MSV: Profi-Derby-Premiere für "Bodze"

tt
14. Dezember 2006, 19:47 Uhr

Was die Beschaffung der Weihnachts-Geschenke angeht, lässt sich Adam Bodzek noch Zeit.

Was die Beschaffung der Weihnachts-Geschenke angeht, lässt sich Adam Bodzek noch Zeit. "Ich hole sie am 23. Dezember", sagt der Duisburger Youngster, "ganz so viel muss ohnehin nicht besorgt werden, es gibt Präsente für meine Eltern und meine Schwester." Geduldig ist "Bodze" auch bei seinem Job als Fußballer.
So ganz in die Stamm-Elf hat er es beim MSV noch nicht geschafft, zwischendurch wird er aber immer wieder berücksichtigt und auch mit guten Kritiken bedacht. Trainer Rudi Bommer schätzt seine Allzweckwaffe, die am Sonntag in Essen wieder dabei sein dürfte. Mihai Tararache, bei den Zebras mittlerweile sozusagen "Standard", brummt wieder ein Mal eine Strafe ab. Diesmal keine Rot-Sperre, wie nach dem 3:3 in Karlsruhe oder dem 1:1 in Burghausen, sondern eine Gelb-Rote-Karte. "Dadurch wird ein Platz im Team frei", stellt Bodzek fest. Die Stellen-Beschreibung als defensiver Abfangjäger mit Spieleröffnungs-Elementen passt zu ihm, auch wenn er 21 Jahren noch zu den ganz jungen Hüpfern zählt.

Der Recklinghäuser: "Ich traue mir mittlerweile schon viel mehr zu, man bekommt mit jedem Einsatz mehr Sicherheit und wird abgeklärter. Wenn ein Pass misslingt, gibt es keine Kritik von den Nebenleuten, sondern Hilfestellung. Da ist jeder sofort bereit, einen Fehler auszubügeln. So muss es sein."

Zwischenzeitlich nur mit der Bank-Rolle Vorlieb nehmen zu müssen, fällt auch einem Newcomer schwer. "Es ist nicht so leicht, draußen zu sein. Jeder Fußballer möchte einfach auflaufen, das ist ganz normal. Aber ich bin überhaupt nicht der Typ, der irgendetwas über die Zeitung einfordert, sondern versuche durch Leistung zu überzeugen." Der Aspekt, eigentlich immer in der ganz engen Wahl zu sein, gibt "Bodze" ein gutes Gefühl: "Es ist schon schön, wenn man einer der Ersten ist, die für einen Einsatz in Frage kommen. Ich lasse mich nicht verrückt machen, versuche mein Spiel durchzuziehen und immer das Beste zu geben." So wird er es auch am Sonntag an der hitzigen Hafenstraße händeln. Bodzek: "In der Bundesliga war ich bei den Lokal-Duellen gegen Dortmund und Schalke zwar im Stadion, habe die tolle Atmosphäre erlebt, doch unten auf dem Rasen stand ich nicht, um aktiv einzugreifen. Das ist immer noch etwas Anderes, wenn man selbst im Spiel-Geschehen drin ist. Ich freue mich schon auf das Derby gegen RWE, da kommen über 20.000 Zuschauer, es sind Emotionen drin."

Und für beide geht es um viel. "Essen muss Punkte für die Rettung sammeln, könnte sogar auf einem Nicht-Abstiegsplatz überwintern. Wir wollen die 30er-Zähler-Marke überspringen. Das gelingt uns im Sieges-Fall", rechnet der Youngster korrekt hoch. Für ihn persönlich besitzt die Tabelle über Weihnachten großen Stellenwert. Bodzek: "Wenn man auf das Tableau schaut und auf einem Aufstiegsplatz steht, ist das auf jeden Fall ein besseres Gefühl und schon Motivation für das neue Jahr." Ein Selbstläufer wird der Revier-Kracher in Essen keineswegs. Der Ex-Erkenschwicker: "Wir nehmen die Aufgabe bei Rot-Weiss sehr, sehr ernst. Das Publikum wird Essen nach vorne peitschen, wir müssen die Ruhe bewahren und die Chancen clever rausspielen, dann zuschlagen." Und den Gegenbeweis antreten, dass Duisburg gegen Teams von "unten" nicht gewinnen kann. Bisher tauchen Braunschweig (1:1), Offenbach (0:0), Freiburg (1:1), Burghausen (1:1) negativ in der Statistik auf.

Autor: tt

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