Der nächste Super-Deal

Auch Mbappé nach Paris

Thomas Lelgemann
28. August 2017, 21:15 Uhr

Foto: dpa

Der 18-jährige Kylian Mbappé soll erst von der AS Monaco zu Paris St. Germain ausgeliehen werden und dann 180 Millionen Euro kosten.

Kylian Mbappé ist gerade einmal 18 Jahre alt, stand nur 21 Mal in der Startelf der AS Monaco in der französischen Liga und trug in insgesamt 27 Minuten in Pflichtspielen der französischen Nationalmannschaft das Trikot der Equipe Tricolore. Dem aus Kamerun stammenden Stürmer wird ein so großes Talent bescheinigt, dass sein Marktwert vom Portal Transfermarkt.de im Juni 2017 auf 35 Millionen Euro geschätzt wurde. Wie aufgeheizt dieser Transfersommer ist, zeigt sich jetzt am Fall Mbappé. Monaco und sein neuer Verein Paris St. Germain sind sich einig: Zunächst soll Mbappé an die Pariser ausgeliehen werden und dann für die Ablösesumme von 180 Millionen Euro plus Boni wechseln.
Die Pariser wollen mit aller Macht auf Europas Gipfel, egal was es kostet. Für den Brasilianer Neymar gaben sie schon 222 Millionen Euro aus.

Noch ist der Deal nicht perfekt, denn der Medizincheck steht noch aus. Am Montag gab der französische Nationaltrainer Didier Deschamps Grünes Licht, dass die ärztliche Untersuchung am Dienstag im Trainingszentrum Clairefontaine durchgeführt werden darf. Mbappé, der am Sonntag im Ligaspiel der AS Monaco nur auf der Bank saß, gehört zum französischen Aufgebot für das WM-Qualifikationsspiel am Donnerstag gegen die Niederlande.

Uefa-Präsident kündigt Prüfung an

Mit dem Konstrukt Ausleihe plus anschließendem Kauf Mbappés wollen die Pariser Sanktionen durch das Financial Fairplay der Europäischen Fußball-Union (Uefa) vermeiden. Im Fall Neymar soll das Geschäft über Umwege mittels eines Sponsorenvertrages bewerkstelligt werden. Das Financial Fair Play (FFP) besagt, dass ein Verein mit seinen Transferaktivitäten in den zurückliegenden drei Jahren ein Minus von maximal 30 Millionen Euro erwirtschaften darf. Paris St. Germain will jetzt bis zum Transferschluss noch Spieler verkaufen. Einer der Kandidaten ist der Ex-Schalker Julian Draxler.

Ob die Pariser wirklich die Financial-Fairplay-Regeln so umgehen können, wird sich zeigen. „Wir checken jeden Klub. Wir werden nach diesem Transferfenster und Abschluss unserer Prüfungen die Regeln genau anlegen, für alle gleich“, sagte Uefa-Präsident Aleksander Ceferin dem „Kicker“. „Wenn wir unsere eigenen Regeln nicht respektieren, können wir dichtmachen. Dann wären wir ein zahnloser Tiger.“ Theoretisch ist sogar der Ausschluss aus der Champions League möglich

Kommentieren