Mit einem bemerkenswerten Bekenntnis hat sich jüngst Dominique Nowak von Westfalenliga-1-Herbstmeister SV Lippstadt 08 an die Öffentlichkeit gewandt.

SV Lippstadt 08

Nowak leidet an Depressionen

RS
02. Februar 2012, 12:12 Uhr

Mit einem bemerkenswerten Bekenntnis hat sich jüngst Dominique Nowak von Westfalenliga-1-Herbstmeister SV Lippstadt 08 an die Öffentlichkeit gewandt.

„Ich habe mich dazu entschlossen, zunächst meinen Klub und anschließend unsere Fans und die Medien über meine Erkrankung zu informieren. Wegen einer mittelschweren Depression werde ich seit September 2011 ambulant behandelt“, bekannte der 26-jährige Torhüter, der seit Sommer 2011 beim SV Lippstadt 08 unter Vertrag steht.

Behandlungsprognose ist langfristig, aber positiv

„Ich war eigentlich immer ein sehr aktiver Mensch. Mitte 2009 bemerkte ich jedoch selber eine Wesensänderung, hin zu einer gewissen Antriebslosigkeit und inneren Zerrissenheit. Im Anfangsstadium verdrängt man diese Symptome. Man denkt nicht darüber nach, oder möchte sie einfach nicht wahrhaben. Natürlich werden die Auswirkungen aber immer drastischer, sodass ich seit 2011 ein wahres Doppelleben führen musste, um mir nichts anmerken zu lassen. Dieses Versteckspiel hält man nicht ewig durch“, berichtet der ehemalige Hammer.
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/037/430-38449_preview.jpeg Nowak beweist mit seinem öffentlichem Bekenntnis Courage. Foto: SV Lippstadt[/imgbox]
Mag sein, dass es Zufall war, aber einen Tag nachdem sich Torwart Markus Miller von Hannover 96 öffentlich zu seiner mentalen Erschöpfung bekannte, hat sich auch Nowak in psychotherapeutische Behandlung begeben. „Sehr schnell stellte sich dann heraus, dass die Ursachen nicht im sportlichen Wettbewerb lagen, obwohl ich in diesem Bereich sehr ehrgeizig bin. Es handelt sich auch nicht um das in letzter Zeit vielfach thematisierte Burnout-Syndrom, sondern um eine mittelschwere Depression, deren Ursachen in meinem privaten und beruflichen Umfeld liegen, zum Teil meine Jugend betreffen. Im Grunde genommen fühlte ich mich eigentlich nur noch wohl, wenn ich auf dem Fußballplatz stand“, schildert der 1,94-Meter-Hüne.

Nun befindet er sich in ambulante psychotherapeutische Behandlung. „Es geht unter anderem darum, eigene Stärken im psychischen Umgehen mit negativen Erlebnissen oder steigenden Anforderungen positiv auszurichten. Mein Arzt geht von einer langfristigen, jedoch auch positiven Behandlungsprognose aus. Aktuell starte ich bereits die ersten Schritte zurück ins Berufsleben“, weiß der Torhüter zu berichten.

Bei seiner Genesung erhält Dominique Nowak die volle Unterstützung des gesamten Klubs, also von allen Verantwortlichen aus Präsidium und Aufsichtsrat sowie von Mannschaft und Trainern: „Wir stärken und schützen ihn, weil er sich mit aller Offenheit seiner psychischen Erkrankung stellt. Oberste Priorität hat für uns alle, dass Dominique erfolgreich behandelt werden kann“, sagt SV 08-Präsident Dr. Forusan Madjlessi.

Autor: RS

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