Die Lizenz ist da und der Kader des MSV Duisburg nimmt langsam aber sicher Konturen an. Dennoch steht die kommende Vorbereitung unter einem ganz anderen Stern.

Sasic sucht fünf Mann

Geduld und Realismus

22. Juni 2010, 11:07 Uhr

Die Lizenz ist da und der Kader des MSV Duisburg nimmt langsam aber sicher Konturen an. Dennoch steht die kommende Vorbereitung unter einem ganz anderen Stern.

Denn bei den Weiß-Blauen beginnt eine neue Ära. Erstmals seit Jahren gehen die Zebras im Unterhaus nicht als Favorit ins Rennen. Die Verantwortlichen haben aufgrund der angespannten Finanzsituation die Erwartungen heruntergeschraubt und auf die Schwierigkeiten des Neuanfangs hingewiesen. Ebenfalls ein Novum, denn sonst wurde im Vorfeld immer direkt vom Aufstieg geredet.

Trainer Milan Sasic und Sportdirektor Bruno Hübner haben jetzt die schwere Aufgabe, mit einem Mini-Etat eine wettbewerbsfähige Elf aufzubauen, die sich im Mittelfeld mit Blick nach oben behaupten kann. Wie das gelingen soll, verrät der Coach im RS-Gespräch.

Herr Sasic, mit Marcel Herzog und David Yelldell stehen die Torhüter fest. Auch die Abwehr ist vollzählig. Wie laufen die Verhandlungen für das Mittelfeld und den Angriff?

Gut. Uns fehlen zwar noch fünf Akteure, um den Kader zu komplettieren, aber die Gespräche sind bislang alle positiv verlaufen. Mein Wunsch ist natürlich, die Mannschaft bis zum Trainingsauftakt am kommenden Montag stehen zu haben, aber das wird nicht geschehen. Das ist mir auch klar, deshalb werde ich Geduld zeigen. Und die wird wohl für die gesamte Saison gefordert sein, denn schließlich vollziehen wir einen Neuanfang.

Können Sie erst zuschlagen, wenn Björn Schlicke, Frank Fahrenhorst, Nicky Adler, Mihai Tararache oder Kristoffer Andersen von der Gehaltsliste sind?

Nein. Auch wenn einige Leute meine Vorgehensweise kritisiert haben, dass ich diesen Spielern so früh Bescheid gesagt habe, nicht mehr mit ihnen zu planen, war es richtig. Denn die Jungs haben noch keinen neuen Verein gefunden. Wenn das so bleibt, werden sie in unsere Zweite gehen.
[imgbox-left]http://www.reviersport.de/include/images/imagedb/preview_13954-14407.jpeg Björn Schlicke hat noch keinen neuen Klub gefunden.[/imgbox]
Welches Ziel verfolgen Sie in der kommenden Saison?

Egal, wer beim MSV arbeitet, jeder muss an den Aufstieg denken und auch darüber sprechen dürfen. Aber das wäre im nächsten Jahr unrealistisch. Wir müssen uns erst einmal stabilisieren und den Umbruch, den es so noch nicht gegeben hat, vollziehen. Aber eins ist auch klar: Mittelfristig zählt für Duisburg nur der Aufstieg.

Am Montag geht es los. Worauf werden Sie während der Vorbereitung den größten Wert legen?

Fitness und Integration. Deshalb haben wir auch direkt zu Beginn das Trainingslager in Bad Kreuznach abgeschlossen. Ich werde auch häufig Wettbewerbe in anderen Sportarten austragen. Das schweißt zusammen und macht Spaß. Außerdem werden wir direkt ein Treffen mit den Frauen und Freundinnen machen. Das wird ein MSV-Abend an dem sich alle kennenlernen.

Sie sprechen immer wieder von Identifikation.

Natürlich. Wenn ich in RevierSport lese, dass unser Neuzugang Branimir Bajic seine Karriere beim MSV beenden will, geht mir das Herz auf. Das zeigt, dass er mit der richtigen Einstellung kommt. Die Jungs müssen sich mit dem Klub identifizieren. Man kann sich sicherlich auch täuschen, aber mein Gefühl sagt mir, dass die Kicker alles für Duisburg geben werden. Außerdem passt die Zusammenarbeit zwischen Roland Kentsch, Hübner, Walter Hellmich und mir. Wirtschaftlich, politisch und sportlich ziehen wir an einem Strang. Und das ist die beste Basis für unseren Neubeginn.

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