Kaum hat die Vorbereitung auf die neue Saison begonnen, kämpft Fußball-Zweitligist 1860 München schon wieder mit einem Ärgernis nach dem anderen.

1860 kämpft mit einem Ärgernis nach dem anderen

04. Juli 2006, 11:24 Uhr

Kaum hat die Vorbereitung auf die neue Saison begonnen, kämpft Fußball-Zweitligist 1860 München schon wieder mit einem Ärgernis nach dem anderen.

Kaum hat die Vorbereitung auf die neue Saison begonnen, kämpft Fußball-Zweitligist 1860 München schon wieder mit einem Ärgernis nach dem anderen. Die unterschiedliche Auslegung der Rechtslage um den Trikotsponsor betandwin, gleich mehrere Klagen und Forderungen mit einer Gesamtsumme im siebenstelligen Euro-Bereich, zudem der zumindest vorübergehende Ausschluss von Matthias Lehmann aus dem Mannschaftstraining - die Vorbereitung der `Löwen´ auf die am 11. August beginnende Zweitliga-Saison verläuft keineswegs störungsfrei.

Ohne den ehemaligen Mannschaftskapitän Lehmann waren die Sechziger am Sonntag ins Trainingslager nach Österreich gefahren. Diese Maßnahme sei `aus disziplinarischen Gründen´ erfolgt, erklärte Sportdirektor Stefan Reuter, nachdem er Lehmann aus dem abfahrbereiten Mannschaftsbus gebeten hatte und ihn nach einem kurzen Gespräch zum Einzeltraining an der Grünwalder Straße verdonnerte. Eine endgültige Trennung vom 23 Jahre alten Mittelfeldspieler ist nicht ausgeschlossen. Der Grund für die Disziplinarmaßnahme gegen Lehmann, zuletzt noch als Kapitän der U21-Nationalmannschaft bei der EM im Einsatz, soll eine Pulsuhr sein, die er nicht wie verabredet an Trainer Walter Schachner zurückgegeben hatte. `Es sind zwei, drei Dinge vorgefallen, die ich nicht tolerieren konnte. Zum einen hat er noch nicht die Verfassung, um mit der Mannschaft zu trainieren, zum anderen gibt es Regeln, an die sich jeder halten muss´, sagte Reuter.

Schachner hatte den Spielern die Uhren mit in den Sommerurlaub gegeben, um nun zu überprüfen, inwieweit sich die Profis fitgehalten haben. Der andauernde Zwist zwischen dem Trainer und dem offenbar wechselwilligen Lehmann (Bundesligist Bayer Leverkusen gilt als Interessent), die sich bereits in der Vorsaison überworfen hatten, ist nur eines der vielen Ärgernisse. Finanzchef Stefan Ziffzer schlägt sich derweil mit gleich mehreren Klagen und Forderungen herum. Nach seinem im März entlassenen Vorgänger Jochen Seibert verklagte nun auch die Schweizer Aktiengesellschaft Noelani den finanziell ohnehin angeschlagenen Traditionsverein auf eine sechsstellige Euro-Summe. Seibert pocht auf eine Vereinbarung mit dem ehemaligen Präsdenten Karl Auer über eine Abfindung von knapp 100.000 Euro, an die sich der Verein nach Auers Rücktritt nicht mehr gebunden fühlt.

Schwerer wiegt die Klage der Schweizer, die beim Münchner Landgericht die Gesamtsumme von fast 650.000 Euro geltend machen wollen. Das Unternehmen verweist auf ausstehende Zahlungen für die `Persönlichkeits- und Werberechte´ an Stürmer Paul Agostino. Der Australier, der einen entsprechenden Vertrag gemeinsam mit seinem Vater 1992 unterzeichnet haben soll, bestreitet die Vereinbarung. Nach wie vor stehen zudem Forderungen in Höhe von 700.000 Euro von Guoan Peking für den Chinesen Shao im Raum, der vor einem Wechsel zu Bundesliga-Aufsteiger Energie Cottbus steht. Die `Löwen´ werden wieder einmal von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Die `Löwen´ hatten im April dank der Unterstützung von Lokalrivale und Geschäftspartner Bayern München die drohende Insolvenz abgewendet. Die Sechziger traten ihre Anteile an der Allianz Arena GmbH, an der beide Klubs zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind, für 11 Millionen Euro an den deutschen Rekordmeister ab.

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