Sechs Monate nach dem Wiederaufstieg ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft auf dem Weg zurück zu alter Stärke, doch Bundestrainer Uwe Krupp fordert mehr Unterstützung durch die Klubs.

Platz vier beim Deutschland-Cup: Mit Krupp zurück zu alter Stärke

13. November 2006, 09:24 Uhr

Sechs Monate nach dem Wiederaufstieg ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft auf dem Weg zurück zu alter Stärke, doch Bundestrainer Uwe Krupp fordert mehr Unterstützung durch die Klubs.

Sechs Monate nach dem Wiederaufstieg ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft auf dem Weg zurück zu alter Stärke, doch Bundestrainer Uwe Krupp fordert mehr Unterstützung durch die Klubs. Nach einer 4:5 (2:2, 2:1, 0:2)-Niederlage gegen Kanada musste sich die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zwar mit dem vierten Platz beim Deutschland-Cup begnügen, setzte den Aufwärtstrend unter dem früheren NHL-Star aber fort. `Die Talsohle ist durchschritten. Dieses Turnier ist Balsam für das Ego. Das WM-Viertelfinale muss jetzt wieder unser Ziel sein´, lobte DEB-Präsident Hans-Ulrich Esken. Krupp sieht sich noch lange nicht am Ende des Weges. `Wir haben noch nicht gesehen, was diese Mannschaft wirklich leisten kann. Da ist noch sehr viel Potenzial drin´, sagte der Bundestrainer:

`Mit dieser Kombination aus Talent und Teamgeist werden gute Resultate kommen.´ Gleichzeitig beklagte er aber die mangelnde Fitness der Nationalspieler. `Die konditionelle Situation ist die größte Baustelle´, sagte Krupp, als er den Klubtrainern sein Programm vorstellte. Um bis zu 20 Prozent schlechter als bei Hockey-Nationalspielern seien die Ausdauerwerte, selbst die U20 sei besser austrainiert. Einige Spieler könne man eigentlich im vierten oder fünften Spiel eines Turniers gar nicht mehr aufs Eis bringen, erklärte der sportwissenschaftliche Berater Jens Geist vom Olympiastützpunkt München, der die Daten der DEB-Spieler auswertet, und sprach von `sechs bis acht Problemkandidaten´.

Krupp mahnte intensiveres Training der Klubs im Sommer an: `Ich will aus den Spielern keine Marathonläufer machen, aber mit besserer Ausdauer machen sie weniger Fehler.´ Gegen Kanada starteten die Gastgeber erneut stark. Nach dem Führungstor durch den Düsseldorfer Daniel Kreutzer (6.) brachten allerdings zahlreiche Strafzeiten die deutsche Mannschaft aus dem Rhythmus, der Mannheimer Francois Methot (9.) und der Nürnberger Jame Pollock (13.) nutzten kanadische Powerplay-Situationen zu zwei Treffern. Doch der Ingolstädter John Tripp glich in 5:3-Überzahl aus (18.), zudem trafen die Deutschen dreimal den Pfosten. Der Kölner Philip Gogulla (26.) und der Mannheimer Christoph Ullmann (37.) sorgten im zweiten Drittel nach einem Gegentor von Francois Bouchard (22.) für eine 4:3-Führung. Nach dem Ausgleich durch Steve Kelly (46.) sicherte Matt Higgins (51.) den Kanadiern den Sieg, die nun bereits seit 17 Spielen gegen Deutschland ungeschlagen sind.

Den zweiten Triumph beim Deutschland-Cup nach 1997 feierte am Abend die Slowakei durch ein 4:3 (1:1, 2:1, 0:1, 1: 0) nach Verlängerung im Finale gegen die Schweiz, Fünfter wurde Lettland durch ein 4:1 (2:1, 2:0, 0:0) gegen Japan. Bei der unglücklichen 2:3-Niederlage am Samstag im Penalty-Krimi gegen die Schweiz hatte das DEB-Team anders als zuvor beim 4:4 im Testspiel gegen Kanada und beim 5:4 gegen Japan in der Schlussphase nicht mehr zusetzen können. 31 Sekunden vor Schluss glich Patrick Bärtschi für die Eidgenossen aus. Die Nürnberger Anton Bader (9.) und Petr Fical (15.) hatte die stark beginnende deutsche Mannschaft 2:0 in Führung gebracht, Beat Forster für den WM-Neunten verkürzt (28.). Paul DiPietro besiegelte schließlich im Penaltyschießen die erste Niederlage des Krupp-Teams nach neun Spielen und versperrte den Weg ins Finale.

`Wir waren in allen Belangen auf Augenhöhe mit den Schweizern´, stellte Krupp, der seit elf Monaten im Amt ist, dennoch zufrieden fest und bilanzierte: `Wir haben uns seit den Olympischen Spielen in Turin kontinuierlich verbessert und einige Schritte vorwärts gemacht.´ Zufrieden durften auch die Verantwortlichen bei der 17. Auflage des Heimturniers sein. Nachdem im vergangenen Jahr nur knapp 9000 Zuschauer gekommen waren, strömten diesmal über 20.867 Fans an vier Tagen zum Deutschland-Cup.

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