Es rumorte schon seit einigen Wochen bei Ay Yildiz Derne. Jetzt ist beim Dortmunder Kreisligisten die Bombe geplatzt - und das ist eigentlich kaum zu glauben.

Meuterei bei Ay Yildiz

Trainer und Vorstandsmitglieder treten zurück

25. November 2009, 21:23 Uhr

Es rumorte schon seit einigen Wochen bei Ay Yildiz Derne. Jetzt ist beim Dortmunder Kreisligisten die Bombe geplatzt - und das ist eigentlich kaum zu glauben.

Denn der Klub ist Spitzenreiter der Staffel A 3. Aber seit Mittwoch hat er nicht nur keinen Trainer, sondern auch keinen 1. Vorsitzenden und Geschäftsführer mehr.

Hassan Kayabasi sah nach der jüngsten 1:2-Niederlage bei der DJK TuS Körne am Sonntag für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit keine Basis mehr. Der Vorwurf des Trainers wiegt schwer: „Die Mannschaft hat am Sonntag gegen mich gespielt.“ Diese Anschuldigung lässt sich wohl kaum beweisen, aber womöglich haben Teile des Kaders ihr Ziel erreicht: Kayabasi ist ab sofort nicht mehr Linienchef an der Derner Straße. Angesichts der bisherigen Erfolgsbilanz klingt das zumindest für Nicht-Eingeweihte fast unglaublich.

Wie konnte es denn – obwohl es sportlich zuvor absolut nach Plan lief – zum Zerwürfnis kommen? Kayabasi versucht aufzuklären: „Das Problem war, dass ich einige Spieler vor ein paar Wochen wegen Disziplinlosigkeiten suspendiert habe“, berichtet der 36-Jährige. Unter Disziplinlosigkeiten versteht er „Unpünktlichkeit“ oder die fehlende Bereitschaft, drei mal in der Woche zu trainieren. Aber auch „Kleinigkeiten“ wie Rauchen in der Kabine duldete der Coach nicht. Und zumindest bis Oktober gab der Erfolg dem Disziplinfanatiker („das ist für mich das A und O“) recht.

Die in die Reserve-Mannschaft Degradierten meuterten jedoch und hatten im Kader der „Ersten“ auch weiterhin Verbündete. „Diese Cliquenbildung ging so weit, dass von einigen Spielern mit Boykott gedroht wurde, wenn die Suspendierten nicht wieder auflaufen. Meine Entscheidungen wurden zwar augenscheinlich akzeptiert, hintenrum wurde aber immer wieder gegen mich geschossen“, beklagt sich der ehemalige Kemminghauser über den „Putsch“ bei den Sportfreunden. So sah Kayabasi keinen anderen Ausweg mehr, als hinzuwerfen. Wann und wo es für ihn persönlich weitergeht, steht noch in den Sternen. „Ich möchte auf jeden Fall weiter als Trainer arbeiten“, blickt der Lagerleiter in die Zukunft.

Die ist bei seinem letzten Arbeitgeber indes nun völlig ungewiss. Denn mit dem Trainer kehrten dem ambitionierten Aufsteiger auch der Vereinsvorsitzende Indant Acar und Geschäftsführer Cemil Arpaci den Rücken. Sie hatten Kayabasi verpflichtet und mit ihm am Traum vom Durchmarsch in die Bezirksliga geschmiedet. Wie schnell der verbliebene Ay-Yildiz-Vorstand diese Lücke schließen kann, bleibt abzuwarten.

Inwiefern das ganze Theater sportliche Spuren hinterlässt, kann aber vielleicht schon am Sonntag beantwortet werden. Denn normalerweise ist der Spitzenreiter im Duell mit dem TuS Eving-Lindenhorst II klarer Favorit. Aber was ist im Moment schon normal bei den Sportfreunden aus Derne...

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren