Die Ausgangslage ist nahezu aussichtslos, doch der Glaube an ein Fußball-Wunder ist beim Zweitligisten 1. FC Köln ungebrochen.

Daum beschäftigt sich nur mit dem `Ziel Aufstieg´

18. Januar 2007, 11:52 Uhr

Die Ausgangslage ist nahezu aussichtslos, doch der Glaube an ein Fußball-Wunder ist beim Zweitligisten 1. FC Köln ungebrochen.

Die Ausgangslage ist nahezu aussichtslos, doch der Glaube an ein Fußball-Wunder ist beim Zweitligisten 1. FC Köln ungebrochen. `Ich beschäftige mich im Moment nur mit dem Ziel Wiederaufstieg. In den ersten Spielen wollen wir die Grundlagen für eine außergewöhnliche Rückserie legen, um das unmöglich scheinende doch noch zu schaffen. Jetzt müssen nur noch Siege, Siege, Siege her´, sagte Trainer Christoph Daum vor dem Rückrunden-Auftakt gegen den FC Augsburg am Sonntag (14.00 Uhr/live bei arena). Der FC benötigt eine Aufholjagd, die das Bundesliga-Unterhaus noch nie gesehen hat. Zwölf Punkte beträgt für den aktuellen Liga-Zehnten der Rückstand zum dritten Aufstiegsrang.

Ein Handicap, das seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel noch kein Klub gemeistert hat. Eintracht Frankfurt schaffte immerhin in der Saison 2004/05 das Kunststück, in der Rückrunde noch acht Punkte wettzumachen. Doch FC-Präsident Wolfgang Overath hält dagegen. `Die ersten sechs Spiele sind entscheidende Spiele´, meinte der Weltmeister von 1974 in der Bild-Zeitung und ist optimistisch: `Daum hat den Spielern die Angst genommen und Selbstvertrauen gegeben. Er wird jetzt Stabilität ins Team bringen und die Liga angreifen. Daums Handschrift wird diese Aufholjagd prägen - davon bin ich überzeugt.´ Damit die `Mission impossible´ doch noch ihr glückliches Ende findet, durfte Daum auf Einkaufstour gehen.

Innenverteidiger Fabio Luciano (Rentistas Montevideo), Linksverteidiger Marius Johnsen (Start Kristiansand), Mittelfeldspieler Andre Ceara (Iraty Sportsclub) und Stürmer Tiago (Atletico Mineiro) wurden verpflichtet. Interesse besteht zudem noch an den beiden Türken Ümit Özat (Fenerbahce Istanbul) und Serhat Akin (RSC Anderlecht). Der ohnehin schon für die zweite Liga rekordverdächtige Etat von 34 Millionen Euro wurde für die Nachkäufe sogar nochmals um sieben Millionen Euro erhöht. Alle Spieler seien so Manager Michael Meier `als Sofort-Verstärkungen´ vorgesehen. Im Fall Fabio ist den Kölnern wohl in der Tat ein Volltreffer gelungen. Breits bei seinem ersten Einsatz im Testspiel gegen den Champions-League-Teilnehmer PSV Eindhoven ließ der Brasilianer (Daum: `Eine große Spielerpersönlichkeit´) beim 2:0 mit zwei Treffern seine Klasse aufblitzen.

Neben den vier Winter-Transfers erhält der FC in der Rückrunde quasi zwei weitere Neuzugänge aus den eigenen Reihen. Nationalspieler Lukas Sinkiewicz ist nach seinem Kreuzbandriss wieder fit und wurde im elftägigen Trainingslager in La Manga zum defensiven Mittelfeldspieler umfunktioniert. Und auch Torjäger Patrick Helmes (sieben Treffer in den ersten fünf Spielen) steht nach überstandenem Mittelfußbruch bald wieder zur Verfügung. Das Trainingslager unter der spanischen Sonne bezeichnete Daum als `vollen Erfolg´. Die Leistungsstärke des gesamten Kaders sei erhöht worden und auch das neue 4-2-3-1-System habe die Mannschaft laut Co-Trainer Roland Koch `schon sehr gut umgesetzt´.

Der Griff in die psychologische Trick-Kiste durfte bei Daum natürlich auch nicht fehlen. So durften die FC-Spieler den Freddy-Quinn-Hit `100 Mann und ein Befehl´ im neuen Refrain `30 Mann und nur ein Ziel...´ singen. Die Zahl von 30 bzw. 31 Mann, die das derzeitige FC-Team bilden, soll aber in Kürze noch reduziert werden. `Es wird offene Gespräche geben. Wir werden jedem Spieler ehrlich sagen, wo er steht. Am Ende wollen wir eine Gruppe von 24 Spielern haben´, kündigte Daum einen Schnitt an.

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