Lothar Dohr ist jedem Fan von Rot-Weiss Essen ein Begriff. Der gebürtige Essener heizte die Fans über mehrere Jahrzehnte mit dem Ruf „Wer ist der Schreck vom Niederrhein?“ ein. Im Gespräch mit RevierSport blickt Dohr zurück und spricht über die RWE-Fans.

RL West

RWE: "Der Schreck vom Niederrhein" träumt vom Aufstieg

Fabrice Nühlen
21. Mai 2020, 06:00 Uhr
Lothar Dohr hat mit Rot-Weiss Essen schon alles erlebt. Foto: Ulrich von Born

Lothar Dohr hat mit Rot-Weiss Essen schon alles erlebt. Foto: Ulrich von Born

Lothar Dohr ist jedem Fan von Rot-Weiss Essen ein Begriff. Der gebürtige Essener heizte die Fans über mehrere Jahrzehnte mit dem Ruf „Wer ist der Schreck vom Niederrhein?“ ein. Im Gespräch mit RevierSport blickt Dohr zurück und spricht über die RWE-Fans.

Lothar Dohr ist in der RWE-Fanszene eine Legende. Der heute 60-Jährige wurde durch den Schlachtruf „Wer ist der Schreck vom Niederrhein?“ berühmt und gehörte in der rot-weissen Fankultur in den vergangenen Jahrzehnten zu den wichtigsten Persönlichkeiten. Angefangen hatte seine Reise in den 70er Jahren. 


Lothar Dohr war erst 15 Jahre alt, als er beim Bundesliga-Auswärtsspiel von Rot-Weiss Essen beim FC Bayern München (2:2) am 23.11.1974 auf einen Wellenbrecher stieg und die RWE-Fans einheizte. Laut Dohr war es damals eine spontane Aktion: „Den Ruf gab es schon, aber er wurde vorher nicht regelmäßig durchgeführt. Ich hatte eine markante Stimme und kam bei den Fans anscheinend gut an. Daraufhin habe ich es ständig gemacht. Später musste ich dann aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Zum letzten Mal habe ich den Schlachtruf bei unserem Aufstieg in die Regionalliga im Jahr 2011 gemacht. Beim Spiel in Siegen war es Bestandteil der Aufstiegsfeier. Das war ein schöner Moment“, erklärt Dohr gegenüber RevierSport.

Schlachtruf bleibt unerreicht - die Westkurve war gefürchtet

Nachdem der Kult-Fan aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste, versuchten andere Fans, den Ruf zu kopieren und am Leben zu halten. Doch kein Nachfolger hatte auch nur annähernd den Erfolg von Lothar Dohr, der die Massen mit seiner leidenschaftlichen Art mitreißen konnte. 


Dohr hat dafür eine ganz einfache Erklärung: „Für so eine Aufgabe musst du eine besondere Stimme haben und alles geben, damit dir das ganze Stadion folgt. Das war bei den anderen nicht unbedingt gegeben.“ 

Seit 2002 ist Dohr Fanbeauftragter bei RWE und arbeitet seit 2006 dort nebenberuflich. Dohr macht diesen Job aus Leidenschaft: „Ich kann bei meinem Verein arbeiten. Das ist schon besonders. Ich bin ein Ansprechpartner für die Fans und wirke bei der Kommunikation zwischen Fans und Verein mit. Außerdem betreue ich Fangruppierungen.“ 

Lothar Dohr wird im November 61 Jahre alt und hat im Fußball mehrere Jahrzehnte miterlebt. Dementsprechend kann die Fan-Legende einen Vergleich zwischen der Fankultur von früher und heute ziehen: „Damals sind die Menschen beim Fußball hängengeblieben, weil die Stimmung phänomenal war. Es gab noch keine Ultras. Die Gäste hatten Angst, wenn sie an der Hafenstraße aufgelaufen sind. Die Westkurve war gefürchtet. Das hat sich leider über die Jahre hinweg verändert“, beschreibt Dohr.

RWE-Fans sind „einzigartig“

Trotzdem sind die RWE-Fans für den „Schreck vom Niederrhein“ auch heutzutage noch einzigartig: „Die Treue und Leidensfähigkeit zeichnet unsere Zuschauer aus. Wir haben viele eingefleischte Fans, die den Verein immer unterstützen werden. Gerade in schwierigen Zeiten. Ich hoffe, dass wir bald mit dem Aufstieg belohnt werden und aus dieser Schweineliga rauskommen. Es ist ein Witz, dass der Spitzenreiter in die Relegation muss. Wenn die Regionalliga-Zeit vorbei ist, dann bin ich überzeugt, dass es aufwärts geht und wir hinter Dortmund und Gelsenkirchen die dritte Macht im Revier werden.“

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Kommentieren

24.05.2020 - 20:53 - Bierchen

Netter Kommentar, #tiefimwesten61, so soll sein!

