RWO: Hach will von seiner Truppe den Zuschauerklau sehen

cb
04. Februar 2005, 11:08 Uhr

"Für MSV und uns ein Heimspiel"

Hach will von seiner Truppe den Zuschauerklau sehen
"Für MSV und uns ein Heimspiel"
Oberhausen (RS).
Es ist wieder Derby-Zeit und alle Oberhausener hoffen auf eine etwas spannendere Geschichte als im Hinspiel, als der MSV im Niederrheinstadion beim 2:0 mehr als eine Klasse besser war.

Daher stapelt Abwehrchef Thomas Cichon bewusst tief: "Wir sind klarer Außenseiter und wurden zuhause fast vorgeführt. Auch die Tabelle spricht eine deutliche Sprache." Cichons Zusatz: "Wir können nur als echte Mannschaft bestehen." Die besonders die immer wieder benannte Konzentration in der Defensive an den Tag legen muss. Nach den drei Gegentreffern gegen Erfurt sprach Oberhausens Coach Eugen Hach die Problematik deutlich an. "Bei aller Freude über die vier Treffer müssen wir daran arbeiten, dass wir eine Partie nicht so leichtfertig aus der Hand geben."

Bezogen auf Duisburg wird man bei drei Einschlägen nichts holen können. "Richtig", nickt Hach, "so etwas müssen wir abstellen. Wenn wir eine überdurchschnittliche Mannschaft werden wollen, dürfen wir uns nicht so viele Aussetzer leisten." Vor allem bei der Heimmacht aus Duisburg. Bisher gab es nur einen Punktverlust gegen Frankfurt, noch kein Team konnte die Null halten. Daher wird die breite "Zebra-Brust" gesichert sein. Hach: "Man muss sehen, der MSV ist auch in der Lage, vier zu kassieren. Bei mir überwiegt die Freude auf die Partie, es ist doch schön, sich mit einer Truppe zu messen, die vor uns steht." Der ehemalige Aachener weiter: "Wir können jeden schlagen, also auch Duisburg.
Und wir wollen die Leute, die aus Oberhausen kommen, um den MSV zu sehen, wieder in unser Stadion bringen. Wir haben die große Chance auf dem Platz zu zeigen, was wir können. Wir müssen die Leute heiß machen, auch bei RWO wieder vorbeizuschauen. Die Erkenntnis muss sein, für guten Fußball muss ich nicht nach Duisburg."
Und für einen Sieg beim Rivalen greift Hach einfach in die Trickkiste, funktioniert die 90 Minuten zu einem Heimspiel um. "Die vier- oder fünftausend, die wir zuhause hätten, die fahren auch mit nach Duisburg. Und die würden auch ihre Anhänger mitbringen. Daher ist es für beide eine Heimpartie."
Wenn beide auch so auftreten, darf man sich auf 90 rassige Minuten freuen.

Hach: "Ich habe aktuell Spaß an meiner Truppe. Wir haben zuletzt zwei Schritte nach vorne gemacht, ohne uns blenden zu lassen." Im Hinspiel wurde immer wieder über Sonderbewachung für Dirk Lottner geredet, am Ende stand der damals angeschlagene Ex-Kölner nicht auf dem Platz. Für Freitag macht sich Hach über dieses Thema keine Gedanken. "Die haben mit Lottner, Ahanfouf, Kurth, Grlic so viele gute Leute, die kann ich gar nicht alle nennen. Aber auf der anderen Seite werden die sich auch über uns den Kopf zerbrechen."

Schließlich geht es in der Brisanz-Partie fast um mehr als nur um drei Zähler. "Es ist ein Lokalderby", reibt sich Hach die Hände, "fast wie Pokalcharakter. Aus so einem Match kann man viel mitnehmen." Stellt sich die Frage, mit welcher Elf der ehemalige Aachener die schmucke MSV-Arena stürmen will. "Wir haben das erste Mal die Möglichkeit, mit der Elf der Vorwoche zu spielen. Ich habe den wunderbaren Zustand, alles wie gegen Erfurt zu belassen, ich könnte aber auch ändern.
Die Entscheidung fällt erst kurz vor dem Spiel, da alle heiß sind und sich aufdrängen. Den Zustand will ich noch etwas belassen." Eine Warnung an den MSV hat Angreifer Salif Keita parat. Der Doppeltorschütze von Erfurt: "Nico Frommer und ich sind noch nicht am Limit. Wir können vorne noch besser spielen."
Hinweis: Die voraussichtlichen Aufstellungen gibt es auf der Seite 13.

Über RW Oberhausen berichtet Christian Brausch
Daumen hoch: Oberhausens Salif Keita sieht im Sturm noch weitere Steigerungsmöglichkeiten

Autor: cb

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