In der Fußball-Bundesliga steht der 7. Spieltag an. Fortuna Düsseldorf trifft auf den FC Schalke 04. Für unseren Experten Mike Büskens ist das ein besonderes Spiel.

1. Liga

Expertentipp 7. Spieltag mit Mike Büskens

03. Oktober 2018, 16:30 Uhr

Foto: Funke Foto Services

In der Fußball-Bundesliga steht der 7. Spieltag an. Fortuna Düsseldorf trifft auf den FC Schalke 04. Für unseren Experten Mike Büskens ist das ein besonderes Spiel.

Der 50-jährige Büskens ist in Düsseldorf geboren und spielte in der Jugend und auch bei den Profis der Fortuna. Später - 1. Juli bis 30. November 2013 - trainierte er den Klub aus seiner Heimatstadt auch in der 2. Bundesliga. Doch sein Herz ist königsblau. Daraus macht "Buyo" keinen Hehl. Er gehört der legendären Schalker Eurofighter-Mannschaft von 1997 an.


Wir haben mit dem Mann, der über 13 Jahre auf Schalke spielte, später sieben Jahre Trainer im S04-Nachwuchs war und im Sportbeirat der Gelsenkirchener saß, vor dem Auftritt der Königsblauen bei Fortuna Düsseldorf gesprochen.

Mike Büskens, Fortuna Düsseldorf gegen Schalke 04. Für Sie muss das eine ganz besondere Paarung sein...
Das könnte man meinen. Ich bin in Düsseldorf geboren, habe da gespielt und gehöre der Mannschaft an, die 1991 mit sechs Niederlagen in die Bundesliga gestartet ist. Bis heute ist das ein Rekord und der Mist ärgert mich immer noch. Mit der aktuellen Fortuna-Mannschaft verbindet mich einiges. Ich kenne Friedhelm Funkel sehr gut, er war mein Trainer in Duisburg. Mit Fink, Kleine, Bellinghausen, Zimmermann, Bodzek, Rensing, Gießelmann oder Mental-Trainer Zehle habe ich zusammengearbeitet. Da besteht schon eine Verbindung. Aber klar: Ich habe meinen Platz im Pott gefunden. Und der ist auf Schalke.  Da hoffe ich natürlich für Domenico auch auf den zweiten Sieg in Serie. Schalke braucht die Punkte im Moment dringender. Auch wenn ich offiziell ein 1:1-Remis tippe.

Wie bewerten Sie die Fortuna sportlich?
Sie haben gute Spiele gemacht. Ich erinnere mich da nur an die bärenstarke erste Halbzeit gegen Leverkusen, in der man auf jeden Fall in Führung gehen muss. Und dann war da auch noch das 1:1 in Leipzig sowie der 2:1-Erfolg gegen Hoffenheim. Das waren schon Ausrufezeichen. Ich drücke der Fortuna die Daumen, dass sie diesmal länger in der Bundesliga bleibt als beim letzten Aufstieg. Da hat es ja leider nur für ein Jahr Bundesliga gereicht.

Noch steht die Fortuna vor Schalke in der Tabelle. Wie sehr glauben Sie noch an eine erfolgreiche S04-Saison?
Ich bin davon überzeugt, dass Domenico Tedesco die Mannschaft auf Kurs bringen wird und wir noch eine gute Saison erleben werden. Klar, der Abstand zu den europäischen Startplätzen beträgt jetzt schon sechs, sieben Punkte. Das heißt, dass man sich da in den nächsten Wochen auch nicht mehr so viel erlauben darf. Aber wie gesagt: Ich vertraue und glaube an Domenico und unsere Mannschaft.

Sie sind im November 2016 als Trainer von Rapid Wien beurlaubt worden und seitdem ohne Trainerjob. Wann sehen wir Sie denn auf der Trainerbank wieder?
Wie ohne Trainerjob? Ich habe doch erst am vergangenen Sonntag den SC Borussia Kaster/Königshoven bei der Veltins- und RevierSport-Aktion auf Schalke betreut (lacht) und wir haben 5:1 gewonnen. Ehrlich: Das hat mir großen Spaß gemacht. Die Jungs hatten einen wunderbaren Tag und ich freue mich, dass ich dazu einen kleinen Anteil beitragen konnte. Was mich und den Profifußball angeht, da habe ich mich bewusst, nach meiner Zeit bei Rapid Wien, rausgenommen. Ich wollte mich nicht mehr treiben lassen und manchmal hilft etwas Abstand, um wieder den Blick zu schärfen für das Wesentliche. Aktuell arbeite ich für den DFB. Ich unterstütze den U15-Nationaltrainer Michael Prus bei den diversen Lehrgängen und bin ein Teil des Trainerstabs. Das macht mir unheimlichen Spaß. Ich habe mal den Blick hinter die Kulissen des größten Sportverbandes der Welt, dass ist hochinteressant. Das hat in mir wieder die Leidenschaft für den Fußball geweckt. Ich habe für mich festgestellt, dass mir die Momente auf dem Rasen fehlten, die Arbeit auf dem Trainingsplatz. Ich will nicht ausschließen, dass ich irgendwann wieder für einen Profiklub in Deutschland oder im Ausland arbeite. Aber dann geht es um Aufgaben und nicht um Positionen. Alles andere würde keinen Sinn machen.

Autor: Krystian Wozniak




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