24.05.2020 - 14:06 - tiefimwesten61

Noch ein Nachtrag: "Wer ist der Schreck vom Niederrhein? Nur der RWE!" - das war wirklich genial und noch heute läuft mir ein Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke. Es war eine geile Zeit damals...

24.05.2020 - 13:44 - tiefimwesten61

Am VfL Bochum kommt RWE nicht vorbei...Vielleicht war Rot-Weiß Essen früher, in den 70ern, eine größere Macht im Pott, größer als der VfL. An die Derbys zwischen diesen beiden, die ich natürlich zu den BIG FIVE im Ruhrpott zähle(Schalke und Dortmund als Giganten, der VfL, der MSV und RWE dahinter) kann ich mich noch sehr gut erinnern. Es gab immer auch Auseinandersetzungen zwischen den Fans, im Stadion an der Castroper Straße, in dem ich quasi groß geworden bin, und an der Hafenstraße, wo wirklich aus meiner Bochumer Sicht die Hölle los war. Die Derbys gegen S04, RWE und den MSV waren großartig. Es hat immer geknistert. Auch Spiele gegen RWO oder den WSV habe ich in der Bundesliga miterlebt. Das waren deutlich kleinere Duelle. Wenn der VfL noch in der Bundesliga spielen würde, würde ich mir die Gegner von damals sicherlich zurückwünschen, bei aller Rivalität: RWE und den MSV. Der BVB spielte damals, bis 1976, nur eine untergeordnete Rolle. In der ersten Hälfte der 70er war er ja kein Bundesligist! Daß Dortmund aber damals eine große Macht war, erkannte ich beim ersten Bundesligaspiel im Westfalenstadion 1976, als mein VfL den FC Schalke zum Heimspiel in Dortmund empfing! Nur nochmal ganz kurz: Die Nummer drei im Pott ist schon lange der VfL. Auch in Essen haben wir einige Fans. Das kann ich immer sehen, wenn ich am Spieltag zu den Heimspielen mit der Bahn anreise! Gruß an alle VfL- und auch RWE-Fans!

23.05.2020 - 13:18 - lotto-wanne

Dieser Kommentar wurde entfernt.

22.05.2020 - 01:53 - Zeitgeist5982

Warum wird hier Gewalt so verherrlicht? Muss man anderen Gruppen körperliche oder psychische Gewalt antun? Einfach vor dem Spiel ein bisken joggen oder auf den Rüttenscheider Markt gehen und mit einem Pilsken in der Hand Richtung Hafenstraße tapern. Beste...

21.05.2020 - 22:11 - Außenverteidiger

Danke gleichfalls. :) Letztendlich geht's darum, wie man gewinnt. In jedem Kampf muss man ans Limit gehen. Geht man ans Limit, muss man mit den Konsequenzen leben.
Kurz:Hau ich gegen einen Kopf, muss ich mit dem Totschlag rechnen. Die Anatomie des Kopfes ist bei allen gleich und kennt keine Unterschiede.

21.05.2020 - 21:58 - RWEimRheingau

Ok AV, lassen wir es. Deinen Gedankengängen kann ich nicht folgen und sie auch nicht verstehen. Wir reden vielleicht auch aneinander vorbei, aber egal, mach Du Dein Ding und bleib gesund.

21.05.2020 - 20:59 - Außenverteidiger

Wenn ich in einem Faustkampf innerhalb einer Gruppe agiere, will ich siegen. Egal wie. Der Sieg bei einem Faustschlag ist nur durch KO/Tot zu erreichen. Ein richtiger Schlag, kann das Leben des Gegners beenden. Führt aber gleichzeitig zum Sieg. Das muss man sich einfach bewusst machen. Gilt auch für Flaschen oder Steinewerfer. Ein Treffer an der richtigen Stelle, bedeutet anatomisch den Tod. Ganz einfach. Will ich niemanden abschlachten, dann schlage ich weder auf den Kopf, boch werfe ich Steine oder Flaschen. Ist doch logisch. Alles andere motiviert mich als Menschen. Sprich den gegenüber auszuschalten.

