18.12.2015

FCG

So will Gütersloh das 70.000-Euro-Loch stopfen

Foto: Ketzer

Der FC Gütersloh spielt auch in der Rückrunde in der Oberliga Westfalen. Ob es anschließend weitergeht, steht noch nicht fest.

In der Jahreshauptversammlung des FC Gütersloh am Donnerstagabend haben die Mitglieder einstimmig beschlossen, die erste Mannschaft in der Oberliga zu halten. Im Anschluss an die Versammlung erklärte der Verein, wie er auch in der kommenden Saison in der fünften Liga antreten will.

Die Erklärung des FC Gütersloh im Wortlaut:

Es wird ein Kraftakt für den gesamten Verein und sein Umfeld, aber der FC Gütersloh wird es machen. Bei der Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder einstimmig beschlossen, den Spielbetrieb der ersten Mannschaft in der Oberliga zumindest bis zum Sommer fortzusetzen. Der FCG-Vorsitzende Andre Niermann rief alle Mitglieder, Fans und Freunde des Vereins auf, dabei mitzuhelfen das Finanzloch von 70.000 Euro in der Rückrunde zu schließen und danach eine nachhaltige Finanzierung sicherzustellen. Sollte keine dauerhafte Lösung gefunden werden, wird der FCG den Spielbetrieb in der Oberliga im Sommer einstellen.

Während der Versammlung gab sich Niermann vorsichtig optimistisch: "Ich sehe Möglichkeiten, dass wir bis zum Sommer eine Finanzierung hinbekommen. Dabei muss aber Jeder mitwirken", sagte er deutlich. Der Vorstand braucht dafür die Unterstützung aller Mitglieder, Fans und Freunde des Vereins. Zentrale Punkte in der Finanzierung sind eine Neuauflage der Trikotaktion "216 in 2016" und ein durchschnittlicher Zuschauerschnitt von 500 für die restlichen Heimspiele. Um diese Ziele zu erreichen, ist das gesamte Umfeld gefordert. Positive Signale gab es auch von der Wirtschaft und vom DSC Arminia Bielefeld, der dem FC Gütersloh ein Testspiel zugesagt hat.

Um eine dauerhafte und nachhaltige Finanzierung des Vereins zu gewährleisten und eine professionelle Vermarktung zu organisieren, hat der FCG bis Ende März Zeit. Ein Gütersloher Unternehmen will dem Verein kostenlos ein Marketingkonzept erstellen. Dem Vorstand mit Andre Niermann und Alexander Leng kommt es darauf an, den Verein langfristig auf stabile Füße zu stellen, damit der FCG in Ruhe arbeiten und wieder wachsen kann.

Vor der Entscheidung erläuterte Andre Niermann den Mitgliedern die wirtschaftliche Entwicklung des FCG in den letzten 18 Monaten. Bei Niermanns Amtsübernahme belasteten den Verein zum 30. Juni 2014 Altlasten in Höhe von insgesamt 134.000 Euro. Der frühere Vorsitzende Bernd Ruhnke unterstützte den Verein mit 50.000 Euro. Um den Spielbetrieb bis Ende 2014 fortzusetzen, fehlten zum damaligen Zeitpunkt insgesamt 195.000 Euro. Diese Altlasten wurden im Laufe des Jahres 2015 bereinigt, so dass der FC Gütersloh heute schuldenfrei ist. Da in der laufenden Saison die Einnahmen nicht ausreichen, ergibt sich das bekannte Finanzloch von 70.000 Euro. So stehen im Geschäftsjahr 2015 den Ausgaben von 318.000 Euro aktuell Einnahmen von 244.000 Euro gegenüber. Mit dem Geld werden nicht nur die erste Mannschaft, sondern auch die Jugendarbeit, die zweite Mannschaft, die Verwaltung und vieles mehr bezahlt. Auf Vorstand, Aufsichtsrat, Mitglieder, Fans und Freunde des FCG wartet in den nächsten drei Monaten viel Arbeit, um das Finanzloch zu schließen. (Quelle: fcguetersloh.com)

Autor: Marian Laske

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