Am Sonntag muss Dirk Lottner mit Zweitligist MSV Duisburg gegen seinen Ex-Klub 1. FC Köln antreten.

Lottner: "Ganz besonderes Spiel für mich"

10. Dezember 2004, 13:58 Uhr

Am Sonntag muss Dirk Lottner mit Zweitligist MSV Duisburg gegen seinen Ex-Klub 1. FC Köln antreten. "Ich freue mich auf die FC-Fans, werde aber alles für Duisburg geben", sagt der 32 Jahre alte Offensivspieler.

Dirk Lottner dürfte am Sonntag mit gemischten Gefühlen auf den Platz gehen. Mit dem Herzen hängt der Offensivspieler am FC, sein Arbeitgeber ist jedoch der MSV. Äußerlich gibt sich "Lotte" locker, doch seine Anspannung vor dem Gipfel in der 2. Bundesliga zwischen Spitzenreiter 1. FC Köln und Verfolger MSV Duisburg (Sonntag, 20.30 Uhr/live bei Premiere und im DSF) ist riesengroß. "Es geht eben nicht gegen Trier oder Ahlen. Es ist ein ganz besonderes Spiel für mich", erklärt der 32 Jahre alte Freistoßspezialist, der nach dem dritten Kölner Abstieg aus der Bundesliga erst im Sommer vom Rhein an die Wedau gewechselt war.

"Ich freue mich auf die FC-Fans, werde aber natürlich alles für Duisburg geben. Es geht schließlich um die Herbstmeisterschaft", verspricht Lottner, der durchaus Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Klubs sieht. "Auch in Duisburg herrscht durch das neue Stadion eine Aufbruchstimmung", bemerkt der Fußball-Profi. Elf Spielzeiten in der Domstadt liegen hinter ihm, lediglich von einem Kurzgastspiel bei Bayer Leverkusen unterbrochen.

Fahrgemeinschaft mit Kurth

Fünf Jahre kickte der Spielmacher bei den "Geißböcken", sechs Spielzeiten absolvierte er im Trikot des damaligen Zweitligisten Fortuna Köln. Vor wenigen Tagen ist der "kölsche Jung" von Hürth nach Rodenkirchen gezogen. Mit dem anderen Ex-Kölner bei den "Zebras", Markus Kurth, bildet er eine tägliche Fahrgemeinschaft. "Die Zeit in Köln vergisst man nicht. Mein größter Wunsch wäre es, dass beide Vereine aufsteigen. Ich will noch einmal in der Bundesliga spielen", verrät Lottner, der 100 Partien im Oberhaus bestritt und dabei 25 Tore erzielte.

Sein Gastspiel in der neuen MSV-Arena begann alles andere als glücklich. Im ersten Heimspiel der Saison gegen den 1. FC Saarbrücken zog sich der Mittelfeldakteur eine Kapselverletzung am Fuß zu. Drei Monate Pause folgten, sein Comeback gab der Linksfuß am 14. November gegen Energie Cottbus. Die Bilanz seitdem: Zwei Siege, zwei Unentschieden, ein Tor. Beim 3:0-Erfolg in Karlsruhe erzielte Lottner in der vergangenen Woche seinen 72. Treffer in Liga zwei.

Kein Groll gegen den Ex-Klub

Gegen Köln soll ein weiterer folgen. Lottner verließ den FC nicht im Groll. Der ehemalige FC-Coach Marcel Koller galt allerdings als Lottner-Gegner, häufig wurde der 32-Jährige nur ein- oder ausgewechselt. "Die Angelegenheit wurde aber von den Medien hochgespielt", sagt Lottner rückblickend.

Sein Vertrag beim MSV läuft noch bis 2006. "Der gilt für die erste und zweite Liga", so Lottner, der mit Trainer Norbert Meier ein gutes Verhältnis hat. "Es war gut, dass der Vorstand auch im vergangenen Jahr hinter dem Coach gestanden hat. Dank der gezielten Neuverpflichtungen können jetzt die Früchte dieser Arbeit geerntet werden."

Privates Glück gefunden

Privat hat Lottner sein Glück in der Domstadt gefunden. Seit über zwei Jahren ist er mit Freundin Sarah Maiworm zusammen, nachdem er sich im Jahr 2002 von Ehefrau Anja getrennt hatte. "Über eine Hochzeit mache ich mir aber keine Gedanken, da ich noch nicht geschieden bin", sagte Lottner, dessen 13-jähriger Sohn Jerome aus der Ehe mit Anja am Sonntag im Stadion sein wird. "Ich musste ihm Karten für die Kölner Kurve besorgen. Er ist nun mal FC-Fan." Bei dem Vater ist das kein Wunder.

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