem nächsten Heimspiel gegen Preußen Münster II ist Bördeling nun als Psychologe gefragt. „Der erste Dreier muss her, keine Frage. Wenn der gelingt, löst sich bei uns eine Bremse und dann werden wir uns auch ganz schnell aus dieser Lage befreien“, glaubt der Ex-Dortmunder an eine baldige Wende zum Guten.

Autor: hb

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