MSV: Sechs Clubs mit Interesse am Exportschlager

tt
19. Mai 2006, 10:08 Uhr

Mit der Statistik von zwölf Einsätzen, zwei Toren und einer Vorlage beendete Jung-Hwan Ahn die Rückrunde im Trikot des MSV Duisburg.

Mit der Statistik von zwölf Einsätzen, zwei Toren und einer Vorlage beendete Jung-Hwan Ahn die Rückrunde im Trikot des MSV Duisburg. Während die Zebras noch einige Testspiele abspulen, befindet sich der südkoreanische Exportschlager in seiner Heimat, lässt dort eine Verletzung behandeln und bereitet sich dann mit der National-Elf auf das WM-Happening in Deutschland vor. Die Frage ist: Für welchen Verein läuft der 30-Jährige ab der kommenden Spielzeit auf?
Theoretisch könnte das für Duisburg sogar gegen Burghausen und Unterhaching der Fall sein. Tom Sanders, der international erfahrene Berater des Angreifers: "Jung-Hwan hat noch Vertrag beim MSV. Nach dem Abstieg gibt es eine limitierte Ablösesumme. Für einen entsprechenden Betrag kann er aus seinem Kontrakt raus." Dem Vernehmen nach liegt diese Summe bei 750.000 Euro - das wäre in etwa die Hürde, die der MSV an Transfer-Überschuss überspringen muss.
An Interessenten mangelt es - trotz teilweise demotivierender Positions-Schiebereien - nicht. Sanders: "Eine Anfrage aus der spanischen Profi-Liga gab es schon im Januar, aber seinerzeit hatte der Verein einen ausländischen Spieler zu viel im Kader, konnte nicht handeln. Das Interesse ist immer noch da. Wir haben insgesamt sechs Vereine, die um Ahn werben." Darunter auch die Schotten Hearts of Midlothian und Glasgow Rangers. Premier League-Überraschungs-Team Tottenham Hotspur - trainiert von Sanders' holländischem Landsmann Martin Jol - nahm die Witterung auf, entschied sich aber für Dimitar Berbatov von Bayer 04 Leverkusen.
Obwohl sich die Durchbruch-Tendenz des flinken Tricksers in Grenzen hielt und er erst zum Schluss explosive Ansätze abrufen konnte, sieht Sanders das Europa-Engagement des "Beckhams aus Südkorea" keineswegs als gescheitert. "Auch, wenn es sich komisch anhört: Ahn hat sich eigentlich überall durchgesetzt. In Perugia hat er Tore gemacht, musste dann wegen seines WM-Treffers gegen Italien dort gehen, wechselte nach Yokohama, ging dann nach Metz und zum MSV. Allerdings ist er als Stürmer verpflichtet worden, eingesetzt wurde Jung-Hwan aber anfangs links defensiv. Das ist nicht seine Position." Der ehemalige Essener ergänzt: "Er kann vorne drin spielen oder als Nummer zehn die Fäden ziehen - da kommt Jung-Hwan am besten zur Geltung." Bei welchem Club das demnächst der Fall ist, entscheidet sich womöglich noch vor der WM. Sanders: "Es kann sein, dass wir in zwei Wochen schon Klarheit haben." Was den MSV nur freuen kann...

Autor: tt

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