RWO: "Würde ganze Stadt verrückt machen"

cb
29. April 2005, 10:10 Uhr

Man kann nur immer wieder mit dem Kopf schütteln. Und das aus zwei Gründen. Nummer eins: In Karlsruhe, Essen und gegen 1860 München verballerten die Oberhausener erstklassige Möglichkeiten in zweistelliger Höhe.

Man kann nur immer wieder mit dem Kopf schütteln. Und das aus zwei Gründen. Nummer eins: In Karlsruhe, Essen und gegen 1860 München verballerten die Oberhausener erstklassige Möglichkeiten in zweistelliger Höhe. Gegen die Löwen gingen Salif Keita (2) und Nico Frommer besonders fahrlässig mit besten Gelegenheiten um. Nummer zwei: Wenn man sieht, wie die "Kleeblätter" in den letzten Wochen arbeiten, muss man den Hut ziehen. Der körperlich absolut fitte Zustand erlaubt 90 Minuten Power, zuletzt gegen München demonstriert. Aber warum haben die Jungs das Laufen und das Miteinander nicht schon früher für sich entdeckt? Diese Frage werden sich sicherlich die meisten der RWO-Anhänger stellen.
Jetzt sind es nur noch vier Partien, in denen die Truppe um Coach Eugen Hach die Rettung schaffen kann, ohne Hilfe der Konkurrenz geht gar nichts, selber muss man wohl alle vier Begegnungen gewinnen. Vor dem Spiel in Fürth (Freitag, 19 Uhr) sprach RS mit Hach.

Eugen Hach, im Training ging es wieder ordentlich zur Sache, oder?

Es ist wirklich viel Engagement da, jeder will den Beitrag leisten, damit wir die Kurve kriegen. Wir sind alle überzeugt, dass es so sein wird.

Wie haben Sie die Partie gegen München verkraftet, als abermals dicke Chancen versiebt wurden?

Wir haben nicht lange gemeckert, für mich war am Montag alles erledigt. Das Positive hat jeder gesehen, es sind noch vier Spiele. Diese Elf braucht unbedingt jetzt einen Dreier. Wir hätten am liebsten schon am nächsten Tag wieder gespielt oder wären nach Fürth gefahren. Jetzt haben wir uns gut regeneriert. Nach einem freien Tag sind die Jungs wieder richtig heiß, so werden wir in Fürth antreten.

Wo RWO noch nicht verloren hat. Spielt Aberglaube auch für Sie eine Rolle?

Wenn es dem einen oder anderen hilft, noch eine Schüppe drauf zu legen, ist das in Ordnung. Ich halte davon wenig. Es geht nur darum, dass wir drei Punkte holen müssen.

Wobei die Chancenverwertung rapide gesteigert werden muss. Gegen Essen, Karlsruhe und München wurden reihenweise Hochkaräter versiebt.

Wir können noch weiter zurück gehen, auch gegen Saarbrücken war das schon so. Aber mir macht das keine Angst. Wichtiger ist mir, es versteckt sich keiner der Stürmer, jeder sucht das Tor. Ich weiß, wir werden unsere Treffer machen.

Vor Wochen hieß es, warum bringen einzelne Kicker keine Leistung. Jetzt die andere Frage. Wie kommt es, dass plötzlich Spieler wie Leandro Simioni, Chiquinho oder Hugo Costa den Einsatz zeigen, den man vorher nicht so kannte?

In den 14 Tagen ohne Spiel wurde vieles aufgearbeitet. Jetzt zeigt die Elf die Reaktion, ich bin überzeugt, noch nicht zu spät. Daher haben wir uns jetzt auch die nötigen Siege verdient, die wir auch holen werden. Dann bekommen wir den nötigen Schub.

Ist der Aufwand, den Sie gegen Essen und München betrieben haben, noch vier Mal zu wiederholen?

Auf jeden Fall. Wir haben vor fünf Wochen gesagt, wir machen eine Vorbereitung für die letzten neun Partien, unsere eigene kleine Saison. Da stehen wir noch am Anfang, wir haben Kraft und Power, können sogar noch zulegen.

Kann man dann davon ausgehen, dass in Fürth gleich drauf gegangen wird?

Ja, wir wollen siegen, wir treten auf, wie in einem Heimspiel. Hinten stehen wir wieder gut, vorne spielen wir einiges heraus.

Ein Wort zu Fürth, mit Roberto Hilbert und Thomas Kleine fallen zwei Leistungsträger aus.

Sie konnten lange mit einer Elf auflaufen. Jetzt nicht mehr, aber ob das eine Schwächung ist, ist mir egal. Und mir muss keiner was davon erzählen, die haben den Aufstieg zu den Akten gelegt. Wenn ich heute dort Trainer wäre und ich hätte vier Runden vor Schluss 47 Punkte, dann würde ich die ganze Stadt verrückt machen, um das Ziel zu erreichen. Wir werden nichts geschenkt bekommen, darauf sind wir vorbereitet.

Gibt es personelle Änderungen?

Ich überlege, dem einen oder anderen vielleicht eine Halbzeit zu schenken, mal nicht von Beginn an draufgehen zu müssen: Wir hatten zuletzt Einwechsler, die sich sehr gut gezeigt haben, so können wir vielleicht etwas verschieben.

Autor: cb

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