24.06.2018

Marcel Reif

Thomas Müller gehört nicht mehr in die Startelf

Foto: Firo

Thomas Müller (28) ist der erfolgreichste WM-Torschütze im Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Beim Turnier in Russland läuft es für den Bayern-Star nicht rund.

Diese Bilanz ist beeindruckend. Jeweils fünf Tore sind Thomas Müller bei seinen ersten beiden Weltmeisterschaften gelungen. Zudem steuerte er sechs Torvorlagen bei. 2010 in Südafrika gewann er als erfolgreichster Torschütze des Turniers den goldenen Schuh. Mit insgesamt zehn Toren belegt der Offensivspieler des FC Bayern München in der ewigen Liste der deutschen WM-Torjäger gemeinsam mit Helmut Rahn Platz vier. Nur Jürgen Klinsmann (11), Gerd Müller (14) und Miroslav Klose (16) haben noch häufiger bei Weltmeisterschaften getroffen.

Bei der WM in Russland hat Müller die Möglichkeit, die einen oder anderen Platz in dieser elitären Rangliste gutzumachen. In den ersten beiden Spielen gegen Mexiko (0:1) und Schweden (2:1) war jedoch nichts davon zu erkennen, dass Weltmeisterschaften die Spezialität des Bayern-Profis sind. Müller enttäuschte auf ganzer Linie. Kein Durchsetzungsvermögen, keine Torgefahr. Beide Spiele liefen am Weltmeister von 2014 vorbei. Gegen Mexiko gelang ihm kein einziger Torschuss. Die Kritik am Bayern-Star wächst.

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Sport1-Experte Marcel Reif ist der Meinung, dass Müller seinen Kredit längst verspielt hat. Im letzten und entscheidenden Gruppenspiel am Mittwoch (16 Uhr) gegen Südkorea müsse Bundestrainer Joachim Löw auf den Helden der letzten beiden Weltmeisterschaften verzichten: "In der Form gehört er für mich nicht mehr in die Startelf", kritisiert Reif in seiner Kolumne bei Sport1. "Die Körpersprache, die kindliche Unbekümmertheit - alles irgendwie weg. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass der Bundestrainer vor dem nächsten Spiel zu ihm geht und sagt: 'Thomas, du bleibst heute draußen.'"

Für Müller müsse laut Reif der Leverkusener Julian Brandt beginnen. Nach Mesut Özil und Sami Khedira, die beim dramatischen Last-Minute-Sieg gegen die Schweden beide nicht zum Einsatz kamen, könne es einen weiteren etablierten Nationalspieler treffen. "Mit der Aufstellung, die er gewählt hat, habe ich den Eindruck: Löw hat endgültig mit der WM 2014 abgeschlossen. Er hat neue Spieler für bewährte Kräfte gebracht. Der Nächste, der an der Reihe ist, ist Julian Brandt."

Autor: Martin Herms

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