Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler, Sportchef des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, hat am Donnerstag in ungewohnter Schärfe Trainer Christoph Daum vom Zweitligisten und Bayer-Lokalrivalen 1. FC Köln attackiert.

Völler-Attacke gegen FC-Trainer Daum

01. Februar 2007, 14:12 Uhr

Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler, Sportchef des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, hat am Donnerstag in ungewohnter Schärfe Trainer Christoph Daum vom Zweitligisten und Bayer-Lokalrivalen 1. FC Köln attackiert.

Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler, Sportchef des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, hat am Donnerstag in ungewohnter Schärfe Trainer Christoph Daum vom Zweitligisten und Bayer-Lokalrivalen 1. FC Köln attackiert. `Wenn ich einen Ausdruck wie Moral aus seinem Mund höre, dann finde ich das abenteuerlich. Wenn es um den Begriff Moral geht, kann ich ihm gerne erklären, was er bedeutet´, giftete der 46-jährige Völler auf der turnusmäßigen Pressekonferenz der Leverkusener am Donnerstag vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr/live bei arena) beim VfL Wolfsburg. Daum hatte nach dem bereits feststehenden Transfer von U21-Nationalspieler Patrick Helmes, der entweder im Somme 2007 oder Sommer 2008 zu Bayer wechseln wird, die Transferpraktiken des Werksklubs (`Unter Herrn Holzhäuser/Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser, d.Red. werden alle moralischen Sitten über Bord geworfen´) an den Pranger gestellt.

Helmes hatte am Mittwoch bekannt gegeben, auf jeden Fall zu Bayer zu wechseln. Allerdings läuft sein Kontrakt bei den Geißböcken, nachdem der FC seine Option gezogen hat, bis 30. Juni 2008. Völler wies die Daum´schen Vorwürfe zurück und entgegnete in Bezug auf Helmes, der bereits einen Vertrag bei Bayer unterschrieben hat: `Wir haben uns absolut korrekt verhalten. Der Spieler war auf dem Markt, so einfach ist das. Angesichts der Qualitäten eines Patrick Helmes ist es unsere verdammte Pflicht, uns um ihm zu kümmern. Wir können nichts dafür, dass der 1. FC Köln in der 2. Liga spielt.´ In Richtung Daum legte der 90-malige Nationalspieler, der jahrelang mit dem Erfolgscoach unter dem Bayer-Kreuz zusammengearbeitet hatte, nochmal nach: `Es ist keine Überraschung, menschlich von Christoph Daum enttäuscht zu sein. Das würde ich ihm auch gerne unter vier Augen erklären. Er ist unglaublich, wenn er von Moral, Stil und Image spricht.´

Der 53-jährige Daum hatte im Oktober 2000 seinen Chefcoachjob bei Bayer auf Grund seiner Kokain-Affäre verloren, außerdem verzichtete der Deutsche Fußball-Bund (DFB) damals darauf, ihn zum Bundestrainer zu machen. Stattdessen wurde Völler DFB-Teamchef und führte die deutsche Nationalmannschaft 2002 ins WM-Finale in Yokohama gegen Brasilien (0:2). Daums Hinweis, dass es - solange er und Manager Reiner Calmund noch bei Bayer gewesen seien - Usus gewesen sei, zuerst mit dem FC und dann mit dem Spieler gesprochen zu haben, widersprach Völler energisch: `Ich war dabei, so ist es nicht abgelaufen!´ Mit seinen Aussagen gegen Leverkusen würde Daum nur die Fans aufhetzen und für eine feindselige Stimmung sorgen. Er, Daum, solle daran denken, dass er selbst vier Jahre für Bayer gearbeitet habe.

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