"Salto-Klose" will wieder angreifen

11. Juni 2003, 13:16 Uhr

Nach einer völlig verkorksten Saison will Miroslav Klose in der kommenden Spielzeit wieder angreifen. Seit seinen fünf Treffern bei der WM 2002 hat der Lauterer in knapp 1000 Minuten im DFB-Trikot nur einmal getroffen.

Miroslav Klose hat im vergangenen Jahr wie kein anderer die Höhen und Tiefen des Fußball-Geschäfts kennengelernt. Nachdem der Lauterer bei der WM vor einem Jahr in Korea und Japan durch seine fünf Vorrunden-Treffer innerhalb weniger Tage zum Superstar geworden war, musste der Stürmer in der abgelaufenen Saison durch ein Tal der Tränen. Seine spektakuläre akrobatische Einlage, mit der der 25 Jahre alte Stürmer vom Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern wichtige Treffer feiert, blieb im Spieljahr 2002/03 eine Ausnahme.

Klose: "Habe viel gelernt"

"Es war eine sehr schwierige Saison für mich, aus der ich aber auch sehr viel gelernt habe. Die Journalisten haben mich nach der WM hochgejubelt. Ich habe aber immer gewusst und auch gesagt, dass es irgendwann mal wieder nicht so gut für mich laufen wird", resümierte Klose, der vor allem im Nationaldress nach der WM in Asien seiner Form hinterhergelaufen war, selbstkritisch und fügte an: "Es war schon bitter, denn es hätten ein paar Tore mehr sein können und müssen. In der Vorrunde habe ich schlechte Spiele gemacht, in der Rückrunde war es etwas besser. Aber die Hauptsache war, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben."

Vor dem Rückspiel gegen die Färöer stand gerade mal ein Saisontreffer für den FCK-Kapitän im DFB-Trikot zu Buche. Den hatte der frühere Bezirksliga-Kicker der SG Blaubach-Diedelkopf ausgerechnet im Hinspiel gegen die Färinger am 16. Oktober 2002 in Hannover beim 2:1 erzielt und damit eine Durststrecke von 628 Minuten beendet. Doch die Achterbahnfahrt für "Salto-Klose" setzte sich auch nach diesem Match fort. Vor dem Anpfiff in Torshavn war der Lauterer ebenfalls schon wieder fünf Spiele und insgesamt 367 Minuten ohne Torerfolg für den Vize-Weltmeister.

Rudi Völler traf die Entwicklung seines immer noch besten Torschützen (14 Treffer in 28 Länderspielen) vor dem Rückspiel gegen die Färöer nicht unerwartet: "Es war klar, dass es nach seiner überragenden WM kein einfaches Jahr für ihn wird. Aber solche Phasen habe ich in meiner Karriere auch schon durchgemacht. Er darf sich nicht verrückt machen lassen und muss weiter konsequent seinen Weg gehen", meinte der DFB-Teamchef.

Aber auch dem früheren Weltklassestürmer ist nicht entgangen, dass Klose trotz aller Bemühungen noch nicht aus seinem Loch herausgefunden hat. "Fredi Bobic hat derzeit einen Lauf, bei Miro ist das derzeit leider nicht der Fall, obwohl er im Pokalfinale noch in guter Form war." Aber nur eine Woche später war der Lauterer, der im Pokalendspiel gegen die Bayern den Ehrentreffer der Pfälzer zum 1:3 erzielt hatte, beim 1:1 gegen Schottland ein Totalausfall.

Klose hofft auf Völlers Vertrauen

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hatte Klose anschließend namentlich getadelt, wofür der Betroffene durchaus Verständnis zeigte: "Gegen die Schotten hat bei mir gar nichts geklappt, obwohl ich mich vor dem Spiel gut gefühlt hatte. Ich kann nicht erklären, warum ich so schlecht war. Ich hoffe, dass mir der Trainer weiter das Vertrauen schenkt."

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