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Trainer Glöckner erklärt den Viktoria-Patzer

04. Mai 2019, 18:05 Uhr

Foto: Stefan Rittershaus

Viktoria Köln spielte vor 942 Zuschauern am 32. Spieltag der Regionalliga West 1:1 (1:0) gegen den SC Verl und verpasste somit einen großen Schritt in Richtung Aufstieg. Trotz des Patzers bleibt Viktoria weiterhin auf Aufstiegskurs.

Kapitän und Identifikationsfigur Mike Wunderlich hatte vor dem Spiel seiner Viktoria gegen den SC Verl die Marschroute deutlich vorgegeben: „Wir wollen die Partie unbedingt gewinnen. Die gesamte Mannschaft ist heiß und geht mit Vorfreude in das wichtige Duell.“ 


Was der 33-Jährige damit meinte: Bei einem eigenen Sieg gegen Verl und einer gleichzeitigen Niederlage von Verfolger RWO im Derby gegen RWE, wäre dem Verein mit dem Drittliga-Aufstieg, der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gelungen. Allerdings mussten sich die Kölner nach dem heutigen Spieltag mit den Feierlichkeiten noch gedulden. 

Viktoria-Trainer sieht gerechtes Unentschieden

Gegen den unbequemen und cleveren Gast aus Verl, kam die Truppe von Coach Patrick Glöckner, trotz Pausenführung, nicht über ein 1:1-Remis hinaus. Das Worst-Case-Szenario wurde aber vermieden, da RWO ebenfalls nur Unentschieden (1:1 gegen RWE) spielte. Somit hat der Vier-Punkte-Vorsprung, dank der Schützenhilfe von Essen, weiter Bestand. 

Der Trainer von Viktoria war nach dem Spiel nicht ganz zufrieden: „Die Leichtigkeit hat gefehlt. Wir haben stark angefangen, leider im zweiten Durchgang aber nachgelassen. Insgesamt geht die Punkteteilung in Ordnung“, betonte Glöckner. Der Gastgeber ging in Person von Stefano Maier nach einem hervorragenden Eckball von Wunderlich mit dem Pausenpfiff in Führung (45.). Da RWO zur Halbzeit auch gegen RWE mit 0:1 zurücklag, träumte das komplette Stadion bereits vom Aufstieg. 

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Nach dem Pausentee agierte Köln jedoch zu verkrampft und wurde prompt bestraft. Aygün Yildirim erzielte den Ausgleich für die Gäste (71.). Beide Mannschaften hatten in der Folgezeit noch Torchancen zum Sieg, aber es blieb beim leistungsgerechten Unentschieden. SCV-Trainer Guerino Capretti war nach dem Duell stolz auf sein Team: „Aufgrund der Leistung in der zweiten Hälfte, haben wir uns das Remis erarbeitet und verdient“, kommentierte Capretti.

Glöckner hingegen richtete nach dem enttäuschenden Ergebnis den Blick nach vorne: „Wir müssen den leichten Rückschlag wegstecken, haben aber weiterhin noch alles in der eigenen Hand“, sagte der 42-Jährige. Eine weitere Chance den langersehnten Aufstieg perfekt zu machen, bietet sich für die Viktorianer am kommenden Wochenende. Mit einem Sieg beim abstiegsbedrohten Aufsteiger SV Straelen wäre der Traum von Liga drei endgültig perfekt. Dafür braucht der Spitzenreiter aber eine Leistungssteigerung.

Autor: Fabrice Nühlen 

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06.05.2019 - 18:39 - Grave

@JeffdS
Natürlich macht das den Kohl auch nicht fett wenn die tatsächlichen Zuschauerzahlen bei Viktoria manchmal etwas höher liegen als durchgegeben, aber auch so liegt Viktoria von 90 Viertligisten in der Zuschauerrangliste momentan auf Platz 21. Natürlich spielt Viktoria im Gegensatz zu den meisten Vereinen sportlich oben mit, aber neigefraiche hat die Zahlen ja schon interpretiert und relativiert, und ergänzend kommt hinzu dass viele andere momentane Viertliga-Vereine in den letzten Jahrzehnten sportlich wesentlich erfolgreicher als Viktoria waren, teilweise zweite und sogar erste Bundesliga, und so ausreichend Gelegenheit hatten neue Fans dazuzugewinnen. Diese Möglichkeit muss Viktoria erst einmal haben.

