Der VfL rauscht Richtung Liga zwei. Zwar stimmte diesmal die kämpferische Leistung, Chancen erspielte sich die Elf von Trainer Heiko Herrlich beim 0:2 aber kaum.

Bochum - Stuttgart 0:2

Der VfL sucht weiter den Rettungsanker

sid/RS
23. April 2010, 22:48 Uhr

Der VfL rauscht Richtung Liga zwei. Zwar stimmte diesmal die kämpferische Leistung, Chancen erspielte sich die Elf von Trainer Heiko Herrlich beim 0:2 aber kaum.

Der VfB Stuttgart nimmt dagegen nun sogar die europäische Königsklasse ins Visier. Die beste Mannschaft der Rückrunde feierte dank eines erneut starken Torjägers Cacau einen 2:0 (2:0)-Sieg beim VfL und festigte mit dem sechsten Sieg in Folge den sechsten Rang, der zumindest zur Teilnahme an der Europa League in der kommenden Saison berechtigt. Nationalspieler Cacau sorgte mit seinem 12. Saisontor und dem zehnten in der Rückrunde (14.) für die Führung und legte wenig später mustergültig für Sturmpartner Ciprian Marica auf (18.).

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Der VfL ist nunmehr seit zehn Spielen ohne Sieg, sammelte in dieser Zeit lediglich drei Zähler und taumelt dem sechsten Abstieg der Klubgeschichte entgegen. Am Ende des Spieltages könnte sich die Mannschaft von Heiko Herrlich sogar auf dem 17. Tabellenplatz wiederfinden. Am kommenden Samstag muss der VfL bei Bayern München und zum Finale gegen Hannover 96 antreten. "Das war ein souveräner, verdienter Sieg, wir haben eigentlich gar nichts anbrennen lassen", sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt: "Wir hätten sicher die Möglichkeit gehabt, die Konter besser auszuspielen, aber nach einem 2:0 auswärts ist man immer zufrieden. Wir wollen weiter Druck ausüben auf die Mannschaft vor uns, und da sind wir auf einem guten Weg." VfL-Trainer Heiko Herrlich war dagegen nach dem nächsten Frust-Erlebnis bedient: "Man muss sagen, dass der VfB Stuttgart eine sehr gute Leistung gebracht hat. Wir haben es nicht geschafft, uns auch nur eine nennenswerte Torchancen zu erarbeiten. Diese Probleme haben wir nicht erst seit heute und gegen Stuttgart ist es in der Rückrunde eben ohnehin schwer, sich Chancen zu erarbeiten."

Beim VfL galt zunächst die Devise "Sicherheit zuerst". Heiko Herrlich ließ in Milos Maric, Anthar Yahia und Christian Fuchs gleich drei Akteure im defensiven Mittelfeld vor der Abwehrkette spielen, Stanislav Sestak agierte als einzige Spitze. VfB-Coach Christian Gross ließ den Serben Zdravko Kuzmanovic zunächst auf der Bank, dafür spielte Christian Träsch neben Nationalspieler Sami Khedira vor der Abwehr und Ricardo Osorio rückte rechts in die Abwehr. Doch das Konzept von Herrlich war nach 14 Minuten Makulatur. Nach einer Flanke von Timo Gebhart traf Cacau per Abstauber zum 0:1. Vier Minuten später bediente der Nationalspieler bei einem Konter traumhaft Marica, der sich aus 14 Metern die Ecke aussuchen konnte und seinen achten Saisontreffer markierte.

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Die Bochumer Fans unter den 25.000 Zuschauern waren entsetzt und skandierten "Wir wollen Euch kämpfen sehen", Pfiffe blieben aber aus. Im Gegenteil: Die Fans unterstützten ihren Klub nach Kräften. Die VfL-Profis aber waren zunächst viel zu verunsichert und planlos, um gegen die kompakt stehenden Gäste Erfolg versprechende Angriffe zu starten. Die wenigen Offensivaktionen des VfL endeten zumeist an der gegnerischen Strafraumgrenze. Stuttgart beschränkte sich auf gelegentliche Konter und verwaltete die Führung bis zur Pause mit Geschick und Routine.

Mit unveränderter Formation starteten die Gastgeber in die zweite Hälfte, und am Bild änderte sich auch nicht viel. Das Bemühen war Herrlichs Spielern nicht abzusprechen, aber die Qualität reichte nicht annähernd. Stuttgart stand weiter kompakt und hätte bei konsequenter Verwertung der sich bietenden Kontersituationen frühzeitig weitere Erfolgserlebnisse feiern können. Am Ende sprach die Statistik der Torschüsse (6:15) und Ballbesitz (48:52), bei allem kämpferischen Einsatz, Bände. Was an der Castroper Straße bleibt, ist lediglich das Prinzip Hoffnung.

Autor: sid/RS

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