Merk zurück auf die Bundesliga-Bühne

23. August 2006, 14:07 Uhr

Ein unbekannter Zug-Passagier und das deutsche Schiedsrichterwesen haben Top-Referee Markus Merk von einem Comeback in der Fußball-Bundesliga überzeugt.

Ein unbekannter Zug-Passagier und das deutsche Schiedsrichterwesen haben Top-Referee Markus Merk von einem Comeback in der Fußball-Bundesliga überzeugt. Der 44-Jährige kündigte nach Ende seines Urlaubs am Mittwoch in einem Telefonat mit dem deutschen und europäischen Schiedsrichter-Boss Volker Roth für September die Fortsetzung seiner bislang beispiellosen Karriere an. `Ich hatte zwei Erlebnisse: In der Münchner U-Bahn sagte ein Mann ganz laut im Waggon: ´Was da bei der WM mit der FIFA lief, war nicht in Ordnung. Machen sie bitte weiter.´ Und beim Lehrgangsabend der Schiedsrichter sagte ich nur drei Sätze und bekam stehend dargebrachte Ovationen von den Kameraden, vom Schiedsrichter-Team´, erklärte der Referee aus Otterbach, der sich als `Kapitän´ der DFB-Schiedsrichter nicht aus der Verantwortung stehlen wollte: `Der Spielführer sollte dabei sein.´

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Bei der WM in Deutschland hatte Merk ein trauriges Ende seiner internationalen Karriere erlebt. Der Hobby-Marathonläufer war nur in der Vorrunde zum Einsatz gekommen. Der Traum, das Finale in Berlin oder zumindest ein Spiel in seiner Heimat Kaiserslautern leiten zu dürfen, wurde dem Zahnarzt a.D. von der FIFA nicht erfüllt. Da Merk bei der EM 2008 die Altersgrenze von 45 Jahren bereits überschritten hat, war das Spiel zwischen Ghana und den USA in der Vorrunde sein letzter Einsatz bei Welt- und Europameisterschaften. Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) sorgte der frühere Zahnarzt mit seiner Comeback-Ankündigung für große Erleichterung. `Er war bisher die Nummer eins, und er ist weiterhin die Nummer eins. Für jede Mannschaft ist es wichtig, dass die Nummer eins mit dabei ist´, sagte DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel dem sid und kündigte an: `Markus Merk muss nicht extra noch einen Leistungstest machen. Er hat ihn bereits bei der WM absolviert. Wir sind einfach nur glücklich, dass er weiterpfeift.´

Auch DFB-Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell unterstrich am Mittwoch die Bedeutung der Rückkehr von Merk. `Er ist mit seiner ganzen Art und Persönlichkeit unheimlich wichtig für die Liga. Über seine Fitness muss man sich ohnehin keine Gedanken machen. So einen Test absolviert er zwischen Mitternacht und 6.00 Uhr morgens´, sagte Amerell. Für Merk selbst ist ohnehin klar: `Ich brauche auf dem Platz meine Erfahrung und mein Feuer - und davon 120 Prozent.´ Nach den bisherigen Turbulenzen in der noch jungen Spielzeit braucht ihn gewiss auch die Liga.

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