06.05.2019 - 11:13 - Hermann 48

So nachdem ich alle Kommentare gelesen habe nun auch noch mein Kommentar. An sich bezieht er sich nur auf den Trainer. Ich kann mich nach 50 Jahren Viktoria nicht darin erinnern einen solch passiven Trainer an der Linie gesehen zu haben. Breitbeinig da stehen hilft keiner Mannschaft ohne etwas Power in schwierigen Spielen an die Mannschaft zu vermitteln. Trainingsmethodik scheint auch ein Schwachpunkt zu sein. Kein Verein hat eine solche Vielzahl von Kreuzbandrissen von beginn der Saison an, bis in die Saison hinnein. Er beginnt jedes Spiel so als ein 0:0 das beste Ergebnis wäre was man erreichen sollte. Das beginnt schon bei unseren erfahrenen Innenverteidiger die sich in 90 Minuten geschätzte 15 Minuten den Ball hin und her schieben. Bloß kein schneller Angriff und den Gegner sich in Ruhe Positionieren lassen. Kein Zuschauer hat Woche für Woche auf ein solches Spiel lust. Wochenlang wundert man sich warum RWO in den Minuten 90 plus noch ein Tor macht. Ich kann das den Verantwortlichen der Viktoria sagen. Schauen sie auf RWO Trainer Terranova, der lebt das Spiel mit und schläft nicht an der Linie ein wie unser Trainer. Schaut man sich die erste Halbsaison an, so muss man auch feststellen das viele Spiele sehr glücklich gewonnen wurden und aktuell der Normalzustand ist. Zumindest kann ich Viktoria versprechen das wir aus Bergheim nicht mehr mit 2 Autos gleich 8 Personen zur Viktoria fahren sondern lieber unseren Dorffussball uns anschauen. Wenn Glöckner weg ist, kann man wieder dort hingehen. Sorry vergessen das Herr Wunderlich Herrn Glöckner das versprechen gab bei Aufstieg geht es auch weiter für ihn bei der Viktoria, jedoch ohne uns. Das letzte , ich glaube einige Spieler haben auch nicht die Absicht aufzusteigen. 4. Liga im Ü30 Alter ist bequemer als 3. Liga. Geld bleibt auch gleich, da Herr Wernze zahlt und schweigt.

06.05.2019 - 00:32 - Frankiboy51

Also muß die Lösung heißen. der Schiedsrichter pfeift gegen SV Straelen mindestens 2 Strafstöße die den Sohnemann in der Goalgettertabelle beßer aussehen läßt, oder der Vater wechselt diesmal, wieder ein Rekord in RLW, vor dem letzten Spieltag den Trainer aus.

... und auf der Emscherinsel wird wieder gesungen: "Wir gewinnen sowie soo, ohh RWOooh.

05.05.2019 - 18:33 - Grave

@Julius.Oppermann
Nach Ihrer Logik dürfte es dann nie Mannschaften geben die aufsteigen wollen.

Viktorias Mannschaft bettelt nicht um die Ablösung an der Tabellenspitze, sie bettelt um die Ablösung des Trainers.

05.05.2019 - 09:52 - Julius.Oppermann

Man hat nicht den Eindruck, als wollten die Kölner Spieler unbedingt in die 3. Liga. Sie betteln direkt um die Ablösung an der Tabellenspitze.
Der Grund hierfür dürfte sein, dass beim Aufstieg und auch beim Abstieg von Vereinen die Spieler heute oftmals fast zu 90% ausgetauscht werden. Diese Übung ist nicht gerade motivierend, einen Aufstieg anzustreben. Wer will schon den Wohnort wechseln, wenn man sich eingelebt hat z. B. in Köln. Oftmals müssten die Kinder die Schule wechseln. Da bleibt man dann doch lieber in der 4. Liga, wo man es aushahalten kann.

05.05.2019 - 09:22 - neigefraiche

Und jetzt kommt es noch besser: Zuschauermäßig liegt Viktoria deutschlandweit unter den Top-10!!

