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Ultras Gelsenkirchen fordern "Rote Karte" für Tönnies

08. August 2019, 07:57 Uhr

Foto: firo

Schalke-Boss Clemens Tönnies wird sein Amt für drei Monate ruhen lassen und dann zurückkehren. Die Ultras Gelsenkirchen sind nicht einverstanden.

Es ist ein Sturm der Entrüstung, den Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies mit seinen abfälligen Kommentaren über Afrikaner ausgelöst hat. Die Entscheidung des Schalker Ehrenrats, die umstrittenen Äußerungen nicht zu sanktionieren, da der "Vorwurf des Rassismus unbegründet" sei, ist für viele Kritiker nicht hinnehmbar. Auch für die Ultras Gelsenkirchen. Die bedeutende Schalker Fangruppierung hat sich am Mittwochabend erstmals zum Fall Tönnies geäußert und die jüngsten Vorgänge beim Fußball-Bundesligisten scharf kritisiert. "Das Ergebnis des Ehrenrates ist für uns in keiner Art und Weise akzeptabel", heißt es in einer Stellungnahme auf der Homepage der Ultras.

Aufgrund seiner Äußerungen über Afrikaner in der vergangenen Woche als Gastredner beim „Tag des Handwerks“ in Paderborn bot Tönnies dem Ehrenrat am Dienstag an, sein Amt für drei Monate ruhen zu lassen und anschließend zurückzukehren. Dies wurde akzeptiert. Eine Strafe wurde nicht ausgesprochen. Nach Meinung der Ultras Gelsenkirchen wurde innerhalb des Ehrenrates mit zweierlei Maß gemessen. Gestützt wird diese These durch das Beispiel von Dr. Andreas Horn. Im Februar 2017 wurde das Aufsichtsratsmitglied vom Ehrenrat für zwölf Monate suspendiert, weil er Tönnies zu einem Rückzug bewegt haben soll. Der Ehrenrat sah darin einen Verstoß gegen das Schalker Leitbild und die Satzung des Vereins. "Für uns stellt sich hieraus natürlich die Frage, wo der Ehrenrat den Maßstab ansetzt. Inwiefern ist ein 'unsportliches Verhalten' also als schlimmer zu werten als ein 'diskriminierendes'? Vergleicht man diese beiden Fälle und vor allem den immensen Imageverlust des FC Schalke 04 e.V., so wird das Verhalten des Ehrenrats zur Farce", schreiben die Ultras.

Die Fangruppierung und Tönnies pflegen seit einigen Jahren ein angespanntes Verhältnis. Der Schalke-Boss hatte die Gruppierung zuletzt im vergangenen Mai kritisiert, nachdem zwei Vertreter der "UGE" Schalke-Spieler Benjamin Stambouli auf dem Rasen der Schalke-Arena die Kapitänsbinde abnahmen. "Damit überschreiten wir jede Linie, die es gibt", betonte Tönnies damals. Auch von Seiten der Ultras waren in der Vergangenheit immer wieder kritische Töne zu hören.

So überrascht es nicht, dass die Gruppierung im aktuellen Fall eine klare Haltung gegen Tönnies einnimmt und aufgrund der diskriminierenden Aussagen des Schalker Oberhauptes eine Suspendierung begrüßt: "Wir fordern daher, Clemens Tönnies die oftmals symbolisierte und angesprochene 'Rote Karte' zu zeigen und, dass der Verein Schalke 04 seiner Verantwortung gerecht wird!"

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