Ulf Kirsten kritisiert die deutsche Nationalmannschaft und wirft den Ex-Kollegen vor, dass die Spieler heute nicht mehr den Fußball richtig leben.

Kirsten plädiert für Kämpfer-Mentalität

tok
25. Juni 2003, 13:30 Uhr

Ulf Kirsten kritisiert die deutsche Nationalmannschaft und wirft den Ex-Kollegen vor, dass die Spieler heute nicht mehr den Fußball richtig leben.

Ulf Kirsten lobt den Charakter der Nationalmannschafts-Spieler, kritisiert aber gleichzeitig, dass es keinen Tor Garanten im Team Rudi Völlers gibt. " Vielleicht fehlt bei denen wirklich mal so ein richtiger Drecksack." Immerhin habe zumindest Michael Ballack "jetzt schon mal öffentlich draufgehauen. Das macht er richtig." Kirsten vermisst Spieler, die für den Fußball kämpfen und leben. "Heute sieht das alles so professionell aus. Mir fehlt die Körpersprache. Dass einer Fußball richtig lebt", sagte der 37-Jährige in einem Interview mit Sport-Bild.

Kirstens Kämpfer-Mentalität als Vorbild

Kirsten, der seine Bundesliga-Karriere nach 350 Einsätzen und 182 Treffern nach der abgelaufenen Saison endgültig beendet hatte, schlägt den deutschen Angreifern deshalb vor, sich ein Beispiel an seiner Person zu nehmen. "Ich war einer, der vom Kampf gelebt hat, vom bedingungslosen Einsatz. Wenn ich heute 27 Jahre wäre, wäre ich sicher gesetzt im Sturm der Nationalelf."Kritische Worte findet Kirsten etwa zu Nationalspieler Miroslav Klose vom 1. FC Kaiserslautern: "Miro ist immer ein Konterstürmer gewesen, keiner, der bei Überlegenheit der eigenen Mannschaft was macht. Dann braucht er Flanken." Zudem fehlte dem Lauterer der "Killer-Insinkt".

Kirsten hatte große Konkurrenz

Dass er selbst, trotz seiner Tore, in der Nationalmannschaft nicht wie gewünscht zurecht kam, führt Kirsten unter anderem auf die mangelnde Akzeptanz durch den ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts zurück. Allerdings sei die Konkurrenz durch Rudi Völler, Jürgen Klinsmann und Oliver Bierhoff auch groß gewesen: "Mein Trost war immer, dass ich keine Spinner vor mir hatte."

Autor: tok

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