Wie es Macabros schon schrieb, und ich selbst schon vor einiger Zeit ausführlich aufgelistet habe: die Konkurrenz der Viktoria in Köln ist übermächtig. Es ist nicht nur der FC, der Zuschauerzahlen wie auch Mitgliederzahlen wegkannibalisiert, es sind auch die Haie, die Rot-, Blau- und Schwarzweißen vom Feld- und Hallenhockey, die Basketballer aus der zweiten Liga, auch die Fortuna, die über 100 Karnevalsvereine, .... und unzählige andere (Sport- und Kultur-) Veranstaltungen, die an jedem Wochenende hier in Köln stattfinden und ganze Familien gar aus einem Umkreis von 100 km anlocken. Dennoch liegt Viktoria in der Zuschauergunst deutschlandweit unter den Top-10, wie folgende Statistik (erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aktuelle Zuschauerzahlen von transfermarkt.de) belegt:

In einer gültigen Statistik müssen natürlich Äpfel mit Äpfel verglichen werden, nicht Äpfel mit Birnen: "Zweite Vereine" einer Stadt also mit "Zweiten Vereinen" einer anderen Stadt.

Der Blick auf deutsche Großstädte (in Klammern die Ranglistenplatzierung nach Einwohnern, ausgewählt sind Top-20-Großstädte sowie weitere mit Bundesligafußball und Sonstige) zeigt folgendes:
Düsseldorf (7) - zweiter Verein TURU, 129 Zuschauer im Schnitt.
Dortmund (8) - zweiter Verein ASC 09 (Oberliga), 354
Essen (9) - Schwarz-Weiß, 219 (oder Schonnebeck?, 278; oder Kray?, 247)
Bremen (11) - Union (Landesliga), 35 (Bremer SV, Bremen Liga, 192)
Dresden (12) - unbekannt
Hannover (13) - Arminia (Oberliga), 306
Nürnberg (14) - Türkspor (Bezirksliga)?, 83
Duisburg (15) - FSV, 212
Bochum (16) - SG 09, 748
Wuppertal (17) - Bayer, unbekannt; (oder Cronenberg, Landesliga?, 178)
Bielefeld (18) - Fichte (Landesliga); Jöllenbeck (Verbandsliga), unbekannt
Bonn (19) - unbekannt
Münster (20) - unbekannt
Augsburg (23) - Schwaben (Bayernliga), 128
Gelsenkirchen (25) - SC Hassel (Oberliga), unbekannt
Mönchengladbach (26) - 1. FC (Landesliga), 89
Freiburg (33) - FC Freiburg (Verbandsliga), <200
Mainz (36) - TSV Schott (Oberliga), 217
Oberhausen (37) - DJK/Arminia Klosterhardt (Landesliga), 200
Leverkusen (49) - VFL, Insolvenz 2017
Wolfsburg (62), Lupo-Martini (RL Nord), 246

Ausnahmen sind lediglich die sechs größten Städte in Deutschland, und Leipzig:
Berlin (1) - Union, 21.182
Hamburg (2) - FC St. Pauli, 29.521
München (3) - TSV 1860, 14.950
Frankfurt (5) - FSV, 1.345
Stuttgart (6) - Kickers, 2.813
Leipzig (10) - Lokomotive, 3.054.

Das war eine Liste der Großstädte mit ihren "Zweiten Vereinen" und den ermittelbaren aktuellen Zuschauerzahlen im Durchschnitt. Jetzt aber kommt der Hammer: Betrachtet man allein die Ligazugehörigkeit, so gilt Viktoria Köln in der Großstadt Köln als "Dritter Verein". Man müsste die obige ausführliche Liste eigentlich korrigieren ....

Vergleicht man also allein die 20 größten Städte in Deutschland, so liegt Viktoria als "Dritter Verein" unter den "Zweiten Vereinen" im Zuschauerdurchschnitt auf Platz 7 bzw. Platz 9, wenn man Unterhaching (3.339) und Fortuna Köln (3.154) als weiteren Dritten bzw. Zweiten Verein aus München bzw. Köln mit höherem Zuschauerdurchschnitt noch hinzuzählen möchte.

Das sieht bei der Viktoria doch blendend aus, deutschlandweit unter den Top-10, in einer Statistik als "Dritter Verein" unter "Zweiten Vereinen"!!

In einer Statistik unter "Dritten Vereinen" wäre Viktoria hinter Unterhaching deutschlandweit auf Platz 2!!

Noch ein positiver Aspekt, der uns Viktorianer beruhigt in die Zukunft schauen lässt: Diese Saison verzeichnet den höchsten Zuschauerschnitt seit 6 Jahren! Tendenz also deutlich steigend!!

