09.08.2017

TVD Velbert

Spielertrainer Mario Klinger im Interview

Foto: Socrates Tassos

Seit Ende Juni befindet sich der Fußball-Bezirksligist TVD Velbert bereits im Training. in wenigen Tagen beginnt nun die Meisterschaft.

Der neue Spielertrainer Mario Klinger, früher u.a. bei Schalke 04, Rot-Weiss Essen, beim FC Kaiserslautern oder auch bei Wattenscheid 09 am Ball, äußert sich im WAZ-Interview zu seinen Eindrücken, den Zielen und zu einer für ihn neuen Fußballwelt.

Herr Klinger, wie lautet Ihr erstes Zwischenfazit?
Wir sind eine fast komplett neue Mannschaft mit einem neuem Trainer. Da müssen sich zunächst einmal alle kennenlernen und es muss Vertrauen geschaffen werden. Zudem müssen die Abläufe abgestimmt werden. Wir haben eine lange Vorbereitung hinter uns, denn wir sind bereits seit sechs Wochen zusammen.

Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf?
Die Ergebnisse der Testspiele waren natürlich sehr durchwachsen. Allerdings liegt der Fokus in der Vorbereitung nicht auf den Resultaten, sondern darauf, dass man zum Beginn der Meisterschaft topfit ist. Jetzt gilt es, sich zu stabilisieren und Kontinuität hineinzubekommen.

Auch für Insider war Ihre Verpflichtung als Spielertrainer eine Überraschung. Wie sind der Klub und Sie eigentlich zusammengekommen?
Die Verantwortlichen des Vereins waren mit Spielern im Gespräch, die mich kannten und dann empfohlen haben. Dann wurde ich zu einem ersten Gespräch zum Kennenlernen eingeladen und in weiteren Gesprächen ist dann diese Idee entstanden und es hat sich dann immer weiter in diese Richtung entwickelt. Für mich ist das jetzt eine neue Herausforderung und der nächste Schritt in meiner sportlichen Laufbahn.

Sie haben ausschließlich in höheren Ligen gespielt und arbeiten jetzt erstmals in der Bezirksliga. War das nicht so etwas wie ein Kulturschock für Sie?
Für mich war das in der letzten Saison schon definitiv eine Veränderung, als ich aus der Regionalliga nach Kray in die Oberliga gewechselt bin. Jetzt ging es noch einmal zwei Klassen tiefer, das merkt man natürlich, das ist schon ein großer Unterschied. Wenn du aus dem professionellen Bereich kommst, sind viele Dinge für dich selbstverständlich, die in der Bezirksliga nicht mehr selbstverständlich sind. Da passieren Fehler, bei denen man gar nicht damit rechnet, dass die passieren können. Im Amateurbereich haben die Spieler Berufe, Fußball ist höchstens ein Nebenjob. Da werden die Prioritäten auch schon mal anders gesetzt. Man hat nie den gesamten Kader von 22 Spielern beim Training, sondern durchschnittlich vielleicht 15 oder 16, weil immer welche mal arbeiten müssen oder sogar im Urlaub sind.

Ist die Kaderplanung jetzt abgeschlossen oder ist noch an weitere Verpflichtungen gedacht?
Wenn alle Spieler gesund bleiben, sind keine Veränderungen mehr geplant. Sollte uns jedoch noch jemand kurzfristig verlassen oder – -was ich niemandem wünsche – sich jemand schwer verletzen, haben wir noch die Möglichkeit nachzulegen, denn die Transferperiode endet erst am 31. August. Wir haben zwar 22 Spieler, aber das sind nicht alles gestandene Akteure, sondern da sind auch einige Perspektivspieler dabei.

Der Verein bekennt sich ja recht offensiv dazu, dass der Aufstieg das Saisonziel ist. Wie gehen Sie damit um?
Jeder Verein will aus seinen Möglichkeiten das Maximale herausholen. Wir wollen natürlich auch erfolgreich Fußball spielen. Und den Erfolg kann man am Ende an der Tabelle ablesen.

Kennen Sie die Bezirksliga? Können Sie Ihre Chancen auf den Aufstieg einschätzen?
Ich habe immer Berührungspunkte gehabt, weil Freunde oder Bekannte da spielen. Ich hatte den Amateurfußball immer im Auge. Es gibt vier, fünf oder vielleicht sogar sechs Mannschaften, die stabil aufgestellt sind und oben mitspielen werden. Ich denke da zum Beispiel an Frohnhausen, die zweimal in Folge Zweiter wurden und nur knapp in der Relegation gescheitert sind, oder auch den 1. FC Wülfrath, der wohl auch viel Potenzial hat. Entscheidend wird sein, wer sich am konstantesten bewegt.

Autor: Joachim Dünn

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