21.05.2020 - 20:56 - Außenverteidiger

Ja, deshalb finde ich Wettbewerbe, wie sie auch immer modelliert werden, nur mit echten Regeln fair.
Alles andere ist krank und abzulehnen. Der komplette illegale Bereich ist Gift für jeden Wohlstand. Egal auf welcher Ebene.

21.05.2020 - 20:08 - RWEimRheingau

AV, lies Dir doch das was Du geschrieben hast nochmal durch und finde den Fehler. Der, der sich einem Kampf auf der Straße durch Flucht entzieht, ist der wahre Gewinner. Ich wünsche Dir, dass Du in einer 1:1 Situation auf die richtige Gewichtsklasse triffst. Aber wie gesagt, es ist immer intelligenter sein Ego in den Hintern zu treten und abzuhauen wenn es irgendwie möglich ist.

21.05.2020 - 18:32 - Außenverteidiger

@Ömmes: Ich halte kreyerbengel nicht für einen Lutscher. Damals waren Gruppenkämpfe der Trend. Ich bin für 1:1 Situationen. Die Rahmenbedingungen müssen gleich sein, alles andere ist feige und gehört sich nicht. Mut hat nämlich nicht's mit Lutscher zu tun. Ganz im Gegenteil. Der Feigling in einer Gruppe, darf nicht siegen. Deshalb gibt's Gewichtsklassen innerhalb der Kampfsportarten.

21.05.2020 - 17:07 - Ömmes V.

Scheinbar hat man dich zum Quatsch verbreiten erzogen, wa? Aber wenigstens betiteltst du dich schon selbst passenderweise als Lutscher...

21.05.2020 - 16:43 - Außenverteidiger

Wenn du bei sowas mitgemacht hast, verstehe ich die Kritik an meiner Mentalität zum Profisport nicht.

21.05.2020 - 16:42 - Außenverteidiger

Ich konnte damals nicht dabei sein. ;) Zählt nicht auf der Welt gewesen zu sein?

21.05.2020 - 16:19 - RWEimRheingau

Scheixx Korrektur, hat Bestand für immer sollte es heißen.

21.05.2020 - 16:18 - RWEimRheingau

Videos von früher sind eine schöne Erinnerung, aber das was in der eigenen erlebten Erinnerung haftet hat abgestanden für immer!

21.05.2020 - 16:00 - krayerbengel

AV, Ich brauche mir keine Videos ansehen da ich damals Live dabei war!
Es gibt natürlich auch Leute, die heutzutage im Internet ein auf dicke Hose machen und sich die Videos von früher anschauen.
Das sind in der Regel die Leute, die früher am schnellsten gelaufen sind!

21.05.2020 - 15:27 - Außenverteidiger

Ich glaube noch cooler ist die aktuelle Zeit. Willkürliche Massenschlägereien haben nicht's ehrenvolles. 1:1 auf Augenhöhe und mit Ringrichter sind fair. Ob ich in einer Schlägerei ohne Regeln auf dem Kopf herum hüpfe oder nicht, ist egal. Im deregulierten Wettbewerb gewinnt derjenige, der über die Grenze geht. Niemand steckt gerne ein und tut alles, um den Zustand zu vermeiden. Weiterhin sind bei Drogen wie Kokain, Schmerzmittel usw eh keine fairen Kämpfe drin. In der Regel reicht ein Ausreißer und beim Gegner ist Feierabend. Erklär diesen Umstand mal den Angehörigen... Die Jammerei über den verlorenen Kodex sind haltlos, weil damals einige gegen den Kodex gekämpft haben. Schaut euch mal Videos an. ;)

21.05.2020 - 14:26 - krayerbengel

Ja,die 70iger,war schon eine coole ZEIT.
Sirenen- Willi, Moses Lenz, mein Gott was waren das Originale.
Aber auch Leute wie Taxi-Manni oder Mücke haben sich immer für RWE gerade gemacht.
Damals gab es noch richtig gute Raufereien, mit Ehrenkodex, wenn einer auf dem Boden lag wurde nicht nachgetreten.
Die organisierte Klopperei hat erst Mitte der achtziger mit den ,, Essener Löwen'' Einzug gehalten und dadurch wurde es auch Unsportlicher.
War dann nicht mehr meine Welt!

21.05.2020 - 13:51 - Tom123

Hallo Jünther, Jötz und Jürgen.
das eine schlisst das andere nicht aus!
Dortmund im Pott gehört zum Regierungsbezierk Arnsberg = Westfalen
Essen im Pott gehört zum Regierungsbezierk Düsseldorf = Niederrhein

Anderes Beispiel: Das Müsterland liegt in Westfalen, das Sauerland auch, alles klar? :o) Viele Grüße....

