Marcel Koller merkt man die Anspannung vor der richtungsweisenden Heimpartie gegen Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr, rewirpowerStadion) deutlich an.

BOCHUM: Koller mit Trainingsleistungen unzufrieden

gp
26. Januar 2007, 11:02 Uhr

Marcel Koller merkt man die Anspannung vor der richtungsweisenden Heimpartie gegen Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr, rewirpowerStadion) deutlich an.

Marcel Koller merkt man die Anspannung vor der richtungsweisenden Heimpartie gegen Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr, rewirpowerStadion) deutlich an. Auf dem Trainingsplatz hat er seine Augen und Ohren überall und ist weit davon entfernt, seinen Schützlingen zur Wochenmitte schon ein wenig Honig um den Bart zu schmieren. Im Gegenteil. Mit den Leistungen auf dem rutschigen Geläuf ist er wahrlich nicht zufrieden. Und er stellt fest: "Langsam gilt es, die Spannung aufzubauen. Mir ist das Ganze hier noch viel zu locker. Wir sollten jetzt schleunigst auch im Training unsere Möglichkeiten abrufen. Das ist noch nicht jedem bewusst." Wohl aber dem Trainer, der gestern den einen oder anderen Spieler zum Einzelgespräch in die Kabine bat. Marcel Koller: "Ich sehe noch Steigerungsmöglichkeiten." Und dann eröffnete er auch noch mal den Konkurrenzkampf: "Bei der Mannschaftsaufstellung und bei der Besetzung des Kaders ist noch alles offen. Schließlich habe ich noch zwei Tage Zeit und werde genau hinschauen."

Der Trainer ist in der günstigen Situation, bis auf Tommy Bechmann, der voraussichtlich Ende der nächsten Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen wird, auf seinen kompletten Kader zurückgreifen zu können. Schaut man aber genau hin, ist in der Anfangsformation wohl nur eine Position vakant. Koller überlegt nämlich, wer in der Innenverteidigung neben Marcel Maltritz agieren soll. Dort, wo eigentlich Pavel Drsek gesetzt ist, bietet sich Heiko Butscher an. Und was für den Oberschwaben spricht: er ist ein wenig schneller und würde so vielleicht eher zu Mainz' neuer "Wunderwaffe" Zidan passen. Auch, weil Marcel Koller damit rechnet, dass die Mainzer trotz ihrer misslichen Lage so lange wie möglich ihr Heil in der Defensive suchen, um dann eben über Zidan und den Ungarn Szabics gefährlich zu kontern. Koller: "Ich habe mich aber noch nicht entschieden."

Koller und sein Team sind also mehr und mehr auf ein weiteres vermeintliches "Endspiel" gegen Mainz 05 fixiert. Da ist für andere Gedanken kein Platz mehr. Als der Schweizer gestern erfuhr, dass von den bisher 15.500 verkauften Karten auch noch 3.000 von den Gästen erworben wurden, schaute er schon etwas resigniert aus der Wäsche: "Nutzt es wirklich was, wenn ich jetzt noch mal einen Aufruf starte mit der Bitte: Kommt ins Stadion? Ich kann sie da nicht hinein prügeln." Und so kümmert sich der Sportlehrer um die Leistung der Mannschaft: "Wir müssen über die Grenzen gehen, punkten und am besten auch gewinnen. Dann kommen vielleicht beim nächsten Mal ein paar mehr."

Autor: gp

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