Mario Götze ist der

"Golden Boy" Götze

Gelähmt auf der großen Bühne

08. Dezember 2011, 09:31 Uhr

Mario Götze ist der "Golden Boy 2011", das größte Talent im Weltfußball. Doch auf der großen europäischen Bühne konnte auch er die Borussia nicht retten.

Es war eine bemerkenswerte Szene. Nach der 1:2-Niederlage des BVB beim FC Arsenal saß Mario Götze bereits Minuten nach dem Abpfiff im Mannschaftsbus vor dem Emirates Stadium, als sich eine Tür ganz in der Nähe öffnete und Thierry Henry heraustrat. Der französische Weltmeister von 1998, Idol einer ganzen Generation von Nachwuchskickern, der sich heute das Ende seiner Karriere mit amerikanischen Dollars in den Vereinigten Staaten vergolden lässt und die spielfreie Zeit für einen Abstecher in seine alte Heimat genutzt hatte.

So wie Millionen von Teenies gestaunt hätten, die die großen Stars nur von der Play-Station kennen, so schaute auch Götze ungläubig aus dem Busfenster. Er, der Shootingstar am deutschen Fußballhimmel, der vor gar nicht allzu langer Zeit die brasilianische Nationalmannschaft fast im Alleingang schwindelig gespielt hatte.

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Und als Götze so durch das Fenster schaute, da wurde das große Problem der Borussia plötzlich ganz offensichtlich. Ein halbes Jahr reichte den Schwarz-Gelben nicht, um in der Königsklasse anzukommen. Bis zum Ende waren sie eher staunende Beobachter, die es nicht richtig fassen konnten, selbst im Konzert der ganz Großen mitmischen zu dürfen. Wenn die Champions League Hymne erklang, dann schienen die Borussen in Ehrfurcht zu erstarren.

Auch gegen Marseille war das nur bedingt anders. Nicht in der Anfangsphase, als der BVB die Franzosen regelrecht überrollte, nach dem Anschlusstreffer allerdings war aller Schwung dahin. „Wir waren auf einem guten Weg, dann haben wir das Tor gefressen und das hat uns aus der Bahn geworfen“, analysierte Mario Götze. Fehlende Erfahrung wollte er freilich nicht als Grund für das Aus gelten lassen. „Vielmehr“, sagte er, „haben wir uns blöd angestellt, haben unnötige Fehler gemacht und die Torchancen, die wir hatten, nicht genutzt.“

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Gegen Marseille war Götzes Arbeitstag aufgrund von Adduktorenbeschwerden vorzeitig beendet. Freilich war ihm auch zuvor nicht viel gelungen. Nach anderthalb Jahren, in denen er sich keine einzige Schwächephase geleistet hatte, scheint er mit den Kräften am Ende. Gegen Gladbach hatte sich das bereits angedeutet, gegen Marseille schließlich war es nicht mehr zu übersehen – fraglich, ob er gegen Kaiserslautern erneut in der Startformation stehen wird.

Vor diesem Spiel wird Götze übrigens eine ganz besondere Ehrung erhalten. Denn dann wird er als „Golden Boy 2011“ ausgezeichnet. Ein Preis, der jährlich von der italienischen Sportzeitung Tuttosport vergeben wird und gerade deswegen so interessant ist, weil alle Vorgänger Götzes schon heute echte Weltstars sind. Hießen die Titelträger in den vergangenen Jahren doch Rafael van der Vaart (2003), Wayne Rooney (2004), Lionel Messi (2005), Cesc Fàbregas (2006), Sergio Agüero (2007), Anderson (2008), Alexandre Pato (2009) und Mario Balotelli (2010).

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