Für Rot-Weiss Essen sollte es eine Standortbestimmung werden. Tatsächlich sorgten die 90 Minuten in Erkenschwick jedoch eher für Verwirrung als für Aufklärung.

Rot-Weiss Essen

1:4-Klatsche in Erkenschwick

Aaron Knopp
24. Juli 2010, 19:55 Uhr

Für Rot-Weiss Essen sollte es eine Standortbestimmung werden. Tatsächlich sorgten die 90 Minuten in Erkenschwick jedoch eher für Verwirrung als für Aufklärung.

Nach dem munteren 2:0-Erfolg gegen die amerikanische Auswahl der International Soccer Star Football Club offenbarte das Team von Trainer Waldemar Wrobel überraschende Schwächen. Zwar ließ sich der Start auch beim künftigen Ligarivalen in Erkenschwick durchaus sehen. Holger Lemke und Leon Enzmann hatten gleich mehrfach die Führung für die Gäste auf Kopf oder Fuß.

Eine Standardsituation brachte den Regionalliga-Absteiger jedoch völlig aus dem eigentlich ordentlichen Konzept. Die Mauer machte Platz, Torwart Dennis Lamczyk hatte sich auf die andere Ecke eingestellt und Dennis Warncke durfte das 1:0 bejubeln. Zwar steckten die Rot-Weissen nun noch nicht auf, agierten dabei vor allem in der Rückwärtsbewegung aber fahrlässig. Immer wieder hatten die Hausherren erschreckend viel Platz und konnten gefährliche Konter setzten. So auch beim 2:0 (34.), als Timo Brauer angesichts der schieren zahlenmäßigen Übermacht der weißgekleideten Spielvereinigung ein Eigentor unterlief. Die taktisch doch etwas unbedarfte Vorstellung seiner Mannschaft bereitete Wrobel Kopfzerbrechen: "Wir hatten eine klar Ansprache, was wir auf den einzelnen Positionen von den Leuten erwarten." Nur daran gehalten hatten sich offensichtlich nicht immer alle.

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Im zweiten Durchgang wechselte der Coach wie zuletzt auch immer die komplette Mannschaft durch. Und der zweite Anzug zeigte zumindest etwas mehr Durchschlagskraft. Vor allem Viktor Huschka erwies sich als Unruheherd. So auch beim 1:2-Anschlusstreffer, den der Zugang von Borussia Dortmunds U19 klasse vorbereitete. Tim Wiederhold brauchte nur noch abzustauben (58.). Zwar hatten die Gäste nun etwas Oberwasser, konnten aber zu wenig Kapital daraus schlagen und riskierten auch etwas zu viel, wodurch die Spielvereinigung immer wieder gefährlich kontern konnte.

Nach einem fragwürdigen Foulelfmeter machte Stefan Oerterer den Deckel drauf - das 3:1 für den NRW-Liga-Aufsteiger (74.). Dass Warncke noch das 4:1 hinterherschob (88.) war dann letztlich des guten vielleicht ein wenig zu viel, doch Wrobel wollte gar nichts beschönigen: "Wenn man 1:4 verliert, braucht man sich nicht darüber zu unterhalten, was gut und was schlecht war." Immerhin hat sein Team schon am Sonntag die Möglichkeit, sich zu rehabilitieren. Beim SuS Schaag bestreiten die Essener ein Blitzturnier. Mal sehen, was dann drin ist in der Wundertüte, als die sich RWE zuletzt präsentiert hat.

Autor: Aaron Knopp

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