21.05.2020 - 13:46 - Du schöner RWE

Auch meine Zustimmung. Wir teilen ein gemeinsames Schicksal.

21.05.2020 - 12:17 - RWEimRheingau

Da kann man Dir nur 1907% zustimmen!

21.05.2020 - 12:13 - weRWOlf

Ich bin als RWO-Fan früher immer gerne nach Essen rüber gefahren. Lothar war auch uns ein Begriff aber jeder möchte aus dieser Schweine Liga raus. Demut wäre besser als jetzt schon wieder an die 3. Macht im Revier zu denken. Die Erwartungshaltung ist Fluch und Segen zugleich.

21.05.2020 - 11:56 - Außenverteidiger

Die Asozialitäten müssen unbedingt der Haupttrieb einer Fußballfankultur sein. Für alles andere gibt´s den Handball usw...

Macht unserer Generation keinen Vorwurf. Wir wurden durch die 68er Pädagogik zu totalen Mitläufern und Lutschern erzogen. (Flache Hierarchien und andere Ausdrücke der Schande...) Sicherlich haben viele alte Westkurver ihr Kind in die weiche Richtung erzogen. Wir sind halt ein Spiegelbild der vorherigen Generation.

Denke heutzutage wird´s noch schlimmer. Da geht´s bei den Säuglingen los. Die dürfen nicht einmal aufschreien und schon ist die ganze patchwork Familie am Start. Dabei weiß jeder, bis zu einem gewissen Zeitpunkt härtet schreien ab. Dort wird die zukünftige Mentalität gelegt. Liebevoll oder fähig zum Sieg? Darf jeder selbser entscheiden.

21.05.2020 - 11:48 - Franky4Fingerz

"Die Westkurve war gefürchtet. Das hat sich leider über die Jahre hinweg verändert“, beschreibt Dohr.

Tja, selbst gute, liebgewonnene Traditionen wie "Fahrradkette in der Jeansjacke" haben ausgedient.
Der moderne Fußball ist halt ein "event" und kein Proleten-Treff mehr...

21.05.2020 - 10:54 - RWEimRheingau

65er, das stimmt irgendwie schon, die Morschi Rufe waren unüberhörbar. Respekt kam auf, wenn Sheriff und Gefolge einzogen, kurze Zeit später klatschte es dann meistens schon kurz. Was für eine geile Zeit, die so nicht mehr wieder kommt. Dafür hat sich die Fan Klientel komplett gewandelt, aber Ultras brauchten wir früher nicht um Stimmung in die Bude zu bekommen, heute ist das anders.

21.05.2020 - 10:29 - RWE_seit_1965

Lothar mein Freund, wir haben so manche Schlacht geschlagen. Ich erinnere mich an ein Spiel in Wuppertal. Du zähltest von 1 bis 3 und Tausende Rote stürmten die Bude. Heute sieht man die Garde aus den 70ern immer noch bei jedem Spiel. Das Virus hat uns alle infiziert. 1974 warst Du dabei als die Kollegen Küster und Vossnacke den 1. Fanclub gründeten und auch den 1. Fan Bus nach München organisierten. Kollege Jaritz war später auch dabei.

Morschi war so etwas wie der Boss der Kurve. Lothar, bleib gesund und alles Gute für die kommenden Spielzeiten.

Nur der RWE

21.05.2020 - 10:28 - Vollblutfussballer

Hallo ihr 3. Weil wir zum Fussball Verband Niederrhein gehören.
Ich hatte jedes mal Gänsehaut, wenn Lothar loslegte.
Danke für diese wunderschöne Zeit Lothar.

21.05.2020 - 09:51 - Jünther, Jötz und Jürgen

Ich habe da mal eine ernstgemeinte Frage: Warum der Schreck vom ,,Niederrhein´´?????? Ruhrgebiet, Pott, usw. !!!!!

21.05.2020 - 08:22 - derdereuchversteht07

Lothar dich noch einmal im vollen Stadion hören, dat wär ät.
Am besten natürlich mit Ecken zu.

21.05.2020 - 07:29 - Brauer

Wir werden? Wir sind!

21.05.2020 - 07:29 - Brauer

Wir werden? Wir sind!

21.05.2020 - 07:29 - Brauer

Wir werden? Wir sind!

21.05.2020 - 07:29 - Brauer

Wir werden? Wir sind!