Nicht wenige Nationalspieler, die sich ab Dienstag in Frankfurt auf die vorentscheidenden EM-Qualifikationsspiele in Island und gegen Schottland vorbereiten, kämpfen in ihren Vereinen derzeit mit großen Problemen.

"Problemfälle" im Kreis der Nationalmannschaft

hew
03. September 2003, 11:17 Uhr

Nicht wenige Nationalspieler, die sich ab Dienstag in Frankfurt auf die vorentscheidenden EM-Qualifikationsspiele in Island und gegen Schottland vorbereiten, kämpfen in ihren Vereinen derzeit mit großen Problemen.

Diverse Nationalspieler treffen am Dienstag nicht gerade befreit von allen Sorgen zum ersten Training der Nationalmannschaft im Frankfurter Waldstadion vor dem EM-Qualifikations-Doppelpack in Island am Samstag (19.30 Uhr MESZ/live in der ARD) und am Mittwoch danach in Dortmund gegen Schottland (20.45 Uhr/live in der ARD) ein. Ob für die Nationalspieler von Borussia Dortmund, Hertha BSC Berlin oder dem 1. FC Kaiserslautern: DFB-Teamchef Rudi Völler könnte auch als Seelentröster gefragt sein.

Völler: "Alle müssen ihre Probleme zurückstellen"

Doch Völler hat für solche Sorgen spätestens ab dem Treffpunkt der DFB-Auswahl im noblen Kempinski-Hotel in Gravenbruch kein Verständnis mehr: "Es werden nie alle Spieler, die zur Nationalmannschaft kommen, sorgenfrei sein. Sobald sie aber bei der Nationalmannschaft sind, müssen sie die anderen Probleme zurückstellen, oder besser sogar ganz vergessen. Die volle Konzentration in den nächsten Tagen muss den beiden EM-Qualifikationsspielen gelten", erläuterte der DFB-Teamchef im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Zudem ist der 43-Jährige davon überzeugt, dass Spieler wie Christian Wörns, Sebastian Kehl (beide Dortmund), Bobic oder auch Lauterns Torjäger Miroslav Klose im Kreis der DFB-Auswahl schnell wieder ihren Kopf frei bekommen und sich auf das Wesentliche besinnen. "Wir haben ja auch schon oft erlebt, dass die Spieler nach ihrem Aufenthalt bei der Nationalmannschaft gestärkt zu ihren Vereinen zurückgekommen sind", erwartet Völler sogar eine Trotzreaktion von seinem gebeutelten Personal. Dem Teamchef fehlten beim Auftakttraining jedoch gleich fünf Spieler: Neben dem Bochumer Paul Freier, der an einer Fußverletzung laboriert, absolvierten kurzfristig auch noch Fredi Bobic (Hertha BSC Berlin), Bernd Schneider (Bayer Leverkusen), Tobias Rau und Jens Jeremies (beide Bayern München) nur ein leichtes Lauftraining..

Rückkehrer Deisler im Blickpunkt

Im Blickpunkt steht neben den "Problemfällen" Rückkehrer Sebastian Deisler: "Ich gehe davon aus, dass Deisler und Ballack der Mannschaft weiterhelfen, und erwarte am Samstag einen Sieg," erklärt Teamkollege Fredi Bobic zu dem Thema. Deisler selbst, der zuletzt am 18. Mai 2002 in der Nationalelf spielte, sieht seine Situation dagegen ganz olympisch. Der Münchner betont es sei "wichtig, wieder dabei zu sein": "Ob ich die Erwartungen erfüllen kann, muss man abwarten. Für mich geht es erstmal darum, wieder mit der Mannschaft zu trainieren."

Unterdessen lässt auch England-"Legionär" Jens Lehmann erneut von sich hören. Der frühere Dortmunder sagt Kapitän Oliver Kahn einen neuen Kampf um den Platz im Tor an. "Ich habe Pech, dass ich die Nummer zwei in der Nationalelf bin. Ich denke, ich sollte spielen. Ich bringe zurzeit bessere Leistungen als die Nummer eins. Das macht mich wütend, sehr wütend", wird der 33 Jahre alte Schlussmann, der vor Saisonbeginn für 4,5 Millionen Euro Ablösesumme von Borussia Dortmund zu Arsenal London wechselte, in einem Interview im Daily Telegraph zitiert. Der Teamchef weiß um die Ansprüche, die Lehmann hegt. An Kahn kommt der Ex-Dortmunder trotzdem derzeit nicht vorbei.

Autor: hew

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