Am Ende kam noch einmal richtig Stimmung auf: Martin Szukalski beendete das Finale der Wittener Stadtmeisterschaft zwischen den beiden Landesligisten SV Herbede und TuS Heven mit einem spektakulären Seitfallziehertor. Freuen konnte sich der Neuzugang des TuS Heven darüber nicht mehr. Es war nur der Anschlusstreffer zum 2:3, Sekunden vor dem Ende eine mitreißenden Endspiels um den „Sparkassen-Cup“. Letztlich jubelte der Herbstmeister der Staffel 3 - nach Jahren der Hallen-Enttäuschungen steht der Pokal künftig im Herbeder Vereinsheim.

Witten: SV Herbede neuer Hallenstadtmeister

Brilliante Herbeder stechen alle aus

Lucas Böhse
15. Januar 2007, 00:56 Uhr

Am Ende kam noch einmal richtig Stimmung auf: Martin Szukalski beendete das Finale der Wittener Stadtmeisterschaft zwischen den beiden Landesligisten SV Herbede und TuS Heven mit einem spektakulären Seitfallziehertor. Freuen konnte sich der Neuzugang des TuS Heven darüber nicht mehr. Es war nur der Anschlusstreffer zum 2:3, Sekunden vor dem Ende eine mitreißenden Endspiels um den „Sparkassen-Cup“. Letztlich jubelte der Herbstmeister der Staffel 3 - nach Jahren der Hallen-Enttäuschungen steht der Pokal künftig im Herbeder Vereinsheim.

„Wir sind der verdiente Stadtmeister“, meinte Trainer Helge Martin nach dem Triumph. „Wir wollten den Pott, seit wir diese Halle betreten haben.“ Im Endspiel ließ sich der SVH auch durch das frühe 0:1 von Szukalsi nicht schocken. Dirk Reinert und zweimal der Grieche Vassilios Tsaussidis trafen zum Sieg. Angefeuert von einem mittlerweile recht munteren Publikum schritt der SVH dem ersten Titel des Jahres 2007 entgegen. Weitere, noch viel bedeutendere Jubelszenen sollen sich im Sommer abspielen. Das Selbstvertrauen des Landesliga-Spitzenreiters hat über den Jahreswechsel keinen Schaden genommen. Und obwohl der neue Stadtmeister mit Reinert und Tsaussidis (jeweils fünf Treffer) die beiden Top-Torschützen des Turniers stellte, überzeugte er vor allem im Kollektiv.

Ohnehin war die Wittener Stadtmeisterschaft eher von konzentrierter Arbeit und guter Organisation bestimmt, denn von spektakulärem Budenzauber. Insgesamt 143 mal erklang die Tormusik in der Fritz-Husemann-Sporthalle.

Am Samstag stand zunächst die Vorrunde an. Durch die im Sommer erfolgte Fusion zwischen dem VfB Witten 30 und FC Witten 92 traten 16 Teams in vier Gruppen an. Fusionsverein SpVgg. Witten 92/30 sorgte dabei gleich für erste Überraschung. Der B-Kreisligist um Trainer Alfonso Bosco erreichte in der Vorrundengruppe B durch zwei 1:1-Unentschieden gegen den VfB Annen und den Hammerthaler SV sowie eine knappe Niederlage gegen Landesligist TuS Heven (0:1) die Hauptrunde am Sonntag. Enttäuschend vor allem der Auftritt von A-Ligist Annen, der gegen die klassentieferen Hammerthal und 92/30 lediglich zu zwei Remis kam. Dem Titelverteidiger aus Heven reichte der Schongang um souverän mit drei Siegen und 11:1-Toren in die nächste Runde zu marschieren.

Eine „Hammergruppe“ gab es auch in Witten: Bezirksligist TuS Stockum musste sich der Übermacht von Liga-Konkurrent und Ausrichter FSV Witten sowie Landesligist SV Herbede beugen. Die Herbeder holten drei Siege ohne zu glänzen, im Duell der Bezirksligisten fiel in der letzten Partie die Entscheidung. 15 Sekunden vor dem Ende zerplatzten die Stockumer Träume nach dem Ausgleichstor von Christian Preiß. Der Ausrichter profitierte vom 6:1-Erfolg gegen C-Ligist SV Vormholz, der letztlich für das bessere Torverhältnis ausschlaggebend war - Thomas Drathen und seine Stockumer Mannschaft mussten den Heimweg antreten. In der reinen Kreisligagruppe D setzten sich Vorjahresfinalist SF Schnee und der SV Bommern 05 durch.

Zu einer einzigen Enttäuschung entwickelte sich das Turnier für Verbandsligist TuRa Rüdinghausen, dem klassenhöchsten Team der Ruhrstadt. Gleich im ersten Spiel blamierte sich TuRa beim 0:4 gegen den Türkischen SV. Zwei glanzlose Siege gegen den Portugiesischen SV (4:0) und den TuS Ruhrtal (3:1) sicherten der Mannschaft von Trainer Uli Sieweke aber zumindest die Hauptrunde.

Dort boten die beiden Vierergruppen attraktive Konstellationen. So trafen der TuS Heven und TuRa Rüdinghausen gleich im ersten Spiel aufeinander. Noch taten sich beide nicht weh: 1:1 hieß es am Ende der 15 Minuten. Heven nutzte den Punkt konsequenter. Trainer Oliver Gottwald folgte ausnahmsweise in der Halle seiner Spieler-Leidenschaft und leitete den 2:0-Erfolg über den FSV Witten ein. Zwar besiegte der FSV im seinem letzten Spiel enttäuschende Rüdinghauser mit 2:1. Doch die Hoffnung auf einen Überraschungserfolg von A-Ligist SV Bommern gegen Heven war vergebens: Der TuS siegte 2:0 und stand im Endspiel.

