Erfurt fordert Aussetzung der Abstiegsregel

24. April 2005, 18:39 Uhr

Nachdem der Wett-und Manipulationsskandal in der 2. Bundesliga für viel Aufsehen sorgte, hat Zweitligist Rot-Weiß-Erfurt jetzt einen offiziellen Antrag für die Aussetzung der Abstiegsregel gestellt.

Aufgrund des Wett-und Manipulationsskandals hat sich Zweitligist Rot-Weiß-Erfurt für die Aussetzung der Abstiegsregel in der 2. Bundesliga ausgesprochen und einen offiziellen Antrag gestellt. Findet sich am Montag bei der Vollversammlung der 36 Profivereine in Köln eine einfache Mehrheit, würde die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) den Antrag beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am kommenden Donnerstag in Mainz stellen.

Rolf Rombach sieht Aussetzung der Abstiegsregel als einzige Möglichkeit

"Allein durch das Nachholspiel zwischen dem abstiegsgefährdeten Team von Ahlen und Burghausen hat eine Wettbewerbsverzerrung stattgefunden", sagte der Erfurter Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Rombach dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Außerdem ist nicht auszuschließen, dass im Strafprozess vielleicht erst im kommenden Jahr weitere Manipulationen aufgedeckt werden. Das würde eine Folge weiterer Prozesse zur Folge haben, die ganze Spielzeit müsste neu aufgerollt werden." Genau das könne der DFB nur dadurch vermeiden, dass es in der laufenden Saison keinen Absteiger gebe.

Antrag wurde bereits am 7. April eingereicht

Rechtsanwalt Rombach hatte den von seiner Kanzlei formulierten Antrag bereits am 7. April eingereicht und erhofft sich gute Erfolgschancen. Andere Zweitliga-Vereine wie Rot-Weiß Essen - wie Erfurt akut abstiegsgefährdet - hätten bereits ihre Zustimmung signalisiert. Rombach räumte ein, dass er natürlich das Interesse seines Vereins wahren und jede Chance nutzen wolle, den möglichen Absturz seines Vereins in die Regionalliga zu vermeiden.

Um die Neuansetzung der Partie zwischen LR Ahlen und Wacker Burhausen (1:0) vom 22. Oktober 2004 hatte es umfassende rechtliche Auseinandersetzungen gegeben. Ahlen erwägt zivilrechtliche Schritte, nachdem die Partie nach einer finalen Entscheidung des vom DFB unabhängigen "Ständigen Schiedsgerichts" am Mittwoch nachgeholt werden muss.

Die Partie war im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals von Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer manipuliert worden. Hoyzer hatte bei der am 9. Februar durchgeführten Vernehmung vor dem Sportgericht zugegeben, das Spiel zu Gunsten von Ahlen manipuliert zu haben. Daraufhin gab das Gericht dem Einspruch Burghausens statt, hob die Wertung der Begegnung auf und ordnete eine Neuansetzung an.

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