Giancarlo Fiore ist in der Welt noch nicht viel herum gekommen. Der Italiener, dessen Name die Weitläufigkeit des Appenins andeutet, hat es bisher lediglich von einem Provinznest bis zum nächsten geschafft.

MÜNSTER - Fiore von Mailand bis Madeira

hb
14. Januar 2005, 14:39 Uhr

Giancarlo Fiore ist in der Welt noch nicht viel herum gekommen. Der Italiener, dessen Name die Weitläufigkeit des Appenins andeutet, hat es bisher lediglich von einem Provinznest bis zum nächsten geschafft.

Giancarlo Fiore ist in der Welt noch nicht viel herum gekommen. Der Italiener, dessen Name die Weitläufigkeit des Appenins andeutet, hat es bisher lediglich von einem Provinznest bis zum nächsten geschafft. Das eine heißt Menden im Sauerland, wo Fiore aufwuchs und beim BSV Lendringsen das Fußball-Spiel erlernte. Inzwischen ist der 24-jährige Stürmer im erzkatholischen Münster angekommen, das auch nicht gerade den Duft der großen, weiten Welt atmet.

Dabei träumt der ehemalige Uerdinger vom großen Internazionale Mailand, wenn er mit den Preußen in der Regionalliga kickt. „Ich will nur hoch, egal wohin“, sprudelte es Fiore, als er sich vergangenen Samstag beim Testspiel gegen den FC Schalke mit seinem Top-Star Ailton für eine Stunde auf einer Höhe mit den Bundesliga-Profis bewegte.

Da, wo die „Eurofighter“ von 1997 schon einmal waren, nämlich im heiligen San Siro und das auch noch erfolgreich, wird Fiore in seinem Leben vermutlich nur als Zuschauer mitfiebern dürfen.

Einen Ausflug weg von den bisherigen langweiligen Stationen SF Oestrich, SG Wattenscheid und eben KFC Uerdingen hat der 97malige Regionalliga-Kicker (neun Tore) aber bereits hinter sich. Im Sommer 2003 verschlug es in auf die portugiesische Insel Madeira. Weit raus im Atlantik, wo etwas betuchtere Touristen gerne urlauben, suchte Fiore beim Zweitligisten SAD Uniao sein Glück. Sein Berater Thomas Kroth hatte ihn nach Madeira verschachert, doch das Abenteuer war nach einem halben Jahr vorbei. „Der Verein hat den Trainer entlassen und dabei gleich ein paar Spieler raus geschmissen. Ich gehörte dazu“, erinnert sich der Namensvetter des beim FC Valencia kickenden Landsmanns Stefano Fiore.

Seit dem 1. Juli 2003 bei den Preußen, muss Fiore im Team von Trainer Hans-Werner Moors erst einmal seinen Stammplatz behaupten. Vorne ist das Brecher-Duo Tino Milde und Preußen-Legende Carsten Gockel vorerst gesetzt, für den Flügelflitzer eigentlich die perfekten Partner. „In der Rückrunde ist für uns sicher mehr drin, auch persönlich für mich“, weiß Fiore, der in der laufenden Serie auf 13 Einsätze verweisen kann.

Doch nicht nur seine Zukunft in Münster, wo er allerdings noch einen Vertrag bis 2007 besitzt, macht dem meist gut gelaunten Strahlemann Sorgen. Die aktuelle Entwicklung bei seinem Ex-Club KFC hält Fiore in Atem: „Das Thema Insolvenz war schon einmal da. Deswegen ist es keine Super-Überraschung, wenn jetzt in Uerdingen wieder solche Probleme auftauchen. Ich hoffe, der Verein kann sich noch einmal retten“, blickt Fiore immer mit einem Auge nach Krefeld.

Autor: hb

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