Der FC Carl Zeiss Jena ist auf der Suche nach einem neuen Trainer bei einem Regionalliga-West-Vertreter fündig geworden. 

RL

Regionalliga-West-Trainer sagt Drittligist ab

13. Februar 2020, 21:09 Uhr

Foto: Stefan Rittershaus

Der FC Carl Zeiss Jena ist auf der Suche nach einem neuen Trainer bei einem Regionalliga-West-Vertreter fündig geworden. 

Demnach ist das Tabellen-Schlusslicht der 3. Liga an Ismail Atalan von den Sportfreunden Lotte interessiert. Das berichtet das Portal "liga3-online.de". Die Information deckt sich auch mit den Infos unserer Redaktion. Jedoch: RevierSport erfuhr am Donnerstag, dass Atalan Jena bereits abgesagt hat. 

Der 39-jährige Fußballlehrer galt gar als Wunschkandidat beim Drittligisten auf die Nachfolge des entlassenen Ricco Schmitt. Doch ein Wechsel aus dem Tecklenburger Land nach Thüringen kommt für den Familienvater, der in Senden lebt, nicht in Frage. Warum? Das liegt auf der Hand.

Atalan kann sich nach seiner verpatzten Chance als Zweitliga-Trainer beim VfL Bochum nicht noch eine erfolglose Station in den ersten drei Profi-Ligen erlauben. Wie man so schön sagt: Der nächste Schuss muss bei Atalan sitzen. Mit Jena würde er ein zu großes Risiko eingehen. Immerhin liegt Carl Zeiss schon neun Punkte hinter dem rettenden Ufer zurück. Der belgische Investor Roland Duchatelet, der Jena unterstützt, gilt auch alles schwierig. Ex-RWE-Trainer Karsten Neitzel kann ein Lied davon singen. Immerhin hatte er mit dem Investor verhandelt - der scheinbar nicht immer sein Wort hält.

Wer weiß, wie es beim FC Carl Zeiss bei einem eventuellen Abstieg in die Regionalliga Nordost weitergeht. Dieser Schritt wäre für Atalan alles andere als klug. So sieht es wohl auch der Trainer, der sich auf RevierSport-Nachfrage nicht äußern wollte.

Wie RevierSport erfuhr, soll Jena nun auch an Andreas Golombek Interesse bekunden -wie schon im Oktober 2019. Der 51-jährige Ex-Profi ist seit dem 1. Juli 2018 ohne Job und hatte zuvor die Sportfreunde Lotte in der 3. Liga gehalten. Im April 2019 übernahm Atalan bei den Sportfreunden und stieg mit diesen in die Regionalliga ab.

In Lotte: Atalan leistet top Arbeit trotzt widriger Bedingungen

In der Regionalliga West angekommen, haben die Lotter mit internen Querelen zu kämpfen. Aktuell steht Platz neun zu Buche. Umso höher ist dieser Rang zu bewerten, wenn man sieht, dass Atalan, ebenso wie seine Spieler, mit teils verspäteten Gehältern, einem deutlich reduzierten Etat und fehlender Kommunikation auf der Vorstandsebene zu kämpfen haben. 


Bis vor wenigen Wochen stand Atalan und seinem Trainerteam nur ein gesunder Torhüter zur Verfügung. Zudem muss die Mannschaft aktuell auf einen Physiotherapeuten verzichten. Die Mannschaft hatte sich sogar aufgrund dieser und anderer widriger Umstände mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Dinge, die dem Lotter Fußballlehrer die Arbeit bei den Sportfreunden Lotte mit Sicherheit nicht erleichtern.

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