Der Türkische SV spielte nach lupenreiner Vorrunde (drei Siege) auch am zweiten Tag soliden Hallenfußball. Die tapfer kämpfende Spielvereinigung wurde mit 1:0 niedergerungen, die SF Schnee mit 3:1. Da auch der SV Herbede die beiden Kreisligisten mit 3:0 und 8:0 bezwang, kam es zum erwarteten „Endspiel“ um den Platz im Finale. Dort war der Landesligist dank seiner Routine Herr in der Husemann-Halle: Dirk Reinerts Doppelpack und ein Hammer von Christian Petermichl tüteten den Finaleinzug ein. Für den TSV blieb nicht einmal Platz drei und damit der kleine Trost, an der Kreismeisterschaft (Sonntag, 21. Januar, Lohring-Halle in Bochum) teilzunehmen. Dieses Ticket sicherte sich der FSV Witten durch das 3:1 im „kleinen Finale“.

Die Ränge der Husemann-Halle waren an beiden Turniertagen voll besetzt. „Das zeigt, dass die Veranstaltung in Witten gut angenommen wird“, bilanzierte Fachschaftsleiter Walter Hafermas. Allein die rechte Stimmung kam erst spät auf. Auffällig waren da nur die Anhänger des Türkischen SV, die ihren Verein mit Trommel-Unterstützung antrieben. Der FSV erwies sich wie schon bei der Feld-Stadtmeisterschaft im Sommer als kompetenter Ausrichter. Gemeinsam mit einem Video-Kurs des Wittener Albert-Martmöller-Gymnasiums organisierte der Verein die Live-Übertragung der Spiele in das Foyer der Halle.

Für ein wenig Unmut sorgte lediglich der gerade erst geänderte Turniermodus. „K.O.-Spiele sind doch das Salz in der Suppe. Man sollte sie wieder einführen“, meinte TuRa-Coach Uli Sieweke.

[b]Ergebnisse der Wittener Hallenstadtmeisterschaft 2007:[/b]

Gruppe A
TuRa R´hausen - Türk. SV Witten 0:4
DJK TuS Ruhrtal - Port. SV Witten 0:1
TuRa R´hausen - Port. SV Witten 4:0
Türk. SV Witten - DJK TuS Ruhrtal 3:2
TuRa R´hausen - DJK TuS Ruhrtal 3:1
Türk. SV Witten - Port. SV Witten 2:1

Tabelle:
1. Türkischer SV 9:3 9
2. TuRa 7:5 6
3. Port. SV Witten 2:6 3
4. TuS Ruhrtal 3:7 0

Gruppe B
TuS Heven 09/67 - Hammerthaler SV 7:0
VfB Annen 19 - SpVgg. Witten 92/30 1:1
TuS Heven 09/67 - SpVgg. Witten 92/30 1:0
Hammerthaler SV - VfB Annen 19 2:2
TuS Heven 09/67 - VfB Annen 19 3:1
Hammerthaler SV - SpVgg. Witten 92/30 1:1

Tabelle:
1. TuS Heven 11:1 9
2. SpVgg. Witten 2:3 2
3. VfB Annen 4:5 2
4. Hammerthaler SV 3:10 2

Gruppe C
SV Herbede - FSV Witten 07/32 3:2
SV Vormholz - TuS Stockum 2:5
SV Herbede - TuS Stockum 2:0
FSV Witten 07/32 - SV Vormholz 6:1
SV Herbede - SV Vormholz 6:1
FSV Witten 07/32 -TuS Stockum 1:1

Tabelle:
1. SV Herbede 11:3 9
2. FSV Witten 9:5 4
3. TuS Stockum 6:4 4
4. SV Vormholz 4:17 0

Gruppe C
SF Schnee - SV Bommern 05 0:2
SF Durchholz - Ufukspor Witten 1:2
SF Schnee - Ufukspor Witten 3:1
SV Bommern 05 - SF Durchholz 4:0
SF Schnee - SF Durchholz 5:0
SV Bommern 05 - Ufukspor Witten 2:2

Tabelle:
1. SV Bommern 05 8:2 7
2. SF Schnee 8:3 6
3. Ufukspor 4:7 4
4. SF Durchholz 1:11 0

Hauptrunde:

Türk. SV Witten - SpVgg. Witten 92/30 1:0
SV Herbede - SF Schnee 3:0
TuS Heven 09/67 - TuRa R´hausen 1:1
SV Bommern 05 - FSV Witten 07/32 0:3
Türk. SV Witten - SF Schnee 3:1
SpVgg. Witten 92/30 - SV Herbede 0:8
TuS Heven 09/67 - FSV Witten 07/32 2:0
TuRa R´hausen - SV Bommern 05 4:1
SF Schnee - SpVgg. Witten 92/30 3:1
SV Herbede - Türk. SV Witten 3:1
FSV Witten 07/32 - TuRa R´hausen 2:1
SV Bommern 05 - TuS Heven 09/67 0:2

Spiel um Platz drei:
Türkischer SV - FSV Witten 1:3

Finale:
SV Herbede - TuS Heven 3:2

Autor: Lucas Böhse

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