RB Leipzig

Vertretung der Profi-Fußballer sieht Fall Werner "inakzeptabel"

Martin Herms
18. Juni 2019, 12:05 Uhr

Foto: dpa

Die Vertretung der Profi-Fußballer hat Nationalspieler Timo Werner bezüglich seiner Vertragssituation bei RB Leipzig den Rücken gestärkt. 

Der Europa-Generalsekretär Jonas Baer-Hoffmann von der Fédération Internationale des Associations de Footballeurs Professionnels (FIFPRO) kritisierte die Äußerungen von Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten, dass der Nationalstürmer entweder verlängern oder für eine handelsübliche Ablösesumme den Verein in diesem Sommer verlassen soll. «Spieler haben selbstverständlich das Anrecht, dass ihre Verträge von Seiten der Vereine eingehalten werden», sagte Jonas Baer-Hoffmann dem mit Sky Sport News HD.

Laut der FIFPRO habe der Fall Adrien Rabiot in Frankreich gezeigt, dass manche Vereine «Spieler gezielt unter Druck setzen, um einen Ablauf der Vertragslaufzeit zu verhindern, bloß um von späteren Transferzahlungen zu profitieren». Baer-Hoffmann sieht da Parallelen zur Causa Werner: «Sollten sich diese unterschwelligen Androhungen bei Timo Werner fortsetzen, ist dies nicht hinnehmbar. Es ist inakzeptabel, meist junge Spieler, die lediglich ihren Vertrag erfüllen, medial und öffentlich an den Pranger zu stellen», betonte er. Ein Spieler müsse «ohne Druck und Androhungen möglicher Konsequenzen in der Lage sein, diesen einzuhalten und danach frei über den weiteren Verlauf seiner Karriere bestimmen zu können».

Ralf Rangnick, der seine Posten als Cheftrainer und Sportdirektor ab 1. Juli an Julian Nagelsmann beziehungsweise Markus Krösche übergibt und dann im RB-Konzern «Head of Sport und Development Soccer» wird, will im Fall des 23-jährigen Werner bis Ende des Monats «eine für alle Beteiligten sinnvolle Lösung zu finden». Dessen Vertrag läuft bis 2020. (dpa)

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19.06.2019 - 12:13 - lapofgods

Da tun sich beide Seiten nix. Die Vereine sind bestimmt nicht die Guten in dieser Auseinandersetzung. Wenn die Spieler loswerden wollen, dann verfügen sie auch über so allerhand Mobbingtricks, die von den Fans auch noch unterstützt werden.

- Freistellung
- Training mit der U23
- Trainingsgruppe B
- Mitteilung, dass man trotz laufendem Vertrags nicht mehr mit dem Spieler plant und er sich trollen soll
- Verpflichtung oder Vertragsverlängerung mit gleichzeitiger Ausleihe
- Einstellung der Bezahlung (wie in Uerdingen)

All diese Schäbigkeiten, die sie am eigenen Arbeitsplatz niemals akzeptieren würden, juckt Fans normalerweise nicht, weil sie eh der Meinung sind, dass "schlechte" Spieler gefälligst freiwillig und unbezahlt gehen sollen.

18.06.2019 - 18:59 - dr. breitner

Naja, wenn Bayern jetzt keine 40 Mio zahlen möchte und mit dem Timo jetzt einen Vertrag für die nächste Saison macht,
wo der Timo dann 20 Mio Handgeld machen kann, wer setzt dann wen unter Druck ? Doch wohl eher der Timo und die Bayern den RB,
dass die mal bitte schön den Timo für 20 Mio jetzt schon ziehen lassen.

18.06.2019 - 13:46 - Tief_im_Westen

Die Vereinigung wird diesen Sommer aber viel zu tun haben, wenn sie kritisieren werden, dass Spieler ihre Vereine unter Druck setzen und Berater diese vor der erlaubten Zeit den Vereinen anbieten, denn schließlich geht's doch inhaltlich um Verträge und nicht dich etwa, wie sich ein Spieler am besten die Taschen voll macht. Das wäre ja an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten..

18.06.2019 - 13:39 - memax

Komisch: Wenn Spieler keinen Bock haben, ihre Verträge zu erfüllen, dann hört man nichts von dieser FIFPRO. Noch ist die Situation ja so, dass die Vereine die Gelackmeierten sind und nicht die Spieler.