05.05.2019 - 08:09 - neigefraiche

Von einem Tabellenführer, der zudem in eine Profiliga aufsteigen will, erwarte ich Souveränität auf dem Platz, wie einst in der Meistersaison, wo es nur 9 Spiele gab, die knapp mit einem Tor Vorsprung gewonnen wurden oder wo nur ein Punkt herausgesprungen ist – Gewurstel also über 90 Minuten. In dieser Saison gab es davon bereits doppelt so viele. Allein das Torverhältnis spricht Bände, diese Saison als Tabellenführer lediglich +21, wenn man gegen den Bruder aus Herkenrath, die schlechteste RL-Mannschaft der letzten Jahre, die herausgeschossenen +12 mal abzieht. In der Meistersaison war das Torverhältnis doppelt so hoch, wobei man es sich noch leisten konnte als feststehender Meister zwei der letzten beiden Spiele der Saison zu verlieren. In jener Saison gewann Viktoria die letzten 4 Spiele in Bestform mit 4:0. 5:1, 5:1 und 5:0 (darunter mit RWO und Wattenscheid die Plätze 2 und 5. Das nenne ich eine souveräne Leistung als Meister. In dieser Saison befindet sich Viktoria gefühlt in einer Dauerkrise. Beim FC beispielsweise hat die 4. Krise zur Trennung vom Trainer geführt, trotz Tabellenführung, und mit Weitsicht. Auch von der GF der Viktoria erwarte ich Weitsicht, selbst wenn es nach außen hin befremdlich aussehen wird, den Trainer kurz vor oder wenigstens spätestens nach seinem größten Erfolg zu entlassen. Was geht dem Viktorianer die Sicht von außen an, wenn jener Blick nicht das wesentliche umfasst und nur bis zur Nasenspitze geht. Die Sicht von Unwissenden.

Genau wie der stetige Blick Unwissender auf Viktorias Zuschauerzahlen. In der Liga liegt Viktoria mit einem Schnitt von über 1.200 auf Platz 5. Das ist zum ersten nicht schlecht, zumal alle 4 Vereine, die vor Viktoria stehen, in den letzten Jahren finanziell arg am Hungertuch nagen. Höhere Zuschauerzahlen also bringen den Verein auch nicht weiter, erhöhen somit also auch nicht die Daseinsberechtigung.

Den "nur" fünftbesten Schnitt einer Liga zu haben ist im Regionalliga-Vergleich auch nicht schlecht: Der Fünfte der Zuschauerzahlen in RL Nordost liegt darunter, in RL Bayern wäre Viktoria fast Erster, und in RL Nord wäre Viktoria knapp Dritter mit großen Abstand zum Vierten.

In der Bundesliga haben Frankfurt, in der 2. BL Union Berlin, und in der 3. Liga der KSC den "nur" fünftbesten Zuschauerschnitt. Wollen die Herren JeffdS und Underground all diesen Vereinen und denen darunter die Daseinsberechtigung verwehren? Dann gäbe es in jeder LIga nur 4 Mannschaften, die um Meisterschaft spielen dürften ....

04.05.2019 - 22:57 - JeffdS

Also 1250 klingt natürlich schon deutlich mehr nach Liga 3 .. damit wäre man in der Zuschauertabelle in der Oberliga vorne dabei .. darauf wollte Underground anscheinend hinweisen ..

04.05.2019 - 21:18 - Hotteköln

Und unseren Tainer kann man in die Tonne klopfen. Hoffe das wir trotzdem den Aufstieg schaffen. Wird dann nicht am Trainer gelegen haben sondern am Potential der Mannschaft. :(

04.05.2019 - 21:15 - Hotteköln

@ Underground.
Woher kommst du und warum der blöde Spruch? Schau dir andere Zuschauerzahlen vergleichbarer Vereine an.
Speziell zu diesem Spiel: Ich war selbst im Stadion und bin DK. Die Zahlen von heute stimmen im Leben nicht. Waren mindestens 350 mehr da.

04.05.2019 - 19:21 - Macabros

Das ist Köln, was willst Du da anderes erwarten. In der Stadt gibt es nur den FC und dann erstmal nix. Ist aber bei den meisten Vereinen der ersten Liga genauso. Oder kennt Ihr einen zweiten Verein in Dortmund, Schalke oder Gladbach der mehr Leute hinterm Ofen herlockt als diese 900 ?

04.05.2019 - 18:34 - Underground

942 zu diesem Zeitpunkt? Respekt, da freut sich jeder in der 3.liga richtig auf euch. Ihr seid ein Gewinn für jede Liga.