02.12.2015

Alemannia Aachen

Auf dem Tivoli brennt der Baum

Foto: Michael Ketzer

Alemannia Aachen steckt in der Krise. Spätestens nach dem desaströsen 0:6 bei Viktoria Köln muss Trainer Christian Benbennek um seinen Job bangen. Der Tivoli brennt!

In Köln mussten Mannschaft und Coach zum Rapport bei den Fans. Die rund 1000 mitgereisten Aachener Anhänger waren außer sich und konnten die Arbeitsverweigerung des Teams nicht glauben. "Das war eine Schande", sagte Benbennek unmissverständlich. Er selbst weiß auch, dass es für ihn langsam eng wird. Die Benbennek-Raus-Rufe werden immer zahlreicher und lauter. "So ist das Geschäft", gibt sich der Fußballlehrer professionell.

Der Trainer stellt sich seit dem ersten Tag in den Dienst des Vereins. Daran hat sich nichts geändert. Klar ist aber auch, dass wir alles hinterfragen müssen
Alexander Klitzpera

Nach RS-Informationen musste der 43-jährige Familienvater unter der Woche sogar beim Vorstand zum Rapport. Eine große Analyse sollte eigentlich erst in der Winterpause folgen. Diese wurde nach der "Schande von Köln" vorgezogen. Noch ist der akribische, ehrgeizige Arbeiter Benbennek im Amt. Die Betonung liegt auf "noch". Eine Niederlage im kommenden Samstagsspiel (14 Uhr) gegen Spitzenreiter Sportfreunde Lotte würde wohl das Aus für den ehemaligen Havelser bedeuten. "Der Trainer stellt sich seit dem ersten Tag in den Dienst des Vereins. Daran hat sich nichts geändert. Klar ist aber auch, dass wir alles hinterfragen müssen", erklärt Alexander Klitzpera gegenüber RevierSport.

Eine Rückendeckung für den Trainer hört sich gewiss anders an. Aber auch der Sportliche Leiter Klitzpera verliert nicht den Blick für die Realität und weiß, dass die Alemannia weit hinter den vor der Saison gesteckten Zielen hinterher hinkt. Elf Punkte beträgt der Rückstand des einstigen Tabellenführers (nach dem 6. Spieltag stand Aachen auf Platz eins, Anm. d. Red.) auf den aktuellen Ligaprimus Lotte: "Unser Ziel lautet ab sofort Stabilität. Über Platzierungen brauchen wir uns erst einmal nicht mehr zu unterhalten. Wir fahren seit Wochen einen Zick-Zack-Kurs. Wir müssen in den Leistungen wieder stabil werden, dann kommen die Ergebnisse automatisch."

Zuletzt tauchten immer wieder Gerüchte auf, dass die Mannschaft gegen den Trainer spielen soll. Immerhin hatte Benbennek mit [person=5175]Frederic Löhe[/person], [person=2202]Dominik Ernst[/person] oder [person=7679]Bastian Müller[/person] schon drei Spieler während der Saison suspendiert. Diese aber auch wieder schnell begnadigt. Nach RS-Informationen soll es eine kleine Gruppe im Aachener Kader geben, die Stimmung gegen Benbennek machen soll. Klitzpera: "Das ist mir neu. Aber ich kann nur jedem Spieler sagen, dass hier keiner für den Trainer, Präsidenten oder Sportlichen Leiter spielt. Es geht hier um Alemannia Aachen. Die Spieler stehen bei der Alemannia unter Vertrag und erhalten vom Verein ihr Geld. Da dürfen und müssen alle Alemannen verlangen, dass sich die Mannschaft für Aachen den Allerwertesten aufreißt. Leidenschaft, Herz, Kampf, das sind die Grundtugenden in Aachen. Im letzten Spiel wurden diese mit den Füßen getreten. Jetzt kann die Mannschaft in den zwei verbleibenden Heimspielen zeigen, dass sie es auch anders kann."

Autor: Krystian Wozniak

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