Das Knistern ist schon Tage vorher zu spüren. Für vorerst einen Nachmittag erhält der große Fußball Einzug in den Flinger Broich. Wenn die Fortuna am Samstag, 15 Uhr, in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den VfL Bochum antritt, wird den Gästen aus dem Ruhrpott mit Sicherheit ein teuflisch lauter Empfang bereitet.

Düsseldorf: Morales erinnert seine Jungs an Arbeits-Pflichten

cb
20. August 2004, 11:19 Uhr

Das Knistern ist schon Tage vorher zu spüren. Für vorerst einen Nachmittag erhält der große Fußball Einzug in den Flinger Broich. Wenn die Fortuna am Samstag, 15 Uhr, in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den VfL Bochum antritt, wird den Gästen aus dem Ruhrpott mit Sicherheit ein teuflisch lauter Empfang bereitet.

Das Knistern ist schon Tage vorher zu spüren. Für vorerst einen Nachmittag erhält der große Fußball Einzug in den Flinger Broich. Wenn die Fortuna am Samstag, 15 Uhr, in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den VfL Bochum antritt, wird den Gästen aus dem Ruhrpott mit Sicherheit ein teuflisch lauter Empfang bereitet. Nach der letzten Pleite der Kö-Städter gegen Uerdingen (0:1) ein willkommener Gegner, an dem man sich wieder aufrichten möchte. "Nur etwas schade, dass ich nicht meine beste Formation anbieten kann", erklärt Fortuna-Coach Massimo Morales im Vorfeld der 90 Minuten.
Konkret ausfallen wird Axel Bellinghausen, der nach seiner Knie-OP noch mindestend drei Wochen zusehen muss. Fragezeichen stehen hinter Marcel Ndjeng (Wadenprobleme), dem Argentinier Victor Hugo Lorenzon, der nach seiner Leisten-Verletzung wieder ins Training eingestiegen ist, und Nicolaj Hust. Morales: "Er musste aus privaten Gründen zurück nach Dänemark, kann daher wohl nicht spielen. Ich musste ihm ein paar Tage frei geben."
Generell geht es dem Trainer in erster Linie um die Leistung seiner Truppe, weniger um das nackte Ergebnis. "Ich erwarte eine Reaktion meiner Elf nach dem Match gegen Uerdingen und ich bin sicher, es wird eine kommen." Morales fährt dafür wieder die härtere Linie. "Die sensible Zeit ist bei mir vorbei, intern werden klare Worte gesprochen. Jeder muss begreifen, dass er Verantwortung auf dem Platz übernehmen muss."
Die nur vier Punkte aus den ersten vier Ligapartien sind in Düsseldorf zwar verdaubar, aber das Wie gegen Uerdingen ruft einen Appell von Morales auf den Plan. "Wir müssen wieder als Mannschaft auftreten. Ich brauche keine Spieler, die hier nur zum stempeln kommen. Ich bringe jeden Tag die nötige Leidenschaft mit, das erwarte ich auch von meiner Elf. Wenn es nötig ist, werde ich hier eine Operation durchführen." Übersetzt: Wer den Arbeitsanspruch des Coaches nicht erfüllt, sieht sich ganz schnell schweren Zeiten in Düsseldorf entgegen. Der Italiener möchte wieder die ihm so wichtigen Tugenden wie Einsatz und Disziplin erkennen.
Gegen den VfL wird er wohl kaum viele Worte benötigen, um seine Jungs auf Betriebstemperatur zu bringen. "Ein wirklich mehr als guter Gegner", spart Morales nicht mit Lob für die Truppe von Peter Neururer, "da haben wir eigentlich keine Chance, aber wir wissen auch, wie der Pokal funktioniert. Ich habe das bereits mit Bayern München erlebt, als wir in Vestenbergsgreuth verloren haben." Gegen eine Wiederholung hätten die Düsseldorfer sicherlich nichts einzuwenden. Bestens informiert sind die Regionalliga-Akteure auf jeden Fall über den Uefa-Pokalteilnehmer. Morales: "Ich war in Berlin (2:2) und habe auch die Partie gegen Leverkusen (2:2) gesehen. Die Bochumer sind eine meiner Lieblings-Mannschaften. Klasse, wie die auftreten." Allerdings mag der Trainer den VfL auch noch aus einem anderen Grund. "Ich kenne einige der Spieler. Mit Philipp Bönig habe ich zu Bayern-Zeiten in der B-Jugend zusammen gearbeitet. Raymond Kalla kenne ich von den Kamerun gegen Ghana-Begegnungen. Insgesamt bin ich in meiner Karriere den meisten Spielern schon begegnet. Ich bin also gut unterrichtet."
Dann kann das Unternehmen Pokalsensation losgehen, auch Dirk Böcker erklärte kurz nach der Pleite gegen Uerdingen. "Die Bochumer kommen jetzt gerade recht. Da können wir uns mit einer guten Leistung und einem vernünftigen Ergebnis wieder Selbstvertrauen holen." Auf jeden Fall können sich die Gastgeber auf ihr Publikum verlassen, auch wenn gegen Uerdingen zum Derby nur 5800 Anhänger ins Stadion pilgerten. Morales: "Wir haben unser Stamm-Publikum, das uns fantastisch unterstützt. Den Rest können wir nur durch gute Leistungen bedienen. Das dauert bekanntlich immer etwas."

Autor: cb

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