Regionalliga

Waldhof Mannheim tritt nicht gegen China an

23. Juni 2017, 17:01 Uhr
Foto: Getty

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Die chinesische U20-Nationalelf soll in der Regionalliga Südwest mitspielen. Nun hat ein Traditionsverein gegen diesen Wunsch des DFB protestiert.

Eine chinesische U-Nationalmannschaft in der Regionalliga Südwest - die geplante Kooperation mit Fernost hat in ganz Fußball-Deutschland für kontroverse Diskussionen gesorgt. Gegenüber dieser Redaktion hatten die West-Regionalligisten Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen ihren Unmut gegenüber angestrebten Kooperation mit dem chinesischen Fußball geäußert. "Die Regionalliga wird zu einer Kirmesliga, damit der FC Bayern München mehr Trikots in China verkaufen kann", polterte RWO-Präsident Hajo Sommers.

Bei einer Tagung am 11. Juli wird die Liga über den Vorschlag befinden. Nach ersten Meldungen schien es so, als würden alle 19 Südwest-Vertreter dieser kurios wirkenden Idee zustimmen. Schließlich wurde den Klubs ein Prämie für ein Freundschaftsspiel gegen Chinas U20 versprochen. Rund 15 000 bis 20 000 Euro für jedes Spiel. Viel Geld für einen Viertligisten.

Doch auf diese Prämie will Waldhof Mannheim verzichten. Der Traditionsverein, der in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils in der Relegation scheitert hat am Freitag via Facebook eindeutig Stellung bezogen und "Nein" zu den Spielen gegen das künftige Olympia-Team der Chinesen gesagt. Demnach werde Waldhof zu den geplanten Spielen nicht antreten. "Auch wenn ein solches Spiel eine gute Vermarktungsmöglichkeit bietet, sollte man den regionalen Bezug nicht komplett verlieren", erklärte erklärt SVW-Geschäftsführer Markus Kompp. "In den Regionalligen und bei den Vereinen gibt es wichtigere Probleme, welche unserer Meinung nach vorrangig zu klären sind."

Stattdessen habe Mannheim dem FK Pirmasens ein Freundschaftsspiel angeboten. Der Klub musste in der vergangenen Saison als 14. in die Oberliga absteigen. Die Bitte, die Liga auf 20 Teams aufzustocken, wurde von Seiten des DFB abgelehnt. Dass die U20 Chinas eingegliedert wird, ist aber offensichtlich möglich.

Autor: Martin Herms

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