06.12.2009

Speidel freigestellt

"Mein schwerstes Spiel"

Eine Serie wird wohl reißen. Der SC Paderborn hat aus den letzten drei Begegnungen sieben Zähler eingefahren und ist seit 255 Minuten ohne Gegentor.

Der MSV hat derweil seit nunmehr fünf Partien nicht mehr verloren, elf Punkte geholt und die letzten beiden Auswärtshürden mit „Zu-Null-Siegen“ eingefahren.

„Doch es wird mein schwerstes Spiel mit Duisburg“, weiß Milan Sasic, was ihn und seine Elf erwartet. „Bisher hatten wir Gegner, die Fußball spielen, aber auch Platz für uns geboten haben. Der SC ist jedoch extrem zweikampfstark. Da müssen wir den unbedingten Willen zeigen und dagegenhalten. Nur dann können wir auch in Paderborn punkten.“

Die Bilanz des 51-Jährigen ist zwar in Ordnung, weil er mit zwei Remis und einem Dreier noch ungeschlagen ist. Um allerdings noch einmal an die Top-Platzierungen herankommen zu können, dürfen sich die Zebras keine Unentschieden mehr erlauben. „Wenn wir neun Punkte aus den letzten drei Spielen holen würden, wäre der Kontakt hergestellt“, rechnet sich Manager Bruno Hübner noch eine Chance aus, in den Aufstiegskampf reinzurutschen.

Doch bei der Aufholjagd wird neben den Langzeitverletzten auch ein weiteres Gesicht fehlen. Denn der bisherige Assistent Uwe Speidel spielt in den Planungen Sasic‘ keine Rolle mehr. Kein Wunder, denn mit Fuat Kilic hat er seinen eigenen „Co“ mitgebracht. Außerdem ist auch Mario Baric, der sich bislang um die Videoanalysen gekümmert hat, in die tägliche Trainingsarbeit integriert worden. „Der Junge hilft uns“, streicht Sasic heraus. „Er schreibt gerade seine Diplomarbeit in diesem Bereich und ist eine Verstärkung.“
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/014/677-15192_preview.jpeg Milan Sasic konzentriert sich auf den SCP.[/imgbox]
Aber was ist mit Speidel? Der 38-Jährige ist nicht mehr dabei und hat auch gegen Augsburg gefehlt. Hat es Knatsch zwischen ihm und Sasic gegeben und ist er deswegen nicht mehr an Bord? „Ich habe gar keine Befugnis, jemanden zu entlassen“, stellt der Kroate klar, dementiert aber auch nicht, dass es Unstimmigkeiten mit Speidel gegeben hat.

Speidel war bereits vorzeitig aus dem Kurztrainingslager in Bad Kreuznach nach Hause gefahren. Die offizielle Begründung: Der Diplom-Sportwissenschaftler sei krank gewesen. „Das war auch so“, nickt Hübner. „Danach ist er zurückgekommen und wir haben ihn dann von seinen Aufgaben befreit. Denn eins ist klar: Der Coach gibt die Richtung vor.“

Speidel, der sich zu den Vorkommnissen nicht äußert, wollte anscheinend Sasic‘ Weg nicht mitgehen und ist daraufhin suspendiert worden. „Wir sind in einem ständigen Dialog mit Uwe, haben aber noch keine Konstellation gefunden, wie er für uns weiterarbeiten kann“, skizziert Hübner den Stand der Verhandlungen. Schließlich bezahlt der MSV mit Rudi Bommer, Heiko Scholz und Peter Neururer schon drei Trainer und ein Vierter soll nicht noch auf die Gehaltsliste wandern. „Wir wollen ihn bei uns integrieren“, berichtet Hübner, der Speidel bei der U23 oder der Jugend einbinden möchte. „Wir haben ihm jetzt den Ball zugespielt und er ist nun an der Reihe, sich zu äußern.“ Sasic bleibt gelassen und meint nüchtern: „Es gibt jede Menge Arbeit bei uns, wenn man arbeiten will.“

Das personelle Geplänkel hinter den Kulissen darf aber nicht die Mannschaft in Ostwestfalen aus der Ruhe bringen. Denn schließlich soll am Ende ja nicht die Serie des MSV reißen.

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