Am Sonntag war Michael Boris bis in die Haarspitzen gespannt. Obwohl die Saison für den Trainer der Schalker Reserve bereits beendet war, war er nervös.

Ex-Coach Boris rätselt

"Die Qualität war eindeutig vorhanden"

01. Juni 2010, 09:47 Uhr

Am Sonntag war Michael Boris bis in die Haarspitzen gespannt. Obwohl die Saison für den Trainer der Schalker Reserve bereits beendet war, war er nervös.

Grund: Sein Ex-Klub, Germania Windeck, hätte den Aufstieg in die Regionalliga schaffen können. Doch der TSV verpasste das große Ziel, in die Regionalliga einzuziehen. Die Elf von Trainer Heiko Scholz kassierte beim Absteiger in Hüls eine 2:3-Klatsche, gleichzeitig gewann die Bielefelder Reserve in Sprockhövel und machte ihren Triumph perfekt. „Das Ziel der Germanen war ganz bestimmt nicht, Dritter zu werden“, hat Boris die Aussagen seines Nachfolgers Scholz in der letzten RS-Ausgabe mit Verwunderung gelesen. „Der Verein wollte unbedingt hoch.“

Auf die Frage, ob er seine anderthalbjährige Aufbauarbeit als gescheitert ansehe, meinte Boris: „Nein, das nicht. Aber wenn man Windeck und den Sportlichen Leiter Ingo Haselbach kennt, weiß man, dass die Ziele immer ehrgeizig sind. Doch sie haben es sportlich nicht geschafft.“

Dabei war sich der ehemalige Homberger absolut sicher, dass es die Germanen packen werden. „Ich habe die Truppe mit einem guten Gefühl verlassen, sie topfit und intakt übergeben. Deshalb ist es mir ein Rätsel, warum es nicht hingehauen hat.“
Unerklärlich ist beispielsweise auch die Torausbeute von Goalgetter Sebastian Schoof. Unter Boris erzielte der Ex-Profi in 18 Monaten satte 27 Tore, in der Rückrunde markierte er nur noch einen Treffer. „Die Qualität war da, nickt Boris. „Und sie wurde im Winter noch einmal deutlich erhöht.“

Durch die Verpflichtungen von Salvatore Amirante, Thorsten Nehrbauer und David Müller. „Ich weiß nicht, woran es gehapert hat, dafür bin ich zu weit weg“, hält sich Boris angesichts der bitteren Stunde zurück. „Ich hatte eine schöne Zeit in Windeck und möchte sie auch nicht missen. Deshalb werde ich mich hüten, die Situation von außen zu analysieren.“

Aber die Windecker dürfen ja noch hoffen. Schließlich steht die Bielefelder Arminia kurz vor der Insolvenz. Sollte die Erste keine Lizenz bekommen, müsste die Zwote wahrscheinlich auf den Aufstieg verzichten und die Germanen würden dann noch nachrutschen. „Hoffentlich schaffen sie es noch“, drückt Boris fest die Daumen: „Es ist zwar dann nicht so viel Wert, wie auf dem sportlichen Weg, aber für die Mannschaft und den Verein würde es mich dennoch ungemein freuen.“

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