30.10.2018

Eishockey

Torfestival! Moskitos ballern sich aus Krise

Foto: Michael Gohl

Mit 9:2 fegen sie in eigener Halle die Piranhas aus Rostock vom Eis. Schon beim 2:3 in Tilburg legten die Essener einen fulminanten Auftritt hin.

Die Wohnbau Moskitos haben sich am Sonntagabend aus der vermeintlichen Krise geschossen – und wie: Mit einem furiosen 9:2 fegten sie über die Piranhas aus Rostock hinweg und betrieben so Frustbewältigung der Extraklasse. Bereits am Freitag legte der ESC einen forschen Auftritt bei Liga-Primus Tilburg Trappers aufs Eis, ging beim 2:3 aber leer aus.

Mit dem neuerlichen Torfestival rehabilitierten sich die Essener beim eigenen Publikum, das die Spieler nach dem leicht blamablen 3:6 gegen Erfurt in der Vorwoche teilweise mit Pfiffen bedacht hatte. Den schwachen Auftritt dürfte aber auch die kritische Anhängerschaft spätestens nach dem 9:2 in die Kategorie Ausrutscher umsortiert haben. Gegen Rostock setzten die Moskitos ihre positive Entwicklung, die sich in den Wochen zuvor angedeutet hatte, weiter fort.


Routinier Gosdeck schnürt Dreierpack

„Man konnte die ganze Zeit ein gutes Gefühl haben, es bestand nie die Gefahr, dass wir heute Punkte abgeben würden“, resümierte ESC-Teamchef Frank Gentges im Anschluss. Ein Haar in der Suppe wollte der sonst eher kritische Coach nicht suchen: „Man könnte die Chancenverwertung bemängeln, aber nach einem 9:2-Sieg muss man nicht hadern.“ In der Tat: Die Mücken hätten das Ergebnis auch gut und gerne in Richtung Zweistelligkeit biegen können. Insgesamt schossen sie ganze 52 Mal auf das Rostocker Gehäuse, Gäste-Goalie Jan Dalgic flog der Puck zeitweise um die Ohren.

Schon oft in der noch jungen Spielzeit hatte sich Gentges über die Abschlussschwäche seiner Offensive echauffiert. Doch am Sonntag lieferten sie alle: Die bis dato eher glücklos agierenden Arthur Lemmer, Julian Airich und Andre Gerartz sammelten jeweils drei Scorerpunkte, Lars Grözinger steuerte gar vier Vorlagen bei. Und Routinier Carsten Gosdeck glänzte mit einem Dreierpack. Sonderlich überrascht von der Leistung der Essener wirkte der 39-jährige nach der Partie aber nicht. Chancen habe man ja schon in den letzten Wochen zu genüge gehabt, so Gosdeck. „Aber heute haben wir sie endlich mal genutzt“, freute sich der Matchwinner.

Lennartsson leidet unter Rostock-Frust

Einzig die Verletzung von Viktor Lennartsson befleckte das harmonische Bild am Westbahnhof etwas. Als die Partie kurz vor Schluss schon lange entschieden war, hatte Rostocks Viktor Beck wohl Probleme, seinen Frust über die Niederlage zu katalysieren. Er checkte den Essener Import rüde um, der musste wiederum verletzt vom Eis. Ganz zum Unverständnis von Gentges: „Ich habe ja nichts gegen einen klassischen Faustkampf, aber das muss dann doch nicht mehr sein.“

Lennartsson unterzog sich am Montag einer MRT-Untersuchung (Ergebnis noch ausstehend). Dafür war das zuvor lange verletzte Abwehrtalent Thomas Gauch am Wochenende wieder mit an Bord. Gerade rechtzeitig, denn in dieser Woche steht ein Doppel-Hamburger auf dem Speiseplan der Mücken. Mittwoch gastieren sie zum Halloween-Spiel bei den Crocodiles (18.30 Uhr), zwei Tage später kommen die Hansestädter an den Westbahnhof (20 Uhr). Beide Teams sind aktuell Tabellennachbarn, durch mindestens einen Sieg würden die Mücken auf einen direkten Playoff-Platz vorrücken.

Autor: Erik Asmussen

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