RWE: Transferduftmarke Grammozis im Interview

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24. Juli 2006, 09:56 Uhr

Transfer-Duftmarke! So kann man Dimitrios Grammozis (143 Bundesligaspiele, 57 Zweitligamatches) bezeichnen, der von RWE am Freitag bis 2008 unter Vertrag genommen wurde - ohne Option.

Transfer-Duftmarke! So kann man Dimitrios Grammozis (143 Bundesligaspiele, 57 Zweitligamatches) bezeichnen, der von RWE am Freitag bis 2008 unter Vertrag genommen wurde - ohne Option. Zuletzt lief der Grieche für Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln auf. "Ganz schön bitter für mich, ich bin vorab noch nie abgestiegen." Außerdem hat er die Stationen Hamburger SV, 1.FC Kaiserlautern, KFC Uerdingen in seiner Vita stehen. "Alles echte Traditionsclubs, jetzt mit RWE erneut", freut sich Grammozis. Sein Heimatclub ist die SSVg Velbert, wo auch seine Eltern - Vater Athanasios und Mutter Athina - noch leben. Grammozis und seine frisch angetraute Gattin Irini wohnen jetzt im gleichen Haus. "Bei der SSVg werde ich auch meine Karriere beenden", kündigt der 28-Jährige an. Erst gab es Unklarheit über die Laufzeit des Kölner Vertrages, dann erhielt RWE den Hinweis, die 2007-Gültigkeit würde sich nur auf Liga eins beziehen. "Ablöse hätten wir nicht zahlen können", grübelt Olaf Janßen, Sportlicher Leiter.

Seine Ankündigung: "Der Kader ist jetzt dicht." Handlungsbedarf besteht nur dann, wenn das Verletzungspech schlimm wüten würde oder wenn vielleicht Signale vom aktuellen Personal kommen, sich partiell verändern zu wollen. Alles nur ein Szenario. Fitness-Coach Stefan Mücke verdrückte sich mit dem gebürtigen Wuppertaler Grammozis am Freitag erst einmal zu einer vierzigminütigen Einheit in den Wald. RS unterhielt sich zwischen zwei Trainingseinheiten mit dem Mittelfeldabräumer, der aber mehr Qualitäten hat, als nur zu zerstören.

Dimitrios Grammozis, das ging schnell, oder?

Ja, es war eine kurzfristige Angelegenheit. Ich hatte auch Angebote aus der ersten griechischen Liga aus Saloniki und Larissa.

Erstaunlich, wenn man Ihren Namen hört...

...meinen viele, ich sei schon deutlich über 30. Komisch, das höre ich sehr oft, ich habe halt früh losgelegt, bis seit über zehn Jahren Profi. In Uerdingen habe ich angefangen, mein zweites Match war ausgerechnet auch an der Essener Hafenstraße.

Und?

Super Atmosphäre, das wird prima. Mit Kaiserslautern vergleichbar, wo wir unser erstes Saisonspiel absolvieren.

Sie sind sofort im Thema.

Das ist stark, die wissen auch nicht, wo sie stehen, ich kenne dort noch viele Leute, für uns ist das doch ein prima Auftakt, auch, dass danach Freiburg kommt. Wir müssen alles daran setzen, gar nicht erst unten rein zu rutschen. Die Liga ist richtig stark. Wichtig ist, auf dem Betzenberg die Ruhe zu bewahren. Wenn jemand wissen will, wie es dort zugeht, ich bin gerne bereit, alles zu erzählen, Tipps zu geben.

Sie teilen ein Zimmer mit Pascal Bieler. Wie ist Ihr erster Eindruck von Ihrer neuen Auswahl?

Sehr gut, die Jungs kommen auf einen zu, fragen, ob alles klar ist. Man merkt deutlich, es wird auf die Einstellung geachtet. Alle sind richtig heiß auf die nächsten Trainingseinheiten.

Die letzte Saison in Köln war nicht unbedingt rosig, oder?

Bestimmt nicht, das war bisher das schlimmste Jahr in meiner Karriere. So richtig Rückendeckung hatte ich nicht.

Übringens, Glückwunsch, Sie haben kürzlich Ihre Freundin Irini geheiratet.

Danke, wir sind 18 Monate zusammen, die Hochzeit war in der Heimatstadt meiner Eltern, Ioanina, an der Westküste, gegenüber von Italien. Es war ein mehrtägiges Fest, stressig, aber richtig schön. Es waren über 600 Leute dabei, die aus ganz Europa kamen, dabei waren das nur die engsten Freunde und Verwandten. Wir hätten ein Stadion mieten können. Super, alles ganz traditionell.

Und, Nachwuchs?

Noch nicht, aber ich arbeite daran, so ein Trainingslager kommt natürlich dazwischen. Die Hochzeitsreise werden wir im Winter richtig nachholen. Meine Frau hat Abstand zum Fußball, sie ist zwar durchaus dabei, sagt aber zuhause, jetzt reden wir aber einmal über etwas anderes, so ist das auch gut.

Sie haben nie die griechische Staatsbürgerschaft niedergelegt, warum?

Das Land ist Teil der EU, man hat Vorteile. Wenn es nicht so wäre, hätte ich vielleicht nachgedacht. Aber ich fühle mich als Grieche, vom Blut und vom Herzen her. Meine Eltern haben mit uns zuhause immer nur Griechisch gesprochen. Ich habe alles über unsere Traditionen erfahren, will das auch so weiter geben. Das ist mir sehr wichtig.

Autor: og

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