Akte perfekt! Johann Rieckhof hat seine Verpflichtung als zukünftiger Co-Trainer von RWE-Chefcoach Jürgen Gelsdorf an der Hafenstraße auch per Signatur bis zum 30.Juni 2005 wasserdicht gemacht.

RWE: "Rocker" Rieckhof: "Bratwurst an der Hafenstraße schmeckt"

og
18. Juni 2004, 13:15 Uhr

Akte perfekt! Johann Rieckhof hat seine Verpflichtung als zukünftiger Co-Trainer von RWE-Chefcoach Jürgen Gelsdorf an der Hafenstraße auch per Signatur bis zum 30.Juni 2005 wasserdicht gemacht.

Akte perfekt! Johann Rieckhof hat seine Verpflichtung als zukünftiger Co-Trainer von RWE-Chefcoach Jürgen Gelsdorf an der Hafenstraße auch per Signatur bis zum 30.Juni 2005 wasserdicht gemacht. Mit Gelsdorf arbeitet der gebürtige Essen-Kettwiger "Jordi" dann zum vierten Mal zusammen: Vorab waren beide als Duo beim KFC Uerdingen, FC Gütersloh und Fortuna Düsseldorf aktiv. Rieckhof: "Wir standen ständig im Kontakt. Als der Aufstieg perfekt war, haben wir konkret über eine neue Kooperation gesprochen. Der besondere Reiz der Aufgabe liegt für mich auch genau darin. Das wird menschlich passen, so gut kennen wir uns."
Zuletzt war der 39-Jährige vom Sommer 2000 bis Oktober 2003 dem Hamburger Sportverein verpflichtet, bis Cheftrainer Kurt Jara an der Alster die Koffer packen musste - somit auch Rieckhof. "Für mich schließt sich jetzt ein Kreis. Ich kehre in die Stadt zurück, in der ich zur Welt kam", erklärt Rieckhof, der auch die Verbandsliga-Station Duisburg 08 kennt sowie beim damaligen Zweitligisten RW Oberhausen (1987/88) als zweiter Keeper hinter Kurt Kowarz auf der Bank saß (Coach war Hans-Werner Moors).
Rieckhof ist ein echtes Ruhrgebietskind. "Auf jeden Fall, in Hamburg hat es auch eine gewisse Zeit gedauert, bis ich die Nordlichter knacken konnte." Mit ihm kehren Ehefrau Liane und der zweijährige Sohnemann Paul zurück, aus dem Trio wird am 21. Oktober, wenn die Berechnungen der Mediziner stimmen, ein Quartett werden. "Meine Frau weiß schon, was es wird, ich will noch keine Information haben. Letztendlich: Hauptsache gesund", schmunzelt Rieckhof.
Die Neuverpflichtung ist Diplomsportlehrer, an der Sporthochschule Köln machte er auch in seiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit seine Team-Positionierung zum Thema - Titel: "Kinematische Analyse der Hechtbewegung von Torhütern bei höherfliegenden Bällen." Allerdings wird Rieckhof wohl kaum dozieren. Wenn man seinen Musikgeschmack berücksichtigt - die australischen Hardrocker von AC/DC landen oft im CD-Spieler - kann prognostiziert werden, im Training wird Gas gegeben. "Hart oder soft, ich biete beides an", grinst Rieckhof, "AC/DC war das einzige Konzert, das ich in Hamburg gesehen habe." Allerdings gibt der Mann auch eine gewisse Hildegard Knef als Lieblingssängerin an - ergo: Facettenreich. "Sie nahm einmal ein Lied mit den Toten Hosen auf, das hat mich begeistert." Genau wie der frühere Torhüter des VfB Stuttgart und MSV Duisburg Gerhard Heinze (398 Bundesligaspiele), "der Flieger der Nation, mit seiner Körpergröße würde er heute wohl kein Thema für eine Bundesligamannschaft sein."
Sein Freizeithobby Motorradfahren passt dabei eher zu Angus Young, den Frontmann von AC/DC. "Stimmt schon", leuchten die "Rocker-Augen", "allerdings wird damit wohl Schluss sein, schließlich kommt weiterer Nachwuchs." Ergo: Viel zu gefährlich, eine Familie muss versorgt werden. Keine Frage ist jedoch, neben der BMW 100 GS steht eine Triumph Daytona in der Garage. "Eine Höllenmaschine", reibt sich Rieckhof mächtig stolz die Hände, "satte 128 PS", allerdings zur Zeit nicht angemeldet. Herr der Ringe lautet der Lieblingstitel, wen es um das Schmökern geht. "Die Fantasie ist sensationell, obwohl ich kein großer Leser bin." Eher Fußball-Enthusiast, deshalb auch das Engagement beim Zweitliga-Aufsteiger. "Bei RWE hat mir die Bratwurst am besten geschmeckt", bestätigt Rieckhof, der seine Erläuterung sofort nachschickt: "Damit will ich sagen, an der Hafenstraße wird Fußball gelebt, das ist vergleichbar mit der Stimmung auf dem Kiez bei St. Pauli." Nicht falsch. Rieckhof: "Früher hat man doch immer über Essen gesprochen, sich gefragt, warum eine solche große Metropole keinen entsprechenden Fußballclub hat." Den es jetzt bekanntlich gibt. Der Ex-Keeper: "Die seriöse Aufbauarbeit muss weiter gehen." Mit Rieckhof.

Autor: og

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