28.04.2015

SV Hö.-Nie.

Eruptionen in der Chefetage lassen Acker beben

Foto: Tillmann

Vor einem Jahr bebte der Acker. Der SV Hönnepel-Niedermörmter erlangte bundesweite Anerkennung.

Nicht wegen der gefeierten Meisterschaft, sondern wegen seiner Entscheidung, freiwillig auf die Regionalliga zu verzichten. Denn das nötige Geld war vorhanden, genauso wie eine gute Mannschaft. Doch aufgrund der nach wie vor fehlenden Infrastruktur des Dorfklubs entschieden sich die Mitglieder gegen die Regionalliga.

„Wir hätten es wagen sollen“, zieht Trainer und Manager Georg Mewes als Fazit: „Auch wenn die Vernunft immer noch ‚Nein‘ sagt, blutet mir das Herz, wenn ich Mannschaften wie Hennef oder Wattenscheid da oben sehe. Das hätten wir auch geschafft. Der Meistertitel war der schönste Erfolg, aber auch der größte Nackenschlag.“

Die Sicht des Sportlichen Leiters ist verständlich, denn jetzt, fast zwölf Monate später, ist vom einstigen Glanz nicht mehr viel geblieben. Mit 15 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter aus Velbert haben die Schwarz-Gelben eigentlich ihr Image als „graue Maus“ wieder zurück.

Eigentlich. Denn im ansonsten beschaulichen Kalkar ist es alles andere als ruhig. Schließlich wird der SV Hö.-Nie. durch eine Personalentscheidung erschüttert. Auf der Jahreshauptversammlung hat urplötzlich ein Wechsel auf einer entscheidenden Position stattgefunden. Der bisherige „Vize“ Mario van Bebber hat den jahrelangen ersten Vorsitzenden Alexander Kehrmann abgelöst. Offiziell stellte sich der bisherige Hauptsponsor, der sich derzeit in der Reha befindet, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Doch nach RS-Informationen sind van Bebber und Kehrmann kräftig aneinandergeraten, weshalb Kehrmann auch sein finanzielles Engagement etwas zurückgeschraubt und seinem Widersacher den Vortritt gelassen hat.

„Pleite? Das ist Unsinn!“
Georg Mewes

Wie schwerwiegend der Zoff in der Führungsetage ist und welche Auswirkungen er hat, kann und will Mewes nicht bewerten. Aber er räumt mit einem Gerücht auf, wonach der SV Hö.-Nie. pleite sein soll. „Das ist Unsinn. Fakt ist: Wir müssen den Etat herunterfahren. Doch das ist kein Problem. Wir waren schon mal Erster und hatten nichts davon. Jetzt gehen wir halt mal einen anderen Weg, der auch spannend sein kann.“

Acht Stammspieler bleiben, sonst regiert die Jugend
Mewes setzt zukünftig auf die Jugend, hat allerdings auch einen Großteil seines Stammpersonals weiter an sich gebunden. So werden [person=5418]Tim Weichelt[/person], [person=4000]Nedzad Dragovic[/person], [person=4045]Daniel Boldt[/person], [person=1536]Markus Heppke[/person], [person=6545]Tim Seidel[/person], [person=6547]Dennis Terwiel[/person], [person=4285]Andre Trienenjost[/person], [person=3518]Benjamin Schüssler [/person]und [person=1209]Christian Mikolajczak[/person] bleiben.

Mewes setzt in Zukunft auf die Jugend

Die beiden Letzteren sind zudem Mewes Co-Trainer, weil sein bisheriger Assistent, [person=3762]Heinrich Losing[/person], als Chef-Coach beim Bezirksligisten in Süchteln anheuert. Außerdem werden [person=4184]Kevin Barra[/person] (Schonnebeck) und [person=4628]Marc Beckert[/person] (1. FC Bocholt) den Verein verlassen.

Dafür hat Mewes aber mit Vincent Aretz (VfR Oberhausen, Kreisliga A), Nico Hakvoort (VfL Rhede, A-Jugend) und Junus Kocaoglu (eigene U23) bislang drei Youngster dazu geholt: „Die Alten machen zu den gleichen Konditionen weiter und die Neuen sind günstiger als die, die uns verlassen. So kriegen wir trotzdem eine gute Mannschaft an den Start.“

Ob der neue SV Hö.-Nie den Acker sportlich zum Beben bringt, oder ob es heftige Eruptionen dank des Theaters in der Chefetage sein werden, bleibt allerdings noch abzuwarten. Fest steht nur: Beim SV Hö.-Nie. bleibt es auch in Zukunft spannend.

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