03.05.2016

Wattenscheid 09

Duo auf dem Sprung zu RWO

Foto: Thorsten Tillmann

Anfang Mai ist die Zeit, in der die meisten Spieler ihre Zukunft über die Saison hinaus planen. Ähnlich sieht es bei den Akteuren der SG Wattenscheid 09 aus.

Vieles deutet darauf hin, dass der Stamm der Elf, die eine so gute Saison hinlegte, die Lohrheide verlassen wird. Dass die Wattenscheider nur eines der letzten acht Spiele gewonnen haben, dürfte kein Zufall sein. "Wir können es drehen und wenden wie wir wollen: Doch die Köpfe sind nicht frei. Wir sind alles nur Menschen und jeder denkt da auch an seine eigene Zukunft. Da fehlen dann eben die nötigen fünf Prozent", sagt beispielsweise [person=5001]Güngör Kaya[/person], der mit 16 Treffern der beste Wattenscheider Torschütze ist. Etwas anders formuliert Manuel Glowacz - mit 14 Vorlagen der Top-Vorbereiter der Mannschaft - den aktuellen Trend: "Die Beine sind schwer. Wir hatten einige Englische Wochen mit Ligaspielen und harten Pokalfights, da kommt man mal in so einen Negativlauf. Zudem kommt natürlich hinzu, dass viele nicht wissen, wie es weiter geht. Das ist alles menschlich. Manche Dinge kann man nicht einfach so ausblenden."

Dass es für den Familienvater Glowacz, der in Köln lebt, in Wattenscheid weitergeht, ist eher unwahrscheinlich. Auch wenn der 28-Jährige mit 25 Scorerpunkten (elf Tore, 14 Vorlagen) - nur Mönchengladbachs Marlon Ritter (23 Tore, fünf Vorlagen) ist noch effektiver - betont, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei: "Ich fühle mich in Wattenscheid wohl, aber klar ist auch, dass ich eine kleine Familie zu ernähren habe. Am Ende muss ich mit meiner Frau entscheiden, was das Beste für uns ist. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Dass man nach einer ordentlichen Saison einige Anfragen vorliegen hat, ist natürlich schön."

Nach Informationen dieser Redaktion sollen allen voran Alemannia Aachen und Rot-Weiss Essen ein Auge auf den Sohn des ehemaligen Bundesligaprofis Jürgen Glowacz geworfen haben. "Ich werde mich nie an Spekulationen beteiligen. Es gibt Anfragen, die Vereine werde ich aber nicht nennen", sagt Glowacz. Angesprochen auf Aachen oder RWE sagt er nur: "Das sind natürlich zwei Hausnummern in dieser Liga. Jeder will doch vor 7000 oder mehr Zuschauern spielen." Zumindest der Tivoli dürfte für Glowacz nicht zu realisieren sein. "Ich kenne Manuel sehr gut und ich kann sagen, dass er uns zuletzt angeboten wurde. Aber diese Position ist bei uns zu. Unser Hauptaugenmerk liegt woanders", erklärt Aachens Trainer Fuat Kilic.

Am Ende muss ich mit meiner Frau entscheiden, was das Beste für uns ist
Manuel Glowacz

Vor etwas weniger Fans, aber auch weiter in der Regionalliga West, wird aller Voraussicht nach auch Kaya auf Torejagd gehen. Nach RS-Informationen steht der ehemalige Essener kurz vor der Unterschrift bei Rot-Weiß Oberhausen. Die Parteien sollen sich schon einig sein. Zuletzt soll auch Kilic beim 26-jährigen Angreifer angefragt haben: "Ich habe mit Kaya gesprochen. Ich denke, dass seine Quote viele Begehrlichkeiten weckt. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich ihn gerne in meiner Mannschaft sehen würde. Das ist aber einfacher gesagt als getan." Ein Wechsel zur Alemannia soll sich nach RS-Infos bereits zerschlagen haben. Kaya soll RWO favorisieren.

Sollte Kaya nach Oberhausen wechseln, könnte dieser auf einen aktuellen Mannschaftskollegen treffen. Denn neben Kaya sollen die Kleeblätter auch an den Diensten von Christopher Braun interessiert sein. Der ehemalige Oldenburger beackert in Wattenscheid die rechte Abwehrseite und könnte in Oberhausen Christoph Caspari, der nach dieser Saison vermutlich kürzer treten will, ersetzen. Zuletzt hatte Oberhausen noch Muhammet Karpuz (Eintracht Trier) für die Caspari-Nachfolge ins Visier genommen. Diesem soll aber mittlerweile abgesagt worden sein.

Autor: Krystian Wozniak

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