Aufsteiger, Tabellenletzter, noch kein Tor erzielt! So wird der VfR Neumünster aktuell beschrieben. Ergo: Ein idealer Aufbaugegner für das etwas angeschossene Essener Team - könnte man meinen.

RWE: Dreier, um die "Bremse im Kopf" zu lösen

og
15. August 2003, 13:38 Uhr

Aufsteiger, Tabellenletzter, noch kein Tor erzielt! So wird der VfR Neumünster aktuell beschrieben. Ergo: Ein idealer Aufbaugegner für das etwas angeschossene Essener Team - könnte man meinen.

Aufsteiger, Tabellenletzter, noch kein Tor erzielt! So wird der VfR Neumünster aktuell beschrieben. Ergo: Ein idealer Aufbaugegner für das etwas angeschossene Essener Team - könnte man meinen. "Das waren doch nur zwei Spiele", lässt Frank Kontny, RWEs Sportlicher Leiter, sich nicht auf diese Art Spielchen ein, "das ist doch alles noch nicht richtungsweisend, so was sollte man nicht überbewerten."
RWE ist vorbereitet - Pleß, lange Zeit im Norden Deutschlands tätig, betont: "Ich habe unheimlich viele Informationen über den VfR, kenne die meisten Spieler ganz genau." Dann darf ja nichts mehr schief gehen. Pleß warnt: "RWE fährt zum Aufsteiger, für den VfR gibt es doch kein einfacheres Match, um sich gut einzustellen."
Der 45-Jährige will keine Unkerei akzeptieren. "Wir wissen nur zu genau, dass wir einen Heimsieg verschenkt haben, das wollen wir uns wieder holen." Kontny stärkt der Truppe bewusst den Rücken. "Einige Jungs brauchen noch ein paar Begegnungen, wichtig ist, allen das Vertrauen zu geben." Seine Forderung: "Alle müssen einfach gut weiter arbeiten, sich aus dem Tal der Tränen holen."
Fakt ist: Neumünster ist keine Bundesliga-Amateurtruppe. "Wir haben uns schwer getan, das sind alles gute Teams, aber dahinter wollen wir uns nicht verstecken", bekennt auch Nico Schäfer, RWEs Geschäftsführer.
Pleß schwenkt ein: "Die Jungs wissen doch, was sie können. Klar ist doch wohl hoffentlich jedem, ich kann jetzt nicht wieder alles durcheinander würfeln und alle verrückt machen." Was Pleß aber kompromisslos fordert: "Der innere Schweinehund muss einfach überwunden werden."
Ergo: Alles auch eine psychologische Sache. "Natürlich", nickt Pleß, "der Kopf spielt die Hauptrolle. Es ist einfach wichtig, sich endlich das notwendige Erfolgserlebnis zu holen. Aber das können die Jungs nur selbst tun." Pleß legt sich fest: "Wenn das Spiel angepfiffen wird, können sich die Jungs das nur selbst holen. Von uns kann ihnen keiner helfen, nicht ich, nicht Nico Schäfer, nicht Präsident Rolf Hempelmann."
Das Pleß-Fazit: "Wir wollten vier Zähler holen, zwei haben wir nur. Das wollen wir ändern. Jeder muss verstehen, die Null ist hinten wichtig. Wenn wir 1:0 führen, müssen wir auch endlich einmal den zweiten Treffer erzielen, es reicht nicht, so eine Führung über die Zeit bringen zu wollen." Klar, "Klingelei" im eigenen Kasten wird provoziert. Pleß kopfschüttelnd: "Meistens kommt dann irgend so ein Standard." Wie gegen Bremen, eine Ecke wurde im RWE-Tor verstaut. Pleß wischt es vom Tisch: "Der Sieg am Samstag ist das ´A` und ´O`, so ein Dreier würde alle befreien, die Bremse im Kopf wäre gelöst."

Autor: og

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